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Freude bei den Holländern nach Sieg über Slowakei © APA (epa)

Bei der Fußball-WM in Südafrika kommt es am Freitag zum Auftakt des Viertelfinales zum Schlagerspiel Niederlande gegen

Bei der Fußball-WM in Südafrika kommt es am Freitag zum Auftakt des Viertelfinales zum Schlagerspiel Niederlande gegen Brasilien. Die "Oranjes" und die "Selecao" waren in der Vergangenheit für ihren erfrischenden Offensivfußball bekannt, in Südafrika haben aber beide Teams vor allem auf eine gesicherte Defensive gesetzt. Deshalb könnte das Match in Port Elizabeth auch ein Geduldsspiel werden.

Die Niederländer haben im Laufe des Turniers alle vier Partien gewonnen, drei davon allerdings wie das Achtelfinale gegen die Slowakei (2:1) mit nur einem Treffer Unterschied. Mit dem Rekord-Weltmeister wartet nun aber ein anderes "Kaliber" auf die Truppe von Coach Bert van Marwijk. "Eventuell sind wir zum ersten Mal in Südafrika Außenseiter. Wir sind selbstbewusst, aber die Brasilianer strotzen ebenfalls voller Selbstvertrauen. Es scheint oft fast so, als wären sie unbesiegbar", sagte Van Marwijk.

Der fünffache Weltmeister verfüge über eine Defensivabteilung mit sechs beeindruckenden Spielern und außerdem über Offensivakteure, die ein Spiel im Alleingang entscheiden können. Der Niederlande-Coach peilt trotzdem einen Sieg und den erstmaligen WM-Halbfinal-Einzug seit 1998 an. "Wir sind nur aus dem Grund da, den Titel zu holen. Wir müssen daran glauben", forderte Van Marwijk von seinen Spielern. Deshalb werde seine Elf auch im Viertelfinale mehr Risiko eingehen, als in den bisherigen Partien.

Der 58-Jährige kann aus dem Vollen schöpfen. Auch der zuletzt angeschlagene Rafael van der Vaart (Wadenprobleme) wird im Kader stehen, allerdings wohl nicht von Beginn an zum Einsatz kommen. Das Offensivquartett Arjen Robben, Robin van Persie, Wesley Sneijder und Dirk Kuyt scheint gesetzt zu sein. "Ich bin froh, dass ich so eine Auswahl an Weltklasse-Fußballern habe", ließ sich Van Marwijk allerdings noch nicht in die Karten blicken, wen er auf die Bank setzen wird.

Der teaminterne Konflikt nach dem Slowakei-Spiel dürfte keine Auswirkung haben. Van Persie hatte sich wegen seiner Auswechslung im Achtelfinale aufgeregt, am Mittwoch allerdings für sein Verhalten entschuldigt. "Damit ist das Thema erledigt", betonte Van Marwijk.

Die Brasilianer haben neben dem 0:0 gegen Portugal drei Siege eingefahren und zuletzt Chile mit 3:0 aus dem Turnier geworfen. Coach Carlos Dunga kann aber nicht auf die siegreiche Achtelfinal-Truppe bauen, für den gelbgesperrten Ramires dürfte Josue in die Mannschaft kommen.

Elano (Knochenödem am Schienbein) ist weiter verletzt, zudem sind auch Felipe Melo und Julio Baptista angeschlagen. "Die Niederländer haben traditionell Mannschaften, die schön spielen. Sie haben technisch sehr versierte Spieler. Darauf müssen wir vorbereitet sein", hatte Dunga durchaus Respekt vor dem Weltranglistenvierten.

Der Teamtrainer weiß allerdings auch, wie man die "Elftal" besiegen kann, als Kapitän hatte er die "Selecao" 1994 und 1998 zu Siegen in direkten WM-Duellen geführt. Am 9. Juli 1994 hatten sich die Brasilianer im Viertelfinale mit 3:2 durchgesetzt, am 7. Juli 1998 waren sie im Halbfinale nach einem 1:1 nach Verlängerung im Elfmeterschießen mit 4:2 siegreich geblieben.

Für die Brasilianer gilt es vor allem Robben in den Griff zu bekommen, der nach überstandener Verletzung im Achtelfinale bereits wieder getroffen hatte. "Er ist ein großartiger Spieler und durchlebt gerade eine tolle Phase", meinte Juan. Unabhängig davon dürfe man sich aber nicht nur auf einen Spieler fokussieren. "Das Team hat vorne auch andere gefährliche Spieler. Wir werden auf alle aufpassen müssen", warnte der Partner von Lucio in der Innenverteidigung.

Die Abwehr ist so etwas wie das neue Prunkstück der brasilianischen Auswahl. "Dunga hat daran einen ganz wichtigen Anteil. Für ihn sind die Abwehrspieler genauso wichtig, wie die Angreifer. Früher war das nicht so", meinte Juan.

Stürmer Luis Fabiano freute sich bereits riesig auf das Aufeinandertreffen mit Robben und Co. "Ich glaube, die Niederländer werden die Initiative ergreifen und auf Sieg spielen. Daher müssen wir vorsichtig sein", sagte der FC-Sevilla-Angreifer. "Andererseits geht jede Mannschaft, die gegen uns die Initiative ergreift, große Risiken ein", fügte der 29-Jährige hinzu.

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