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Matchwinner gegen die Kapfenberger war Kienast © APA

Sturm Graz und SV Ried haben in der zweiten Fußball-Bundesliga-Runde souveräne Siege gefeiert. Die Grazer setzten sich am

Sturm Graz und SV Ried haben in der zweiten Fußball-Bundesliga-Runde souveräne Siege gefeiert. Die Grazer setzten sich am Samstagabend mit einem 2:0-Heimerfolg gegen Kapfenberg zumindest bis Sonntagabend an die Tabellenspitze, im Parallelspiel beendeten die Oberösterreicher mit einem 4:1-Triumph in Mattersburg eine stolze Serie.

Foda freute sich nach dem 3:0 gegen Ried sowie dem 2:0 im Steirer-Derby zwar "über sechs Punkte, die uns keiner mehr nehmen kann", wollte die vorläufige Tabellenführung aber nicht überbewerten. "Das ist nur eine Momentaufnahme", betonte der Deutsche, der nach den vielen Abgängen im Sommer bereits wieder eine schlagkräftige Truppe geformt hat. "Einige Dinge funktionieren schon ganz gut, einige aber noch nicht", lautete das bescheidene Zwischenresümee von Foda, der noch einen Verteidiger für die linke Seite verpflichten will.

Matchwinner gegen die Kapfenberger, die erstmals seit 8. November 2008 punktlos aus Graz abreisen mussten, war Stürmer Roman Kienast mit einem Kopfball-Doppelpack (53., 66.) nach Vorlagen von "Youngster" Haris Bukva, der am linken Flügel mit seinen Flanken für ständige Gefahr sorgte. Und der 22-Jährige hätte sich auch beinahe selbst in die Schützenliste eingetragen, doch seinen abgefälschten Freistoß kratzte Kapfenberg-Schlussmann Raphael Wolf noch mit einer akrobatischen Fußabwehr von der Linie (56.).

Kapfenberg-Coach Werner Gregoritsch schmerzte die schwere Verletzung von Srdjan Pavlov mehr als das achte sieglose Auswärtsmatch in Serie. Der 26-jährige Stürmer erlitt in Minute 36 nach einem harmlosen Zweikampf einen Knöchelbruch und wurde noch am Samstagabend operiert. Damit wird Pavlov für den Rest der Herbstmeisterschaft ausfallen. Trotzdem ist Gregoritsch zuversichtlich, dass seine junge Truppe, in der in der letzten halben Stunde in Graz gleich sechs U21-Spieler standen, nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. "Ich mache mir keine Sorgen. Uns fehlt nur ein Erfolgserlebnis, dann bekommt die Mannschaft auch das Selbstvertrauen."

Ein solches Erfolgserlebnis hatten die Rieder, die mit dem 4:1 in Mattersburg das verpatzte Heimspiel in der Vorwoche gegen Sturm vergessen machten. Trotzdem war Coach Paul Gludovatz nicht restlos zufrieden. "Wir haben uns für heuer vorgenommen, mehr Attraktivität zu zeigen. Speziell in der Abwehr hat die Konsequenz schon sehr gut gepasst. Sich von Mattersburg nach dem 2:0 noch unter Druck setzen zu lassen, das spricht nicht für unsere Qualität, aber der Sieg spricht für unsere Moral. Vier Tore auswärts tun uns gut", sagte der Ried-Trainer nach dem ersten Sieg der Innviertler in Mattersburg seit 3. März 2007 (2:1) und dem ersten in diesem Jahr in der Fremde nach zuletzt sieben Niederlagen en suite.

Mattersburg-Torschütze Patrick Bürger, der den vorübergehenden Anschluss zum 1:2 besorgt hatte, war wie seine Kollegen bitter enttäuscht. "Wir haben uns für das Spiel viel vergenommen, wollten vor eigenem Publikum zeigen, dass wir eine starke Mannschaft sind, das ist nicht aufgegangen. In der zweiten Hälfte haben wir guten Fußball gespielt, sind aber in Konter gelaufen. Das 3:1, ein saublödes Tor, war die Entscheidung", lautete der niedergeschlagene Kommentar des Ex-Hartbergers.

Und sein Coach Franz Lederer drückte es noch drastischer aus, nachdem sein Team erstmals nach den ersten beiden Bundesliga-Runden ohne Zähler dastand: "Wir waren bei den Bällen, die vor das Tor kommen, zu naiv. Wir haben drei sehr vermeidbare Gegentore bekommen. Wenn man drei solche Tore kassiert, wird es sehr schwer in der Bundesliga." Bisher hatten die Burgenländer ihr erstes Bundesliga-Saisonheimspiel noch nie verloren (5 Siege/2 Remis), seit 2006 hatte es sogar immer Siege gegeben.

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