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Die Black Stars wissen um die große Chance © APA (epa)

Ghana trägt die Hoffnungen eines ganzen Kontinents. Die Westafrikaner können am Freitag ab 20.30 Uhr als erstes afrikanisches

Ghana trägt die Hoffnungen eines ganzen Kontinents. Die Westafrikaner können am Freitag ab 20.30 Uhr als erstes afrikanisches Team ins Halbfinale einer Fußball-WM einziehen. Dazu müssen die "Black Stars" aber eines der gefährlichsten Sturmduos der WM kontrollieren. Diego Forlan und Luis Suarez haben im laufenden Turnier in Südafrika bereits fünf Tore für Uruguay erzielt.

Die "Urus" sind selbst eines der Überraschungsteams dieser WM. Der Weltmeister von 1930 und 1950 spielt seine beste Endrunde seit 40 Jahren. 1970 in Mexiko waren die Uruguayer erst im Halbfinale an Brasilien (1:3) gescheitert, 2010 könnte es in der Vorschlussrunde erneut zum Kräftemessen mit dem Rekordweltmeister kommen. Der Sieger des Außenseiter-Duells Uruguay gegen Ghana trifft im Halbfinale entweder auf die Niederlande oder Brasilien.

Darüber will in beiden Lagern aber noch niemand nachdenken. Vorerst zählt nur der Einzug unter die letzten Vier, der im Fall Ghanas den größten Erfolg der afrikanischen Fußball-Geschichte markieren würde. Die Ghanaer hatten es als einziges der sechs Teams vom Veranstaltungskontinent in die K.o.-Phase geschafft. "Es war sehr wichtig, dass wir so weit gekommen sind. Wir wissen, dass die afrikanischen Menschen stolz auf uns sind. Außerdem spielen wir auf heimischem Boden", betonte Kapitän John Mensah.

Der Einsatz des Innenverteidigers von Sunderland ist allerdings fraglich, Mensah kann wegen Rückenproblemen derzeit kaum trainieren. Ernsthafte Sorgen bereitet Teamchef Milovan Rajevac auch die Wade von Außenverteidiger Hans Sarpei, Mittelfeldmotor Kevin-Prince Boateng dürfte dagegen trotz leichter Oberschenkelprobleme spielen können. Jonathan Mensah, der Namensvetter des Kapitäns, sowie Andrew Ayew fehlen gesperrt. Für Letzteren dürfte erstmals Inter Mailands Sulley Muntari im Mittelfeld beginnen.

Uruguays Chefcoach Oscar Tabarez gab seine Startformation bereits 48 Stunden vor Spielbeginn bekannt. Prunkstück ist die Abwehr, anstelle des verletzten Diego Godin verteidigt Mauricio Victorino im Zentrum neben Kapitän Diego Lugano. Ihr bisher einziges Gegentor im Turnier hatten die "Urus" im Achtelfinale gegen Südkorea (2:1) erhalten, als Godin mit einer Oberschenkelblessur bereits ausgeschieden war. "Er ist noch nicht wieder bei 100 Prozent, daher wird er nicht dabei sein", erklärte Tabarez.

Lugano hält sogar den dritten WM-Titel für den Außenseiter für möglich. "Das ist unser großer Traum. Wir haben die gleiche Chance wie alle anderen sieben Teams, die im Viertelfinale stehen", betonte der 29-Jährige von Fenerbahce Istanbul. "Wir wissen, dass wir Geschichte schreiben können." 60 Jahre nach dem legendären WM-Titel in Rio de Janeiro (2:1 gegen Brasilien) sollen Forlan und Suarez die Südamerikaner zur Sensation schießen. Letzterer hatte die Südkoreaner mit einem Doppelpack quasi im Alleingang erledigt.

Was Suarez und Forlan für Uruguay sind, ist Solostürmer Asamoah Gyan für Ghana - der personifizierte Hoffnungsträger. Drei Tore hat der 24-Jährige von Stade Rennes bereits erzielt, darunter das entscheidende in der Verlängerung des Achtelfinales gegen die USA (2:1). Mit 23 Versuchen hat Gyan bisher gleich oft aufs Tor geschossen wie Argentiniens Superstar Lionel Messi - und damit öfter als alle anderen WM-Spieler. Eine leichte Knöchelverstauchung soll den Einsatz des Shooting-Stars nicht verhindern.

"Ich bin fit und ich bin bereit für dieses große Spiel", versicherte Gyan, der mit mehreren englischen Topclubs in Verbindung gebracht wird. "Vor dem Turnier waren wir Außenseiter, wir haben nichts zu verlieren. Das ist das Geheimnis unseres Erfolges, wir sind zuversichtlich." Auch Teamchef Rajevac will vom zusätzlichen Druck, die einzige verbliebene Hoffnung Afrikas zu sein, nichts wissen. "Wir konzentrieren uns darauf, was auf dem Feld passiert", versicherte der Serbe. "Einen anderen Druck gibt es nicht."

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