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Titelverteidiger Salzburg kam nur zu einem 0:0 © APA

Ein Fehlstart des Meisters, eine kuriose Partie mit fünf Treffern, vier Elfmetern, zwei Ausschlüssen und einem Platzsturm sowie

Ein Fehlstart des Meisters, eine kuriose Partie mit fünf Treffern, vier Elfmetern, zwei Ausschlüssen und einem Platzsturm sowie eine erfolgreiche Heimkehr brachten am Samstag die ersten Spiele der neuen Fußball-Bundesliga-Saison. Titelverteidiger Red Bull Salzburg kam in Kapfenberg nach enttäuschender Leistung nur zu einem 0:0.

Wr. Neustadt deklassierte den LASK mit 5:0 und Imre Szabics führte Sturm Graz mit einem Doppelpack zu einem 3:0-Auswärtssieg in Ried. Salzburg-Coach Huub Stevens war nur mit den ersten 55 Minuten seiner Mannschaft zufrieden. "Dann haben wir das Fußballspielen eingestellt. Der Rückfall in der zweiten Hälfte ist unerklärlich, das darf nicht passieren", lautete der verärgerte Kommentar des Niederländers, der auch die schlechte Chancenauswertung kritisierte. "Zarate und Leitgeb hätten vor der Pause Tore machen müssen. Aber wenn man kein Tor schießt, dann verdient man es auch nicht zu gewinnen. Wir müssen unsere Chancen einfach nützen, dann müssen wir uns nach dem Spiel nicht darüber ärgern, dass der Schiedsrichter einen Elfer nicht gegeben hat", sprach Stevens Klartext.

Seine Truppe brach bereits am Sonntagnachmittag in Richtung Torshavn auf, wo am Dienstag das Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League auf dem Programm steht, das nach dem 5:0 in der ersten Partie nur mehr Formsache ist.

Kapfenberg-Coach Werner Gregoritsch konnte mit dem Remis dagegen sehr gut leben. "Einen Punkt gegen den Meister zu holen, damit bin ich sehr zufrieden. Die Bäume dürfen jetzt aber nicht in den Himmel wachsen. Das war ein Erfolgserlebnis, jetzt müssen wir stabil weiterarbeiten", warnte der Kapfenberg-Coach nach dem gelungenen Saisonauftakt vor zu viel Euphorie. Vor allem mit seiner Hintermannschaft war Gregoritsch sehr zufrieden. "Wir sind heuer in der Defensive stärker, und Tormann Raphael Wolf entwickelt sich immer weiter."

Kapfenberg-Innenverteidiger Matej Mavric war nach dem Punktgewinn ebenfalls guter Dinge. "Wir haben heute ganz gut und organisiert gespielt und versucht, dieses Spiel zu gewinnen. Das wäre uns beinahe gelungen. Ich hoffe, dass es diese Saison so weiter geht", gab der Slowene zu Protokoll. Und auf die Frage, ob Kapfenberg heuer gegen den Abstieg spielen werde, meinte Mavric: "Wir machen unseren Job, was die anderen sagen, ist nicht so wichtig."

In Ried dominierten die Gastgeber über weite Strecken das Geschehen, doch die Tore machte Sturm. Der ungarische Teamstürmer Szabics, der vor sieben Jahren Sturm Richtung Deutschland verlassen hatte, brachte die Grazer in der 7. Minute in Führung und sorgte in der 90. Minute für den Endstand, dazwischen traf mit Joachim Standfest (32.) ebenfalls ein neuer Sturm-Spieler.

"Ich bin froh, dass wir das erste Spiel gleich gewonnen haben, aber man muss die Dinge realistisch angehen. Wir haben viel Luft nach oben, es muss noch viel verbessert werden, aber das war mir bewusst", meinte Trainer Franco Foda, der im Sommer durch Transfers eine halbe Mannschaft an Stammspielern verloren hat.

Auch in Ried muss sich die Mannschaft erst finden. Von den drei Spielern aus dem Land von Weltmeister Spanien hat in erster Linie Carril ein gutes Debüt geliefert. Doch aus der Feldüberlegenheit konnten die Rieder kein Kapital schlagen. "Nach vorne war das sehr bruchstückhaft. In der zweiten Hälfte haben wir nur optisch Druck erzeugt, mehr nicht. Dem Gegner haben in der zweiten Hälfte zwei gute Innenverteidiger und ein Torschuss genügt", sagte Trainer Paul Gludovatz.

Für ihn gilt in erster Linie, ein Team zu formen. "Wir wollen die Hinrunde dazu verwenden, um den Integrationsprozess auch unserer Spanier durchzuziehen. Es wird noch ein hartes Stück Arbeit, die neuen Spieler integrieren zu können", erklärte der Ried-Coach.

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