vergrößernverkleinern
Stefen Hofmann kann es nicht glauben © APA (Neubauer)

Rapid Wien ist mit zwei Niederlagen so schlecht wie zuletzt 1992 in die Bundesliga-Saison gestartet. Die Elf von Peter Pacult

Rapid Wien ist mit zwei Niederlagen so schlecht wie zuletzt 1992 in die Bundesliga-Saison gestartet. Die Elf von Peter Pacult offenbarte bei der 1:2-Heimniederlage gegen Wiener Neustadt am Sonnt neuerlich Mängel in der Innenverteidigung, zudem fehlte im Sturm die nötige Effizienz. Die Hütteldorfer (Torverhältnis 1:6) sind damit wie der SV Mattersburg (1:6) und der LASK (3:9) noch punktlos.

Die Wiener verschliefen die Anfangsphase komplett und hatten Glück nicht noch früher in Rückstand zu geraten. In der elften Minute war es aber so weit, traf Hannes Aigner per Kopf zum 0:1, etwas weniger als eine Viertelstunde später war dessen Sturmpartner Guido Burgstaller ebenfalls mit dem Kopf zur Stelle. "Wir haben den Gegner in den ersten 20, 25 Minuten stark gemacht und erst in der 30. Minute zum Fußballspielen angefangen", fasste Rapid-Coach Peter Pacult zusammen.

In der zweiten Hälfte hätten die 15.500 Besucher im Hanappi-Stadion dann das wahre Gesicht Rapids gesehen. "Wir haben sehr viel Risiko genommen, aber der Ausgleich ist uns leider nicht geglückt. Fornezzi hat sensationell gehalten, wir haben einen übermächtigen Torhüter gegen uns gehabt", fügte der Wiener hinzu.

Die Hütteldorfer prolongierten jedenfalls ihren Fehlstart nach dem 0:4 zum Auftakt beim Aufsteiger Wacker Innsbruck. Gründe für den schwachen Auftakt gibt es genügend. "Dass wir qualitativ nicht besser geworden sind als in der vergangenen Saison muss jedem einleuchten. Wir sind eher schwächer geworden", betonte der Rapid-Trainer, der darauf verwies, dass man nun das dritte Jahr in Folge wichtige Spieler abgegeben habe.

Durch den Abgang von Branko Boskovic ist die Lücke in der Kreativabteilung augenscheinlich. Vor allem auch, da zudem Veli Kavlak zuletzt verletzungsbedingt passen musste und zumindest noch in den anstehenden beiden Spielen fehlen könnte. In der Abwehr war der Ausfall des etatmäßigen Innenverteidiger-Duos Ragnvald Soma/Mario Sonnleitner nicht zu übersehen.

"Wenn du eine Vorbereitung mit einem Innenverteidigerpaar bestreitest, dass dir dann ab dem ersten Spieltag fehlt, kann es Probleme geben", räumte Pacult ein. Die "Ersatzleute" Eder und Patocka ließen bisher die nötige Souveränität und Sicherheit vermissen. "Es ist ärgerlich, wenn du im Zentrum immer wieder solche Fehler machst, aber es wäre zu einfach, jetzt zu sagen, nur die Abwehr ist schuld", fügte Pacult hinzu. Sonnleitner dürfte immerhin am Donnerstag in die Mannschaft zurückkehren, während Soma noch einige Wochen Pause vor sich hat.

Beunruhigen lässt sich der Rapid-Coach von dem punktelosen Start jedenfalls nicht. "Bei Rapid ist es immer gefährlich. Es ist einfach, wir haben Spieler geholt, die für die Zukunft sein sollten. Das dauert halt ein bisschen", sagte Pacult. Hoffnung gab dem Ex-1860-München-Coach die Vorstellung nach der Pause. "Die zweite Hälfte war toll, auf der kann man aufbauen", meinte Pacult. Spielerisch sei eine klare Steigerung erkennbar gewesen. "Das Ergebnis ist natürlich nicht erfreulich, die Leistung war aber schon besser als am Donnerstag", sagte der Rapid-Coach.

Für die Wiener geht es in den nächsten beiden Wochen gleich Schlag auf Schlag weiter. "Wir müssen jetzt schauen, die Spiele zu gewinnen", war sich ein etwas ratlos wirkender Kapitän Steffen Hofmann bewusst. Am Donnerstag steht das Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League auswärts gegen den bulgarischen Cupsieger PFC Beroe Stara Sagora auf dem Programm, nach dem Meisterschaftsheimspiel am Sonntag gegen Meister Salzburg und dem Europacup-Rückspiel (Dienstag, 3. August) geht es zudem auswärts gegen Cupsieger Sturm Graz (Sonntag, 8. August).

"Es warten schon die nächsten Aufgaben, auf die müssen wir hinarbeiten", betonte Pacult. Seit Sonntagnacht gilt die volle Konzentration auf das Spiel in Sofia. "Wir müssen schauen, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen, damit wir im Heimspiel noch die Möglichkeit haben, eine Runde weiterzukommen", gab Pacult die Marschroute vor.

Sportdirektor Alfred Hörtnagl hofft ebenfalls auf ein erfolgreiches Abschneiden in Bulgarien. "Wir müssen einen internationalen Erfolg mitnehmen und Schritt für Schritt Selbstvertrauen auftanken, um zu unserem Leistungsvermögen zurückzukehren", sagte der Tiroler. Am Kader des Vorjahresdritten werde sich auf der Zugangseite grundsätzlich jedenfalls nichts mehr ändern. "Wir sind schwierig herausgestartet, ich bin aber nach wie vor überzeugt, dass wir einen guten Kader haben", betonte Hörtnagl.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel