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Bei Standards war die Austria anfällig © APA (Fohringer)

Das hat sich der FK Austria Wien selbst eingebrockt. Nach dem mageren 2:2 (0:1) im Heimspiel der zweiten Quali-Runde zur Europa

Das hat sich der FK Austria Wien selbst eingebrockt. Nach dem mageren 2:2 (0:1) im Heimspiel der zweiten Quali-Runde zur Europa League gegen NK Siroki Brijeg müssen die Violetten im Rückspiel in einer Woche im Südwesten von Bosnien-Herzegowina siegen oder zumindest ein 3:3 erreichen. Das Ziel, zum fünften Mal seit Einführung 2004/05 die Gruppenphase einzuziehen, ist nicht näher gerückt.

"Das 2:2 ist ein relativ schlechtes Resultat. Jetzt sind die Aufstiegschancen für Siroki Brijeg etwas besser. Aber wir glauben alle fest daran, dass wir es schaffen", sagte Karl Daxbacher nach dem "Geisterspiel", zu dem wegen der Ausschreitungen im Dezember gegen Athletic Bilbao keine Zuschauer zugelassen worden waren. Bei über 30 Grad habe er mehr geschwitzt als seine Spieler.

Diese sind in der Defensive vor den zwei Gegentoren, die aus Standardsituation jeweils per Kopf zum 0:1 und 1:2 fielen, im kollektiven Tiefschlaf gelegen. "Torhüter Heinz Lindner trifft keine Schuld. Solche Tore aus Standards darf man in dieser Form nicht bekommen", befand der Trainer, der sich ein 1:0 oder 2:0 gewünscht hatte. Sport-AG-Vorstand Thomas Parits ergänzte: "Fehler sind schon vor den Freistößen passiert. Ortlechner bzw. Klein hätten den Ball einfach wegeschießen müssen, dann wäre es gar nicht dazu gekommen."

Hinten zwei Geschenke verteilt, vorne Chancen nicht genützt. Außerdem wäre der absolute Siegeswille zu wenig da gewesen. Dass drei statt höchsten zwei Mann die Mauer bildeten, wäre auch nicht geplant gewesen. Daxbacher bemängelte vor allem den verhaltenen Beginn seiner Truppe, es habe die Aggressivität und der Druck gefehlt. "Erst das Gegentor war der Weckruf, da haben wir einen Zahn zugelegt." Positiv führte er an, dass außer den Gegentoren nichts zugelassen worden sei und seine Mannen zweimal den Rückstand wettgemacht haben.

Zum "Erwachen" der Veilchen, die als einziger ÖFB-Verein seit 2002 stets im Europacup mit von der Partie ist, haben auch der zur Pause eingewechselte Schuhmacher und die Umstellung auf zwei Stürmer beigetragen. Marko Stankovic, einziger Neuer in der Startelf, sagte: "Man darf nicht alles zu schwarz sehen. Wir haben den Gegner dominiert und Chancen zum Sieg waren da. Das war ein Schuss vor den Bug, das nächste Mal machen wir das besser."

Die Gäste, die als Außenseiter nach Favoriten gekommen waren, freuten sich diebisch über ihre Leistung, das Ergebnis und die leeren Ränge. "Schade, dass keine Zuschauer dabei waren. Mit einer Kulisse wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen", meinte mit einem Lächeln Trainer Ivo Istuk, der im Heimspiel auf den "zwölften Mann" baut. "Daheim werden wir stärker sein und alles geben, um den Aufstieg zu schaffen."

Mario Bazina, der Co-Trainer von Istuk mit violetter Vergangenheit, bezifferte die Chancen für das Weiterkommen seiner Schützlinge mit 50:50. "Es ist für uns ein gutes Resultat, aber man hat gesehen, dass Austria die besser Mannschaft ist, ein anderes Niveau hat. Wir haben uns hier gut verkauft. Dass wir mit zwei erzielten Treffern heimfahren, damit haben wir nicht gerechnet", resümierte der frühere Offensiv-Spieler, der in Österreich für den GAK, Rapid und Austria gespielt hatte.

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