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Letzte Kräfte werden mobilisiert © APA (dpa)

Der Tenor ist eindeutig. Sowohl Deutschland als auch Uruguay haben vor dem Duell um den undankbaren Platz drei bei der

Der Tenor ist eindeutig. Sowohl Deutschland als auch Uruguay haben vor dem Duell um den undankbaren Platz drei bei der Fußball-WM in Südafrika betont, die Aufgabe mit vollem Ernst in Angriff zu nehmen. Deutschland will am Samstagabend (20.30 Uhr) im Nelson-Mandela-Bay-Stadion von Port Elizabeth ein durchaus erfolgreiches Turnier abrunden, Uruguay die Überraschung mit einem Sieg perfekt machen.

"Die Deutschen zu schlagen und diese WM als Dritter zu beenden, wäre spektakulär", sagte Stürmerstar Diego Forlan. Forlan und sein Sturmkollege Luis Suarez, der bei der 2:3-Halbfinalniederlage gegen die Niederlande gesperrt war, sollen die Revanche für 1970 in die Wege leiten. "Wir wollen auf keinen Fall mit leeren Händen heimkehren. Wir möchten zu Hause schließlich was herzeigen", sagte Trainer Oscar Tabarez, dessen Team einen Tag mehr Regenerationszeit hatte. Vor 40 Jahren unterlag Uruguay bei der WM in Mexiko im Spiel um Platz drei Deutschland mit 0:1.

Diesmal wollen die "Himmelblauen" auf keinen Fall torlos bleiben. Forlan und Suarez, die Torjäger von Atletico Madrid und Ajax Amsterdam, können gegen die DFB-Elf ihre Torquote von zusammen sieben Treffern noch erhöhen. Da auch Miroslav Klose nur noch ein Treffer zum WM-Rekord des Brasilianers Ronaldo fehlt, könnten beide Mannschaften nach ihren Halbfinal-Pleiten voll auf Angriff setzen. Klose konnte am Freitag wegen Rückenbeschwerden zwar nicht voll trainieren, will aber sein Konto von 14 WM-Toren weiter ausbauen. In Südafrika haben Klose und Forlan je vier Mal getroffen, beide können als auch noch den Goldenen Schuh gewinnen.

Bei Deutschland sind Mesut Özil (Muskulatur) und Sami Khedira (Wade) fraglich, Kapitän Philipp Lahm plagte am Freitag so wie Trainer Joachim Löw ein Infekt. Löw plant ohnehin, einige frische Kräfte einzusetzen, vier Spieler sind bei der Endrunde noch nicht zum Einsatz gekommen. "Wir werden uns nicht demoralisieren lassen", sagte Löw nach der 0:1-Niederlage gegen Spanien im Halbfinale, bei dem die bisher gezeigten Tugenden nicht zur Entfaltung kamen. Der Schwabe sieht das Spiel um Platz drei nicht als Ende, sondern als Beginn. "Die Entwicklung ist nicht zu Ende, sie hat gerade begonnen."

Deutschland steht bereits zum fünften Mal im "Kleinen Finale" bei einer WM, so oft wie keine andere Mannschaft. 1934 (gegen Österreich), 1970 (gegen Uruguay) und 2006 (gegen Portugal) gab es Siege, 1958 (gegen Frankreich) eine Niederlage. Uruguay verlor zweimal ein Spiel um Platz 3 - außer 1970 gegen die Deutschen noch 1954 gegen Österreich. "Wir haben vor vier Jahren gesehen, wie schön es ist, mit einem positiven Gefühl aus einer WM zu gehen. Deswegen wollen wir das Spiel auf jeden Fall gewinnen", sagte Lahm. Manager Oliver Bierhoff mahnte: "Das ist kein Lustspiel."

Auch Uruguays Coach Tabarez forderte vollen Einsatz. "Lasst uns nicht vergessen, es ist die WM. Millionen Menschen schauen auf uns", sagte der 63-Jährige. Man bewundere die junge deutsche Mannschaft und deren Spielweise, "aber natürlich wollen wir ihnen nicht den dritten Platz überlassen. Wir haben noch etwas zu tun. Wir werden uns darauf vorbereiten, bis auf den Tod zu kämpfen".

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