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Bayern-Stars schossen bisher die meisten WM-Tore © APA (dpa)

Dank Joachim Löws "Boy Group" darf sich die deutsche Bundesliga schon jetzt als großer Gewinner der Fußball-WM fühlen. Mit

Dank Joachim Löws "Boy Group" darf sich die deutsche Bundesliga schon jetzt als großer Gewinner der Fußball-WM fühlen. Mit ihren erfrischenden Auftritten am Kap hat das DFB-Nationalteam das Ansehen der deutschen Eliteliga, die mit 28 Spielern das stärkste Kontingent der vier Halbfinalisten vor Spaniens Primera Division (24) stellt, unabhängig vom Ausgang der Titeljagd in Südafrika enorm gesteigert.

"Durch die extrem starke Leistung der Nationalmannschaft hinterlässt der deutsche Fußball weltweit einen beachtlichen Fußabdruck. Die Bundesliga erhält dadurch einen starken Schub, denn das globale Interesse wird durch die attraktiven Auftritte gesteigert", sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), am Montag.

Nach der englischen Premier League (104) stellte die Bundesliga (78) die meisten Spieler bei der Weltmeisterschaft. "Das ist eine Entwicklung, auf die die Clubs sehr stolz sein dürfen. Die Bundesliga hat ihre Position im internationalen Wettbewerb gestärkt. Entscheidend ist, dass sie attraktiv ist und die Fans rund um den Globus begeistert sind", erklärte Seifert.

Der FC Bayern München führt vor den letzten vier Turnierspielen zudem die WM-Torschützenliste der Vereine an. Zehnmal trafen die Spieler vom deutschen Rekordmeister bisher. Dahinter folgen die Profis vom Champions-League-Sieger Inter Mailand (8) und Europa-League-Gewinner Atletico Madrid (6).

"Der Stellenwert der Bundesliga hat sich schon in der abgelaufenen Saison gesteigert. Durch die Erfolge auf Vereinsebene wurde viel Respekt erworben. Die Bayern haben ja auch auf internationalem Parkett eine überragende Saison gespielt", meinte Bundestrainer Löw. Als Ursache für den Aufschwung nannten sowohl er als auch DFL-Boss Seifert die vor acht Jahren intensivierte Talentförderung. "Im Nachwuchsbereich der Bundesliga ist alles verbessert worden. Es wurde mehr Augenmerk auf technische Intelligenz gelegt. Die Ausbildung ist sehr gut geworden", lobte Löw.

Mehr als eine halbe Milliarde Euro investierten die Bundesligisten seit der Saison 2002/03 in die Nachwuchsleistungszentren, die seither für den Lizenzerhalt zwingend vorgeschrieben sind. Allein in der abgelaufenen Spielzeit waren es 83 Millionen Euro. "Das ist auch ein Grund, warum die Nationalmannschaft so gut ist", meinte Seifert. 19 der 23 Spieler aus dem WM-Aufgebot hätten ihre Ausbildung in einem Bundesliga-Nachwuchszentrum genossen.

Löw erwartet, dass seine jungen Schützlinge in Zukunft noch begehrter werden. "Die Sichtweise auf die deutschen Spieler hat sich verändert. Ich denke, bei den europäischen Top-Vereinen ist verstärkt Interesse vorhanden. Das war in den vergangenen Jahren nicht der Fall", sagte der Bundestrainer. Für die Bundesliga sei es "sehr gut, dass die Nationalspieler in Deutschland spielen". Ein Vorteil für die DFB-Auswahl sei dies aber nicht, "denn auch im Ausland können junge Spieler ihren Horizont erweitern und sich entwickeln".

Bastian Schweinsteiger hofft eher auf den umgekehrten Effekt. "Wir haben in der Bundesliga an Qualität gewonnen. In Zukunft wird es auch so sein, dass die großen Spieler nach Deutschland kommen", mutmaßte der bisher überragende Bayern-Mittelfeldspieler. Auch Seifert glaubt: "Die Bundesliga könnte für den einen oder anderen Star attraktiver werden." Er schränkte jedoch ein: "In der Liga der absoluten Weltstars hat momentan aber nur der FC Bayern München die Möglichkeit, mitzubieten."

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