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Spanier hält bei vier Treffern © APA (epa)

Es ist nicht die WM der großen Stürmer- oder Offensiv-Stars. Cristiano Ronaldo und Didier Drogba haben mit je einem Treffer die

Es ist nicht die WM der großen Stürmer- oder Offensiv-Stars. Cristiano Ronaldo und Didier Drogba haben mit je einem Treffer die Heimreise von der Fußball-WM in Südafrika angetreten, Wayne Rooney reiste sogar ohne Tor ab, auch Lionel Messi oder Fernando Torres sind bisher leer ausgegangen.

Auf einen der potenziellen Topstars ist aber Verlass: David Villa hat Spanien am Dienstag mit seinem Treffer in der 63. Minute zu einem 1:0-Sieg gegen Portugal und damit ins Viertelfinale geschossen. "Villa Maravilla" (Villa, das Wunder"), wird er von spanischen Fans ehrfurchtsvoll genannt. Die spanischen Medien stimmten am Mittwoch in den Jubelchor ein. "Villa lässt Spanien wieder träumen", titelte "El Mundo". Für "Marca" hat der 28-Jährige ein "stratosphärisches Match" geliefert.

Auch Teamchef Vicente del Bosque gab sich voll des Lobes über Villa, der meist über die linke Seite kam. Aber weniger wegen des Treffers. "Abgesehen von seinem Tor muss man sehen, wie viel er für die Mannschaft gearbeitet hat. Er ist es gewohnt, ganz in der Spitze zu spielen, aber heute hat er auch in einer Art und Weise in der Defensive ausgeholfen, die mich sehr freut", sagte Del Bosque.

Jedenfalls hat Villa seinen Sturmpartner Fernando Torres klar in den Schatten gestellt und ist derzeit der große Hoffnungsträger der Spanier auf dem Weg zum erhofften ersten WM-Titel. Mit seinem vierten Treffer in Südafrika hat der Torschützenkönig der EURO 2008 in Österreich (4 Tore) nicht nur wieder die Führung der WM-Schützenliste 2010 übernommen, sondern auch Platz eins der besten spanischen WM-Torschützen ausgebaut. Zudem ist er dem spanischen Rekord-Torschützen Raul wieder einen Schritt näher gekommen.

"El Guaje", der Bub, wie der in dem kleinen asturischen Dorf Langreo geborene Villa genannt wird, hält nach 62 Länderspielen bei 42 Toren, Raul ist mit 44 Treffern in 102 Länderspielen nur noch knapp die Nummer eins. Noch während der WM in Südafrika könnte es also zur Ablöse kommen. Mit seinem insgesamt siebenten Treffer bei einer WM-Endrunde hat Villa die früheren Stars Raul, Emilio Butragueno, Fernando Hierro und Fernando Morientes (je 5) schon übertrumpft.

Doch wichtiger ist für Villa ohnehin der WM-Titel. "Wir gehen Schritt für Schritt. Wir kennen das Potenzial, das wir haben. Wir haben einen sehr starken Konkurrenten hinter uns gelassen und haben mit Paraguay einen sehr starken Gegner vor uns", sagte der Torjäger zurückhaltend.

Er lässt Tore sprechen, in der kommenden Saison für den FC Barcelona. Villa war in den vergangenen Jahren stets heiß begehrt, diesmal ließ der finanziell angeschlagene CF Valencia sein Juwel um 40 Millionen Euro zum Meister ziehen, wo er einen Vierjahresvertrag erhielt. Dann kann er auch auf Clubebene von den Vorlagen profitieren, die er von Xavi erhält. Der bereitete auch am Dienstag den Siegestreffer vor, bei dem Villa aber wohl knapp im Abseits gestanden ist.

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