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Gegen Frankreich auf ein Neues © APA (Schlager)

Österreichs U19-Fußballer haben die Riesenchance auf einen Traumstart in die EM in Frankreich vergeben. Trotz teilweise klarer

Österreichs U19-Fußballer haben die Riesenchance auf einen Traumstart in die EM in Frankreich vergeben. Trotz teilweise klarer spielerischer Überlegenheit setzte es am Sonntag in Flers gegen England ein 2:3 (0:2). Die Achillesferse der erfrischend aufspielenden, aber defensiv zu löchrigen ÖFB-Auswahl ist ganz klar die Defensive.

"Wenn wir hinten zu null spielen könnten, dann würden wir sogar um den Titel mitspielen. Das war ein super Match", bilanzierte Teamchef Andreas Heraf, bei dem trotz der Niederlage deutlich der Stolz überwog. Vorne hui, hinten pfui - das zieht sich bei dieser U19 wie ein roter Faden durch die Spiele. Ein Innenverteidiger der Marke Aleksandar Dragovic, der von der Wiener Austria nicht freigestellt wurde, wäre der ÖFB-Abwehr wohl gegen die Engländer sehr gut zu Gesicht gestanden.

In der Qualifikation und nun in der Endrunde hat Österreichs Offensivmaschinerie in sieben Spielen gleich 16 Mal ins gegnerische Tor getroffen, allerdings schlug es auch nicht weniger als 14 Mal im eigenen Gehäuse ein. Dabei hatten die Engländer, bei denen lediglich die Angreifer Frank Nouble und Nathan Delfouneso heraus stachen, am Sonntag laut offizieller UEFA-Statistik nur fünf Torchancen, die Österreicher hingegen gleich ein ganzes Dutzend.

Doch Worte wie "Abwehrschlacht" oder "Mauertaktik" sollen im rot-weiß-roten Fußball der Zukunft keine Rolle mehr spielen. Geht es nach dem ÖFB-Masterplan, dann sollen bald auch im A-Team "tiki-taka"-ähnliche Zustände herrschen. "Wir haben uns entschieden, dass wir in Österreich nicht mehr nur auf Konter spielen wollen. Wir wollen das Spiel machen, Kombinationsfußball zeigen. Unsere Philosophie ist offensiv. Und diese U19 hat die Fähigkeiten dafür", so Heraf.

Als Trost blieben für das jüngste Team des Turniers (sechs 92er-Jahrgänge, ein 93er-Jahrgang im Kader) Gratulationen von allen Seiten, auch von Englands Teamchef Noel Blake. Dieser wollte eigentlich unter Beweis stellen, dass Englands Hünen auch technisch und spielerisch überzeugen können. "Aber Fußball gespielt haben nur wir. Unser Weg zu spielen war der schönere und bessere", meinte Heraf, der allerdings natürlich ebenfalls weiß, "dass unterm Strich das Ergebnis zählt".

Das sollte dann am Mittwoch im zweiten Match gegen den bärenstarken Gastgeber Frankreich (zum Auftakt 4:1 gegen die Niederlande) stimmen. Denn nur dann würde der Traum vom Aufstieg ins Halbfinale weiter am Leben bleiben. Die Spielweise "Volle Attacke" wird sich laut Heraf nicht ändern, "denn mit dieser Mannschaft kann man gar nicht anders spielen".

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