vergrößernverkleinern
Salzburg wurde mit wenigsten Gegentoren Meister © APA (epa)

Kompakte Defensive und gute taktische Organisation sind Trumpf. Diese Erkenntnis haben die Trainer der österreichischen

Kompakte Defensive und gute taktische Organisation sind Trumpf. Diese Erkenntnis haben die Trainer der österreichischen Fußball-Bundesliga aus der abgelaufenen WM in Südafrika gewonnen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die APA unter den zehn Coaches der höchsten heimischen Spielklasse durchgeführt hat. Viele taktische Neuerungen habe es aber nicht gegeben, waren sich die Befragten einig.

Defensivkonzepte waren in Südafrika vorherrschend. "Es war eine komische Weltmeisterschaft, die nicht so erfrischenden Fußball gebracht hat wie vor vier Jahren in Deutschland", sagte etwa Walter Kogler von Aufsteiger Wacker Innsbruck. Die Spiele waren zwar spielerisch nicht immer überragend, taktisch aber von hoher Qualität. "Um in der Defensive sicher zu spielen, benötigt es aber auch ein hohes taktisches Wissen und eine hohe körperliche Fitness", erinnerte Wr. Neustadts Peter Schöttel.

4-2-3-1 lautete für viele Teams die neue Zauberformel, die zusehends auch im heimischen Fußball Einzug hält. "Das Konzept mit zwei defensiv ausgerichteten Mittelfeldspielern vor der Abwehr ist aber nicht neu", betonte Kapfenberg-Trainer Werner Gregoritsch. "Es wird eben viel Wert daraufgelegt, kein Tor zu bekommen und schnell von der Defensive auf Offensive umzuschalten." Zu schwierig sei es geworden, einen Rückstand aufzuholen, darüber waren sich die Coaches zum überwiegenden Teil einig.

"Große Risiken werden nicht eingegangen, Geduld und lange Ballstafetten sind gefragt. Für angreifende Mannschaften, die das Spiel bestimmen wollen, wird es immer komplizierter", meinte Austrias Karl Daxbacher. Lediglich Weltmeister Spanien war es gelungen, dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen. "Dass Spanien über außergewöhnliche Spieler verfügt, hat man schon vorher gewusst. Alle anderen haben es über Disziplin und gute Organisation weit geschafft", sagte Salzburgs Meistermacher Huub Stevens.

Grundlage dafür sei die körperliche Frische, die zahlreiche mit Stars gespickte Teams vermissen hatten lassen, erinnerte Schöttel. "Fitness und körperliche Attribute sind nach wie vor sehr wichtig", meinte der Ex-Internationale, der bei der WM 1998 noch selbst verteidigt hatte. Paul Gludovatz, 2007 ÖFB-Erfolgscoach bei der U20-WM, hob vor allem die Wichtigkeit eines präzisen Passspiels hervor: "Die WM hat gezeigt, dass der einfachere Fußball, sofern er perfekt gespielt wird, der effektivere ist."

Revolution habe das Turnier in Südafrika, das mit Spanien für den Großteil der Befragten einen würdigen Sieger gebracht hatte, keine ausgelöst. "Man kann den Fußball nicht neu erfinden", erinnerte Franco Foda von Sturm Graz. Der deutsche Ex-Nationalspieler (2 Länderspiele 1987) betonte, dass ein System mit nur einer Spitze nicht zwangsläufig ein defensives sein muss. "Entscheidend ist heute nicht, wie viele Stürmer man aufstellt, sondern wie viele Mann sich in den Angriff einschalten", sagte Foda.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel