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Lahm freut sich auf den "großen Gegner" © APA (Archiv/dpa)

Im Vorfeld hat es einen "Krieg der Worte" gegeben, ist mit Psycho-Tricks gearbeitet worden. Am Samstag ab 16.00 Uhr ist es mit

Im Vorfeld hat es einen "Krieg der Worte" gegeben, ist mit Psycho-Tricks gearbeitet worden. Am Samstag ab 16.00 Uhr ist es mit diesen taktischen Spielchen vorbei. An diesem 3. Juli prallen im Green-Point-Stadion von Kapstadt mit Argentinien und Deutschland zwei Giganten des Fußballs aufeinander. Der Sieger darf vom dritten bzw. vierten WM-Titel weiter träumen.

Der glückliche Gewinner trifft außerdem im Semifinale am Mittwoch (20.30 Uhr) in Durban auf Paraguay oder Europameister Spanien. Die Argentinier und die Deutschen, die einander 1986 (3:2) und 1990 (0:1) u.a. auch schon im Finale gegenüber standen, kreuzen zum sechsten Mal in einem WM-Turnier die Klingen. Zuletzt vor vier Jahren ebenfalls im Viertelfinale in Berlin, wo die Gastgeber nach 120 Minuten (1:1) im Elferschießen triumphierten. Dank eines Zettels, auf dem die bevorzugten Ecken der "Gaucho"-Schützen notiert waren und der Jens Lehmann half. Der damalige DFB-Torhüter avancierte zum Helden des Krimis, indem er zwei Penaltys hielt.

Sein "Nachfolger" Manuel Neuer hat diese Taten am 30. Juni beim Public Viewing mit Freunden in Gelsenkirchen genau verfolgt, aber sich nicht wirklich vorstellen können, vier Jahre danach selbst im Mittelpunkt zu stehen. "Das ist das bisher größte Spiel meiner Karriere", sagte der 24-Jährige vom FC Schalke 04 mit funkelnden Augen.

Er mache sich aber keine großen Gedanken vor dem großen Gegner. "Wir sind eben auch noch ein bisschen unbekümmert", meinte Neuer über eine neue Tugend der Deutschen. Gegen Superstars wie die Argentinier werde es nicht leicht, aber man dürfe keine Schwäche zeigen.

Die Stimmung im Lager der Deutschen, die bereits am Donnerstag von Pretoria nach Kapstadt geflogen sind, ist gut. "Wir sehen dem Spiel mit viel Vorfreude entgegen", sagte DFB-Teamchef Joachim Löw. Wie gut die Atmosphäre ist, das vermittelte Philipp Lahm einige Tage nach dem 4:1 gegen England. "Es ist schon lange her, dass wir einen großen Gegner geschlagen haben", meinte der Kapitän. Für ihn sind nämlich der mögliche Finalgegner Brasilien sowie Spanien und Argentinien die heißesten Titelanwärter in Südafrika und daher "größere Gegner als die Engländer".

Seit dem Doppelschlag gegen Mexiko (3:1) pirscht sich Carlos Tevez, der den Spitznamen "Apache" trägt, auf dem Torpfad heran. Der kleine Stürmer, der aus der Armensiedlung, dem "Fuerte Apache" stammt, ist einer von nur noch vier Spielern aus der Startelf vom Viertelfinale 2006. Wie Maxi Rodriguez, Gabriel Heinze und Javier Mascherano will er nun die große Revanche für die bittere Enttäuschung vor vier Jahren.

"Wir sind in besserer Form als damals, praktizieren einen besseren, offensiveren Fußball", sagte der ManCity-Legionär, der viel "Hunger auf Ruhm" hat. Er verriet, dass er jeden Tag ins Bett gehe und träume, einmal Weltmeister zu werden. "Ich möchte mir die Trophäe von niemandem wegschnappen lassen."

Diego Maradona stimmte in den zuversichtlichen Tenor seiner Schäfchen mit ein. "Meine Burschen denken nur an das Spiel und die Möglichkeit, Revanche für 2006 zu nehmen. Wir werden die Deutschen attackieren, gewinnen", erklärte der Teamchef.

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