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Ein Traditionsclub ist zurück in der Bundesliga © APA (Archiv/Rubra)

Nach zweijähriger Abwesenheit kehrt mit dem FC Wacker Innsbruck wieder ein Traditionsclub aus dem Westen in das

Nach zweijähriger Abwesenheit kehrt mit dem FC Wacker Innsbruck wieder ein Traditionsclub aus dem Westen in das Fußball-Oberhaus zurück. Vorerst wollen die Tirolernach zwei Jahren in der Ersten Liga kleinere Brötchen backen, doch die Visionen beim zehnfachen österreichischen Meister und siebenfachen Cupsieger, der es 1987 bis ins UEFA-Cup-Halbfinale geschafft hatte, gehen weiter.

"Vorerst geht es für uns darum, sich in der Bundesliga zu etablieren", sagte Trainer Walter Kogler. Ziel ist aber nicht nur der Verbleib in der Liga. "Wir wollen am Ende nicht zittern müssen und im Kampf um den Klassenerhalt dabei sein", fügte Kogler hinzu. Der 42-jährige Cheftrainer hatte die Innsbrucker im Frühjahr zum Meistertitel in der zweithöchsten Spielklasse geführt, zuvor aber auch bereits 2002 nach dem dritten Meistertitel in Folge als Spieler die Tiroler Schattenseiten mit dem Megacrash des Vereins miterlebt.

In den Vorbereitungsspielen boten die Tiroler ansprechende Leistungen, in den Top-Partien gab es neben den Niederlagen gegen Bayer Leverkusen (1:3) und den tschechischen Meister Sparta Prag (0:3) auch einen 4:2-Erfolg gegen Partizan Belgrad. "In diesen Partien haben wir gesehen, dass wir auf Augenhöhe mit diesen Clubs stehen, dass wir zumindest phasenweise mithalten können", verriet Kogler im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Die Gegentore fielen aus individuellen Fehlern. Der Mannschaft fehlt es noch an Routine."

Für diese Routine sollen sieben neue Spieler sorgen, darunter der Tscheche Tomas Abraham als klassische Nummer 6, der Baske Inaki Bea Jauregi, der von Murcia in die Berge gewechselt ist, als Innenverteidiger und der stürmende Slowene Miran Burgic. "Gewünscht habe ich mir für jede Formation eine Verstärkung, das ist uns glaube ich gelungen. Jeder Spieler hat die Qualität, uns weiter zu helfen", betonte Kogler.

Dabei ist Kogler, der Mario Sara (FC Vaduz) oder die Brasilianer Mossoro und Fabiano ziehen ließ, auch froh, dass zumindest der U21-Nationalspieler Fabian Koch, um den die Wiener Austria heftigst gebuhlt hatte, in Tirol bleibt. Er sei ein Spieler, der mit seiner Grundschnelligkeit jedem Gegner Probleme bereiten kann.

Der Trainer, der als Spieler insgesamt fünf österreichische Meistertitel holte - neben Tirol auch mit Austria Wien und Salzburg -, verspürt vor dem ersten Spiel am Sonntagnachmittag gegen Rekordmeister Rapid eine Aufbruchstimmung in Tirol. Bereits in der vergangenen Saison waren etwa schon mehr als 11.000 Zuschauer zum Heimspiel gegen die Admira ins Tivoli-Stadion gekommen und hatten rund 3.000 Anhänger ihre Mannschaft zum Entscheidungsspiel gegen die Red Bull Juniors nach Pasching begleitet.

"Die Akzeptanz des FC Wacker ist landauf und landab gewaltig, das spürte man bei unseren Testspielen", sagte Kogler. Mittelfristiges Vereinsziel ist, wieder um internationale Startplätze mitzuspielen.

Offen ist jedoch, ob der Innsbrucker Vorstand mit dem seit Jänner im Amt befindlichen Obmann Kaspar Plattner die nötige finanzielle Basis, für die großen Ziele, schafft. Das Budget von 4,5 Millionen Euro, das die Tiroler im vergangenen Jahr für die Erste Liga zur Verfügung hatten, wurde nur marginal auf 5,3 Millionen Euro erhöht. "Wir hoffen aber auf weitere Sponsoren", betonte Plattner, der aber der sportlichen Leitung schon bei der Meisterfeier im Mai den Auftrag gab, nicht mehr auszugeben, als einzunehmen sei.

Vorbei sind die Zeiten als die Innsbrucker, die damals noch unter FC Tirol firmierten, Anfang der 2000er Jahre mit Geld nur so um sich warfen. Die Folgen sind bekannt: Der FC Tirol rutschte 2002 in den bisher größten Konkurs der Tiroler Geschichte mit 50 Millionen Euro Schulden.

Nicht nur die Spieler, wie Kogler und Sportdirektor Oliver Prudlo, fielen damit um ihre Gehälter 2002, sondern auch Joachim Löw. Der deutsche Bundestrainer kämpfte damals mit vielen Emotionen verbissen für die Tiroler. Wie weit es Löw, der viele Erfahrungen in Tirol gesammelt hatte, gebracht hat, sah man zuletzt bei der WM in Südafrika: Dritter Platz mit dem deutschen Team, zwei Jahre zuvor Vize-Europameister.

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