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Tiroler Freude über das Schützenfest © APA (Parigger)

Eindrucksvoller hätte sich der FC Wacker Innsbruck nach zweijähriger Absenz nicht im österreichischen Fußball-Oberhaus

Eindrucksvoller hätte sich der FC Wacker Innsbruck nach zweijähriger Absenz nicht im österreichischen Fußball-Oberhaus zurückmelden können. Die Tiroler haben am Sonntag zum Liga-Auftakt mit dem 4:0 den ersten Sieg über Rapid seit 20. April 2002 (1:0 in Wien unter Joachim Löw) geschafft und gezeigt, dass ihre Heimstätte Tivoli neu wieder eine schwer zu nehmende Festung sein wird.

Während der Aufsteiger den ersten Sieg über Rapid seit über acht Jahren feierte, gab es im Lager des Rekordmeisters nach der ersten Niederlage im 17. Spiel seit dem ersten Tiroler Wiederaufstieg 2004 lange Gesichter und einen Erklärungsnotstand. Rapid-Torhüter Raimund Hedl brachte die Situation der Wiener, drei Tage nach dem 2:0-Auswärtserfolg in Litauen gegen Suduva Marijampole in der Europa-League-Qualifikation, auf den Punkt: "Es hat nichts funktioniert. Wir haben verdient auch in dieser Höhe verloren. Wacker hatte ja noch weitere Chancen."

Peter Pacult, der in seinem 69. Liga-Spiel in der Fremde die 25. Auswärtsniederlage als Rapid-Coach erlitt, sprach ebenfalls von einem verdienten Wacker-Erfolg, nahm seine Mannschaft aber auch in die Kritik: "Wir haben nicht ins Spiel gefunden und sind dann in der zweiten Hälfte ausgekontert worden. Der Gegner hat es uns auch schwer gemacht, er ist sehr gut gestanden. Trotzdem kann man diese Leistung von Rapid nicht akzeptieren."

Und Rapids Sportdirektor Alfred Hörtnagl, selbst ein Wacker-Urgestein, war mit seinem Trainer einer Meinung, ohne dabei die Leistung der Tiroler schmälern zu wollen: "Das war zu wenig, das war nicht die Mannschaft, die wir kennen."

Dabei hatten die Wiener, die zum fünften Mal in den vergangenen sechs Saisonen in der ersten Runde verloren und ihre höchste Liga-Niederlage seit dem 1:5 in Wien gegen Sturm am 15. September 2007 bezogen, nach der Statistik sogar mehr vom Spiel: 58 Prozent Ballbesitz, 8:2 Corner und 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Doch die Statistik ist auch zu relativieren: Im gegnerischen Strafraum war Rapid harmlos, gewonnene Zweikämpfe im Niemandsland des Mittelfeldes brachten den Hütteldorfern nichts.

Effektiver waren die Tiroler, die von der frühen Führung durch Marcel Schreter (9.) profitierten und nach der Pause den machtlosen Rekordmeister gnadenlos auskonterten. Für Wacker-Trainer Walter Kogler, der davor warnte, dass sich seine Mannschaft vom 4:0 nicht blenden lassen dürfe, gibt es drei Gründe für den Erfolg seiner Elf: Absolute Einstellung und Bereitschaft, alles zu geben. Eine gute Organisation auf dem Feld und den Willen und Glauben sich in der Vorwärtsbewegung auch etwas zu zutrauen. "Nur mit diesen Eigenschaften werden wir auch in den nächsten Partien bestehen."

Für Kogler, der nach einem Todesfall in der Familie den Erfolg schaumgebremst feierte, war das 4:0 über Rapid ein Erfolg der ganzen Mannschaft, in der jeder Spieler den anderen ergänzte, in der jedes Rädchen ineinandergriff. Trotzdem war auffallend, dass sich der Aufsteiger genial verstärkt hatte. Vorne wirbelte der Slowene Miran Burgic, auch wenn ihm kein Tor gelang. Im Mittelfeld sorgte der Tscheche Tomas Abraham für die Ordnung und auch für Pässe nach vorne, und in der Abwehr war der 32-jährige Spanier Inaki Bea das Um und Auf mit 70 Prozent der gewonnen Zweikämpfe.

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