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Für Villa läuft im Moment alles wie am Schnürchen © APA (epa)

Es gibt Phasen im Leben eines Stürmers, da scheint einfach alles aufzugehen. David Villa macht bei der Fußball-WM in Südafrika

Es gibt Phasen im Leben eines Stürmers, da scheint einfach alles aufzugehen. David Villa macht bei der Fußball-WM in Südafrika eine solche durch. Nach dem Achtelfinale gegen Portugal hatte der 28-Jährige am Samstag auch das Viertelfinale gegen Paraguay (1:0) entschieden. Mit fünf Toren führt Villa die WM-Schützenliste alleine an.

Mit 43 Treffern in 63 Länderspielen fehlt ihm zudem nur noch ein einziger auf Spaniens Rekordtorschützen Raul, der dafür 102 Partien gebraucht hat. Villa will bereits im Halbfinale am Mittwoch in Durban mit Raul gleichziehen. "Deutschland wird nicht glücklich sein, dass sie jetzt gegen Spanien spielen müssen", versicherte Villa. "Wir haben jetzt genug Zeit, uns vorzubereiten und ins Finale einzuziehen." Das EM-Endspiel 2008 in Wien gegen die Deutschen (1:0) hatte der Angreifer, schon damals mit vier Toren Schützenkönig, aufgrund einer Muskelverletzung im Oberschenkel verpasst.

Damals war Fernando Torres nach seinem Goldtor im Finale noch der große Held gewesen, mittlerweile ist der Stürmerstar von Liverpool in seiner Heimat der Buhmann. Nach zwei Knieoperationen hatte sich "El Nino" erst kurz vor der WM fitgemeldet, seiner Form läuft er seitdem aber hinterher. In fünf WM-Spielen ist der 26-Jährige einem Tor noch nicht einmal nahegekommen, wirkte im offensiven Zentrum eher als Fremdkörper denn als Gefahr für den Gegner.

Erst als Teamchef Vicente del Bosque Torres gegen Paraguay nach 55 Minuten aus dem Spiel genommen und Villa vom linken Flügel ins Zentrum gezogen hatte, waren die Spanier wirklich gefährlich geworden. "Das Spiel gegen Paraguay war unser schwierigstes im bisherigen Turnier", meinte Villa. "Wenn ein Team so weit hinten drinnen steht, ist es nie einfach. Aber wichtig ist, dass wir durch sind. Wir sind noch am Leben." Dem Neo-Stürmer des FC Barcelona und seinem Torinstinkt sei Dank.

Beim entscheidenden Treffer war aber auch Glück dabei. Nach einem Stangenschuss von Pedro hatte Villa fast die gesamte rechte Torhälfte offen, schoss den Ball aber an die rechte Innenstange und von dort erst via linker Innenstange ins Tor. "Wenn ein Stürmer einen Lauf hat, dann trifft er solche Bälle. Dann fallen ihm auch die Abpraller vor die Füße, und er verwandelt sie", erklärte Torres. "Ich bin sehr glücklich, dass wir es geschafft haben."

Nun ist es aber nicht er selbst, der sämtliche Torrekorde jagt, sondern Villa. "El Guaje" (asturisch für kleiner Bub) kommt im Nationalteam seit Jahren viel besser zur Geltung als Torres. Mit insgesamt acht Treffern in zwei Turnieren ist Villa längst spanischer WM-Rekordschütze. Im Rennen um die Torjägerkrone liegt er ebenfalls in Pole Position, hat er doch fünf der insgesamt sechs spanischen Turniertreffer erzielt. "Tore sind wichtig. Aber wenn man hoch gewinnt, sind sie nicht so viel wert", betonte Villa. Seine waren bisher allesamt spielentscheidend.

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