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Daxbachers Truppe muss aber erst Bosnier besiegen © APA (Fohringer)

Wenn der FK Austria Wien kommenden Donnerstag in Bosnien-Herzegowina gegen NK Siroki Brijeg gewinnt oder ein Remis ab 3:3

Wenn der FK Austria Wien kommenden Donnerstag in Bosnien-Herzegowina gegen NK Siroki Brijeg gewinnt oder ein Remis ab 3:3 erreicht, dann würde in der dritten Quali-Runde der Europa League der Sieger der Paarungen KS Ruch Chorzow - FC La Valletta warten. "Es würden wohl die Polen werden", sagte Austria-Trainer Karl Daxbacher zum Los.

Wenn er von Polen spricht, dann fällt ihm und die violette Gemeinde spontan Lech Posen ein. Dieser Verein hat den Favoritnern in der ersten UEFA-Cup-Runde 2008/09 nach einem denkwürdigen Spiel den Einzug in die Gruppen-Phase verbaut. Nach einem 2:1-Heimsieg schied Österreichs Rekord-Cupsieger nach einem denkwürdigen Spiel durch ein 2:4 n.V. aus, wobei das vierte Tor der Polen erst in letzter Sekunde (121. Minute) fiel.

"Auch Ruch wäre eine schwierige Aufgabe, doch gegen Polen ist die Ausgangsposition für österreichische Vereine meistens pari", meinte Daxbacher, der im Falle der Spiele gegen Ruch am 29. Juli (auswärts) in Chorzow (Königshütte) und 5. August (daheim) auch den polnischen Ex-Teamspieler Jacek Bak, der bis zur vergangenen Saison noch den Veilchen-Dress getragen hat, als Informanten kontaktieren würde. Das erste Spiel zwischen La Valletta und Ruch hatte auf Malta 1:1 geendet.

Ein Vorteil für die Austria könnte sein, dass der seit April 2009 vom 47-jährigen Waldemar Fornalik betreute KS Ruch erst am 7. August in die nationale Liga startet, während der österreichische Vizemeister bis dahin schon den Rhythmus gefunden haben sollte. Im Europacup war der Club aus der Großstadt Oberschlesiens schon einmal Gegner eines ÖFB-Vertreters. In der ersten Runde des Cups der Cupsieger musste sich der Wr. Sportclub nach einem 4:2-Heimsieg und einer 1:4-Auswärtsniederlage verabschieden.

Ruch ist 14-facher Meister und damit ex aequo mit Gornik Zabrze Rekordtitelträger im Lands des Co-EM-Gastgebers. Das jüngste Meisterstück des 1920 gegründeten Vereins, der im 13.000 Zuschauer fassenden, aber uralten Ruchu-Stadion spielt, liegt schon 21 Jahre (1989) zurück. Im Europacup muss Chorzow auf UEFA-Anordnung in eine andere Arena ausweichen. Auf der Visitenkarte stehen noch drei Cup- und zwei Supercup-Trophäen (zuletzt jeweils 1996). Der größte Erfolg in der jüngeren Vergangenheit stammt mit dem Einzug in Cupfinale 2009 (0:1 gegen Lech Posen).

2009/10 gab es den dritten Tabellenplatz mit zwölf Punkten Rückstand auf Lech Posen und neun Zähler auf Wisla Krakau. Von 2003 bis 2007 muss der KS Ruch wegen finanzieller Schwierigkeiten in die zweite Liga absteigen. Nach dem Wiederaufstieg landeten die Blauweißen zweimal auf dem zehnten Liga-Platz, ehe durch Rang drei wieder die Türe zum internationalen Geschäft geöffnet wurde. Die Höhepunkte im Europacup liegen wie die nationalen ebenfalls schon viele Jahre zurück. 1973/74 im UEFA-Cup und 1974/75 im Meistercup war jeweils im Viertelfinale (1:1, 1:3 n.V. gegen Feyenoord Rotterdam bzw. AS St. Etienne 3:2, 0:2) Endstation.

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