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Ganz Spanien liebt seinen Goldtorschützen Puyol © APA (epa)

Xavi, Iniesta, David Villa und Fernando Torres stehen für einzigartige Spielkultur und geballte Offensivkraft. Den erstmaligen

Xavi, Iniesta, David Villa und Fernando Torres stehen für einzigartige Spielkultur und geballte Offensivkraft. Den erstmaligen Einzug in das Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft verdankten die Spanier beim 1:0-Halbfinalsieg am Mittwoch in Durban gegen Deutschland aber einem, der normalerweise aufräumt, damit Xavi und Co ihr "tiqui taca" genanntes Kurzpassspiel aufziehen können: Carles Puyol.

"Zehn Minuten lang haben wir ihren Strafraum belagert, konnten aber kein Tor erzielen. Dann ist Puyol wie ein junges Wildschwein angestürmt und hat das Tor erzielt", beschrieb Mittelfeldspieler Xabi Alonso die entscheidende Szene in der 73. Spielminute. Nach einem Eckball von Xavi sprintete der 32-jährige Verteidiger heran und ließ mit einem wuchtigen Kopfball aus elf Metern Deutschland-Torhüter Manuel Neuer keine Chance.

Es war erst sein dritter Treffer für die "Seleccion" in 89 Teamspielen. Und ein typischer. Denn obwohl Puyol "nur" 1,78 m groß ist, ist er dank seiner Athletik und Sprungkraft ein ausgezeichneter Kopfballspieler, der sich auch gegen größere Gegner durchsetzt. So wie schon in der 14. Minute, als er einen Kopfball nach Iniesta-Flanke aus fünf Metern allerdings über das Tor setzte.

Puyol ist, so wie viele seiner Teamkollegen im spanischen Team oder Argentiniens Superstar Lionel Messi, ein Produkt von Barcelonas Nachwuchsakademie La Masia. "Die Jugendarbeit ist unser Faustpfand", sagt der Barca-Kapitän. Dort folgt jedes Talent der offensiven und kreativen Philosophie des Clubs, Krafttraining gibt es erst ab 17 Jahren. Alles dreht sich bei Barca um den Ball, auch für die Abwehrspieler.

Dabei war Puyol selbst einst Stürmer, als er mit 17 Jahren nach Barcelona kam. Unter dem damaligen Barca-Trainer und aktuellen Bayern-Coach Louis van Gaal wurde er allerdings zum Verteidiger umfunktioniert. Zunächst rechts in der Viererkette, danach im Zentrum. Dort hat er mittlerweile eine Führungsrolle übernommen, seit 2009 ist er auch Kapitän bei den Katalanen.

Die Erfolge können sich sehen lassen. Viermal gewann Puyol mit dem FC Barcelona den spanischen Meistertitel (2005, 06, 08, 10), zweimal die Champions League (2006, 2008), 2000 mit Spanien Olympia-Silber. Er heimste auch persönliche Auszeichnungen ein, etwa Spaniens Spieler des Jahres 2006 durch die Zeitung "Mundo Deportivo" oder viermal bester Innenverteidiger in einer Wahl auf der UEFA-Homepage.

Die bisherige Krönung war der Europameistertitel in Wien am 29. Juni 2008 mit einem 1:0 gegen Deutschland. Am Sonntag soll der erste WM-Triumph für Spanien folgen. Die Sammlung an Titeln wäre dann für Puyol komplett.

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