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Salzburg sucht noch einen Ersatz für Marc Janko © APA (Archiv/Krug)

Den bemerkenswerteste Wechsel im heimischen Fußball hat den aktuellen Meister betroffen. Mark Janko, 26-jähriger Teamkapitän

Den bemerkenswerteste Wechsel im heimischen Fußball hat den aktuellen Meister betroffen. Mark Janko, 26-jähriger Teamkapitän und Torjäger, verließ den "Bullen"-Stall vorzeitig und ging zum niederländischen Titelträger Twente Enschede. Mit einer kolportierten Ablöse von 6,5 Mio. Euro avancierte der Niederösterreicher zum teuersten Spieler der heimischen Geschichte.

Mit anderen heißen Transferaktien, klingenden Namen oder gar dem großen "Kracher" kann Österreichs Bundesliga in der Transferzeit wenige Tage vor Beginn der neuen Saison am Samstag nicht aufwarten. Von den Großclubs brachten lediglich die Salzburger neue, aber in Österreich unbekannte Kicker ins Spiel. Die Wiener Vereine traten ebenso auf die Geld-Bremse wie Sturm Graz. Auffällig ist auch, dass alle Teams weiterhin den Trainern aus der Frühjahrssaison vertrauen.

Insgesamt 19 Legionäre sind vorläufig neu unter Vertrag genommen worden, den Löwenanteil der Neuverpflichtungen bilden aber heimische Spieler, die innerhalb Österreichs wechselten. Erfahrungsgemäß ist das Einkaufsprogramm der Clubs bis zum Ende der Transferzeit am 31. August jedoch noch nicht abgeschlossen.

Salzburg sicherte sich neben ÖFB-Teamspieler Jakob Jantscher von Sturm Graz und dem 19-jährigen Kärntner Talent Stefan Hierländer die Dienste des niederländischen Defensiv-Allrounders David Mendes da Silva (AZ Alkmaar) und des argentinischen Offensivmann Gonzalo Zarate (Grasshoppers Zürich). Auf der Tormannposition ist das deutsche Trio Gerhard Tremmel, Alexander Walke und Niclas Heimann neu. Die prominentesten Abgänge waren neben Janko jene von Stürmer-Oldie Alexander Zickler, der zum LASK wechselte, und von Defensivspieler Barry Opdam.

Vizemeister Austria Wien musste mit Rubin Okotie lediglich einen Spieler mit großem Potenzial ziehen lassen. Daneben gab es auch für Jacek Bak, Matthias Hattenberger, Emin Sulimani, Mamadou Diabang und Joachim Standfest am Verteilerkreis keine Zukunft mehr. Die Neuen sind eine Mischung aus Jugend und Routine: Der in Italien ins Stottern geratene Ex-Sturm-Angreifer Marko Stankovic und Innenverteidiger Georg Margreitter (LASK) stehen für Erstere, der slowakische Mittelfeldmann Peter Hlinka und der argentinische "Heimkehrer" Fernando Troyansky für Letztere.

Rapid-Trainer Peter Pacult muss lediglich ein- und nicht umbauen. Die überschaubare Neuerwerbungsliste führen Mittelfeldmann Christoph Saurer (LASK) und Innenverteidiger Mario Sonnleitner (Sturm Graz) an. Die junge österreichische Welle wird von Thomas Hinum (Austria Kärnten), Stürmer Atdhe Nuhiu (SV Ried) und dem zurückgeholten Tanju Kayhan (SC Wr. Neustadt) komplettiert - keiner des Quintetts ist älter als 25 Jahre. An namhaften Abgängen hat Grün-Weiß nur Branko Boskovic, der aber nicht leicht zu ersetzen sein wird, bzw. Christian Thonhofer zu verzeichnen.

Die wohl schmerzhaftesten Einschnitte musste Cupsieger Sturm Graz hinnehmen: Mit Jantscher, Hlinka, Sonnleitner, Ilia Kandelaki, Klemen Lavric und Fabian Lamotte verließen sechs Stammspieler den Club. Im Angriff ruhen die neuen Hoffnungen auf dem ungarischen "Heimkehrer" Imre Szabics, im Tor soll sich Ex-LASK-Akteur Silvije Cavlina mit ÖFB-Teamgoalie Christian Gratzei duellieren. Für die Defensive kam neben Standfest auch Rieds gestandener Innenverteidiger Thomas Burgstaller.

Am wenigsten müssen sich Wiener Neustadt-Coach Peter Schöttel und Mattersburg-Trainer Franz Lederer den Kopf über die Integration ihrer jeweils drei Neuen - allesamt Österreicher - machen. Die Niederösterreicher holten Michael Madl (Austria Wien), Christian Thonhofer (Rapid) und Andreas Schicker (Admira), im Burgenland begrüßt man Jung-Goalie David Schartner, Stefan Ilsanker (beide RB Juniors) sowie Heimkehrer und Erste-Liga-Torschützenkönig Patrick Bürger. Die Zeit der bekannten Namen ist im Pappelstadion nach den Abgängen von Goce Sedloski und Cem Atan jedenfalls endgültig vorbei.

Rein quantitativ betrachtet, schoss der LASK den Transfer-Vogel ab - elf Zugängen stehen 17 Abgänge gegenüber. Neben nur mäßig erfolgreichen Kickern gingen mit Thomas Prager, Margreitter, Saurer, Cavlina, Jürgen Macho und Jürgen Panis auch sechs Stammspieler. Die namhaftesten Verstärkungen sind Zickler im Sturm, sowie Ex-ÖFB-Teamgoalie Thomas Mandl und Mittelfeldmann Thomas Krammer, beide von der Admira.

Ried spielt im Jahr eins nach dem Abgang von Regisseur Herwig Drechsel mit Mittelfeldmann Ivan Carril und Stürmer Guillem Marti neuerlich die spanische Karte, holte zudem Mark Prettenthaler vom LASK. Neben Drechsel sind u.a. auch Thomas Burgstaller, Nuhiu und Martin Grasegger passe.

Kapfenberg ließ zahlreiche Spieler ziehen, so sind Patrick Siegl, Marek Heinz, Robert Schellander und Mario Majstorovic keine Falken mehr. Die Zukunft soll den Jungen wie Ex-Italien-Legionär Dieter Elsnegg gehören, auch wenn für die Defensive mit dem slowenischen WM-Teilnehmer Matej Mavric ein Routinier verpflichtet wurde und auch Heimkehrer Dominique Taboga bereits 27 Jahre zählt.

Aufsteiger Wacker Innsbruck setzt auf die drei neuen Legionäre Tomas Abraham, Inaki Bea Jauregi und Miran Burgic, aber auch die Österreicher Andreas Bammer und Ernst Öbster. Keine Tore mehr für Wacker wird Fabiano schießen, auch Mario Sara und Ulrich Winkler sind nicht mehr beim Verein.

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