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Österreichs U19-Team für U20-WM qualifiziert © APA (Schlager)

Wie nach der erfolgreichen Qualifikation für die EM in Tirol stand Österreichs Fußball-U19-Teamchef Andreas Heraf auch am

Wie nach der erfolgreichen Qualifikation für die EM in Tirol stand Österreichs Fußball-U19-Teamchef Andreas Heraf auch am Samstagabend in Nord-Frankreich mit einem völlig durchnässten Anzug da. Seine Spieler hatten nach dem 1:0 über die Niederländer und der damit geschafften Qualifikation für die U20-WM 2011 wieder einmal den Getränkekübel über den Trainer und dessen feinen Zwirn gestülpt.

"Der Anzug ist der gleiche wie in der Quali. Und der wird gewachsen, gebügelt und auch nach Kolumbien mitgenommen", meinte Heraf über seinen etwas mitgenommenen Glücksbringer. Sein Team scheint das gewisse Etwas zu haben. Und es will sich anscheinend um keinen Preis trennen. Denn bereits in der Qualifikation war man zwei Mal unmittelbar vor dem Aus gestanden. Doch ebenso oft kam man mit Siegen über Schottland und Dänemark doch noch weiter. Und nun bei der EM in Frankreich war die Mannschaft nach zwei Niederlagen und 2:8 Toren ebenfalls vor dem Zerfall gestanden, es folgte der Sieg über den Nachwuchs des WM-Finalisten.

Und somit darf diese Truppe weiterleben und im Sommer 2011 zur WM nach Kolumbien reisen. "Das ist für Österreich extrem wichtig. Und für die Mannschaft und mich ein echter Traum", jubelte Heraf, für den sich auch gegen die Niederländer bestätigte: "Wir haben das Potenzial, mit diesen Top-Nationen spielerisch mithalten zu können."

Auch ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner sah die Österreicher punkto individueller Technik und Ballannahme mit den "Oranjes" ebenbürtig. Gleich nach dem ersten Jubel richteten Heraf und Ruttensteiner einen Appell an die Clubs der U19-Kicker. "Ich hoffe, dass wir mit den Besten nach Kolumbien fahren können. So eine Chance und so ein Erlebnis sollte man keinem Spieler nehmen", gab Heraf zu bedenken.

Heraf hat sein Team für 2011 schon grob umrissen im Kopf. Sofern die Spieler fit und in Form sind, will der 42-Jährige dem EM-Kader vertrauen. In das 23-Mann-Aufgebot möchte der Teamchef aber auf jeden Fall auch Aleksandar Dragovic, Patrick Farkas (beide für die EM von ihren Clubs nicht freigestellt) und Richard Windbichler (verletzt) berufen. Heraf hofft auf eine Regelung, "damit alle kommen können".

Ruttensteiner hatte sich vor der EM heftig über die Nicht-Abstellung von Dragovic ("Ein absoluter Führungsspieler") und Farkas beschwert. Nun hofft er auf Besserung. "Die Unterstützung durch die Liga ist immens wichtig. Man wird sehen, ob es wieder so sein wird, oder ob man in Österreich einmal etwas machen kann. Ich würde Österreich wünschen, dass wir mit der stärksten Mannschaft nach Kolumbien fahren."

Das wünscht sich natürlich auch ÖFB-Präsident Leo Windtner, der in Frankreich Augenzeuge des 1:0 gegen die Niederländer war. "Diese Leistung war unwahrscheinlich stark, vor allem technisch. Bis vor wenigen Jahren haben wir die Bälle von hinten hoch nach vorne geschlagen, jetzt spielen wir von hinten heraus, wie das von Topmannschaften praktiziert wird."

Windtner sieht diese Entwicklung als Produkt "nachhaltiger Arbeit von der Basis weg", forderte jedoch gleichzeitig weitere Schritte nach vorne: "Wir müssen permanent nachsetzen. Die Spieler dürfen sich nie mit dem Erreichten zufriedengeben, sie müssen noch mehr wollen. Dann werden wir auch mit dem A-Team nach oben kommen."

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