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Austrianer ließen Fans lange zittern © APA (epa)

Das Freudentänzchen vor dem harten Fan-Kern war nicht nur für die Austria-Kicker befreiend. 94 Minuten hatten die Violetten

Das Freudentänzchen vor dem harten Fan-Kern war nicht nur für die Austria-Kicker befreiend. 94 Minuten hatten die Violetten ihre Anhänger auf die Folter gespannt. Das blamable Aus in der zweiten Qualifikationsrunde vor Augen musste eine am Ende dezimierte Austria gegen den wahrlich nicht übermächtigen bosnischen Club Siroki Brijeg lange, ehe das für den Aufstieg nötige 1:0 unter Dach und Fach war.

Ein von einem Gegenspieler unfreiwillig ins eigene Tor verlängerter Freistoß von Zlatko Junuzovic in der 80. Minute sorgte für violette Glückseligkeit in einer das Nervenkostüm belastenden Partie in der Herzegowina. Anders als beim 2:2 im Hinspiel in Wien fand der Vizemeister bei Temperaturen von über 35 Grad überhaupt kein Konzept, die tief stehende Abwehr der biederen Mannschaft von Siroki Brijeg auszuhebeln. Im Konter fanden die Hausherren die besseren Chancen vor, und auch bei deren Sturmlauf im Finish stand Glücksgöttin Fortuna aufseiten der Austria.

"Wir sind glücklich weitergekommen, und das ist das Einzige, das zählt", lautete das treffende Resümee von Goldtorschütze Junuzovic nach dem ersten Europacup-Auswärtserfolg der Favoritner seit knapp fünf Jahren. "Für uns war es schwierig. Wir mussten gewinnen, sie nicht. Es war einfach 90 Minuten Hölle in dieser Hitze und den emotionalen Zuschauern."

Der Ausschluss von Julian Baumgartlinger tat dazu sein Übriges. Nach einem Fehlpass von Aleksandar Dragovic in der Vorwärtsbewegung musste der erst fünf Minuten zuvor eingewechselte Teamkicker in der 74. Minute die Notbremse ziehen. Trainer Karl Daxbacher gab zu: "Nach dem dummen Ausschluss ist auch meine Hoffnung geschwunden." An der Outlinie hatte der Trainer der Austria lange Zeit das ineffektive Anrennen seiner Elf beobachten müssen. Als die Führung dann geschafft war, war aber weiter Zittern angesagt.

Nach dem Liga-Alltag gegen den LASK wartet mit Ruch Chorzow bereits in der kommenden Woche der nächste internationale Prüfstein auf dem Weg in die anvisierte Gruppenphase. Gespielt wird am kommenden Donnerstag aller Voraussicht nach in Lodz. Eine Woche später wartet im Horr-Stadion das Rückspiel - anders als gegen Brijeg wieder mit Zuschauern auf den Rängen.

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