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Unschöne Szenen in Wiener Neustadt © APA

Vier Elfmeter und zwei Rote Karten in der ersten Hälfte, ein 5:0-Kantersieg und als Negativ-Höhepunkt ein Mini-Platzsturm. Das

Vier Elfmeter und zwei Rote Karten in der ersten Hälfte, ein 5:0-Kantersieg und als Negativ-Höhepunkt ein Mini-Platzsturm. Das Duell zwischen Wiener Neustadt und dem LASK hatte am Samstag zum Auftakt der Fußball-Bundesliga mehr Aufreger in petto als so manche ganze Bundesliga-Runde. "Das darf einer Mannschaft wie dem LASK nicht passieren", blieb Coach Helmut Kraft nur Ratlosigkeit.

Zwei Teams auf Augenhöhe. Von der Prognose des Wiener-Neustadt-Trainers Peter Schöttels war im Spiel nichts zu merken. Doch der Trainer blieb dabei: "Wir sind noch immer auf Augenhöhe, aber heute ist einfach alles für uns gelaufen", sagte Schöttel, der damit durchaus richtig lag. Ging dem 1:0 doch ein Abseits voraus und handelten sich die Linzer mit "dummen Aktionen" (Kraft) zwei Rote Karten bzw. Elfmeter ein. "Das war ein Traumstart", durfte Schöttel daher jubeln.

"Die Linzer haben sich das Leben selbst schwer gemacht", konstatierte dazu passend der einfache Torschütze Mirnel Sadovic. Doch Schöttel bestand auch darauf, dass es die eigenen Stärken waren, die den Gegner in die Knie zwangen. "Wir haben die Ausschlüsse und die Elfmeter auch durch unsere aggressive Spielweise und den Zug zum Tor provoziert", erklärte der Wiener. "Die nächsten drei Runden (gegen Salzburg, Austria, Rapid) werden zeigen, wo wir wirklich stehen."

Die schwache Leistung der Linzer, die vor allem in der im Vergleich zur Vorsaison stark umgebauten Verteidigung große Mängel zeigten, sorgte bei einigen der mitgereisten LASK-Fans für kochende Seelen. Die neue Saison war erst 69 Minuten alt, da standen auch schon die ersten ungebetenen Gäste am Rasen: Einer von rund fünf Platzstürmern näherte sich Schiri Harkam, konnte von LASK-Kapitän Rene Aufhauser aber beruhigt werden. "Ihr Ärger war verständlich, aber trotzdem sollte es nicht dazu kommen, dass der Verein durch ihr Verhalten geschädigt wird. Das hilft niemanden weiter", sagte der Ex-Salzburger. Die Partie stand am Rande des Abbruchs, wurde rund zwei Minuten unterbrochen, schließlich aber in Ruhe zu Ende gespielt.

Schon kurz vor der Halbzeit baute sich ein halbes Dutzend LASK-Fans vor der Bank der Linzer auf, wurde von den Ordnern aber wieder auf seine angestammte Position auf der Tribüne gedrängt. LASK-Coach Kraft versuchte noch in der Pause auf die Störenfriede einzureden. "Diese Fans waren frustriert, haben einen ganz anderen LASK erwartet. Ich habe in der Halbzeit versucht, sie zu beruhigen. Dass bei einigen die Sicherungen durchgebrannt sind ist bedauerlich. Ich hoffe, da kommt nichts Schlechtes für den Verein heraus", sagte der Tiroler. Im Hinblick auf die zweite Runde am kommenden Sonntag war Kraft nicht optimistisch. "Mit der heutigen Leistung brauchen wir gar nicht daran denken, gegen die Austria zu punkten", betonte der LASK-Trainer.

Die Stimmung beim Vormittagstraining der Linzer am Sonntag war klarerweise gedrückt. "Vier Elfmeter und zwei Rote Karten in einer Halbzeit habe ich noch nie gesehen. Aber lieber einmal mit 0:5 verlieren, als fünfmal mit 0:1", meinte Stürmer-Routinier Christian Mayrleb. Der 38-Jährige und seine Kollegen sind nun in Wien auf Wiedergutmachung aus. "Das Spiel ist jetzt Vergangenheit. Wir müssen die Partie abhaken und uns auf die nächsten Aufgaben konzentrieren", forderte Mayrleb. Das sah auch Aufhauser so. "Fußball kann manchmal grausam sein. Aber die Suppe, die man sich einbrockt, muss man auch selbst auslöffeln", sagte der LASK-Kapitän.

Vor dem Spiel um die ersten Saisonpunkte trifft die Kraft-Truppe am Mittwoch (19.00 Uhr) im Linzer Stadion in einem Testspiel auf den deutschen Vizemeister Schalke 04, der derzeit in Irdning sein Trainingslager abhält. Bereits zuvor wird die Vereinsführung der Linzer am Montag zusammentreffen, um notwendige Konsequenzen aus den Fan-Vorfällen, die der Club in einer Aussendung sehr bedauerte, zu ziehen.

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