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Blauer Favoritenschreck aus Niederösterreich © APA (Neubauer)

Der SC Magna Wiener Neustadt ist in der Fußball-Bundesliga das Team der Stunde. Die Niederösterreicher gewannen am Sonntag mit

Der SC Magna Wiener Neustadt ist in der Fußball-Bundesliga das Team der Stunde. Die Niederösterreicher gewannen am Sonntag mit dem 2:1 bei Rapid auch ihr zweites Saisonspiel und stehen weiter an der Tabellenspitze. "Wir haben insgeheim die ganze Woche den Fokus auf die Überraschung gelegt. Ich habe mir einen Sieg erträumt, es ist wunderschön", strahlte Wiener-Neustadt-Coach Peter Schöttel.

Es war der erste Erfolg für die Niederösterreicher im Hanappi-Stadion, für Rapids Rekordspieler Schöttel klarerweise ein ganz besonderer. "Es wird für Wiener Neustadt nicht so oft die Chance geben, dass wir im Hanappi-Stadion gewinnen können", betonte der Magna-Trainer.

Mann des Spiels war Goalie Saso Fornezzi, der die Rapidler immer wieder mit tollen Paraden zur Verzweiflung brachte. Nur gegen den Kopfball von Nikica Jelavic nach einem Schuss von Hamdi Salihi war der Slowene machtlos, der Treffer hätte aufgrund einer Abseitsstellung aber nicht zählen dürfen. "Wir haben von der ersten bis zur letzten Sekunde alles gegeben", sagte der Magna-Goalie. Der Ex-Austrianer stellte sich aber nicht in den Mittelpunkt. "Nicht nur ich bin Matchwinner, wir sind alle Matchwinner", machte der zufriedene Tormann deutlich.

Schöttel wusste allerdings, bei wem er sich zu bedanken hatte. "Wir haben mit Fornezzi einen hervorragenden Torhüter gehabt", lobte der Wiener-Neustadt-Coach. Zudem habe sein Team vor allem vor der Pause stark gespielt und sei gut gestanden. "Wir haben gekämpft und am Ende auch das nötige Quäntchen Glück gehabt", meinte Schöttel.

Fornezzi arbeitet derzeit eifrig auf dem Trainingsplatz. Und die Mühen lohnen sich, wie die Vorstellung am Sonntag zeigte. "Ich will den Sprung ins Ausland schaffen", verriet der slowenische Tormann sein großes Ziel. Vorerst gelte es aber den Höhenflug mit den Niederösterreichern fortzusetzen. "Ich hoffe, dass es so weitergeht. Wenn wir so spielen, brauchen wir vor keinem Verein Angst haben", betonte Fornezzi.

Die Chemie innerhalb der Mannschaft passe, mit Thonhofer und Schicker habe man auf den Außenverteidigerpositionen eine gute Mischung gefunden. Für Thonhofer war es ein besonderer Sieg an seiner alten Wirkungsstätte. "Wir haben gewusst, dass wir sie schlagen können. Für mich persönlich ist es nicht schlecht gegen den Ex-Club zu gewinnen", sagte der von Rapid für ein Jahr an die Schöttel-Truppe verliehene Verteidiger.

Als nächste Hürde wartet am Sonntag zu Hause Vizemeister Austria, dann geht es am 7. August auswärts gegen Titelverteidiger Salzburg. "Die Burschen sind 'goschert', stellen sich selbstbewusst dar, aber in Wirklichkeit sind sie es nicht. Ich hoffe, dass sie sich durch den Erfolg noch mehr zutrauen", meinte Schöttel. Immerhin stecke noch sehr viel Potenzial in der Mannschaft. "Ich hoffe, dass wir den Rückenwind mitnehmen können", fügte der Magna-Trainer hinzu.

Bitter ist für die Wiener Neustädter derzeit nur, dass der Erfolgslauf durch einen möglichen Ausstieg von Magna als Vereins-Hauptsponsor in der näheren oder ferneren Zukunft doch getrübt wird. "Unsere Planung ist ganz klar so, dass es noch eine Zeit lang weitergeht. Wie lange, das weiß aber niemand", ist sich Schöttel durchaus bewusst. Die "Causa" beeinflusse das derzeitige Arbeiten allerdings nicht. "Wenn es jeden Tag in der Zeitung steht, ist es natürlich ein Thema, aber kein Problem", betonte Schöttel.

Seine Kicker müssten sich ohnehin keine Sorgen über ihre Zukunft machen. "Ich habe den Spielern gesagt, dass sie alle gute Spieler sind. Wenn es irgendwo zu Ende gehen sollte und sie solche Spiele abliefern, muss sich keiner Sorgen machen, dann wird es woanders auch weitergehen", sagte der Magna-Trainer. Die Spieler sind jedenfalls weiter zuversichtlich. "Wir beschäftigen uns nicht damit. Was passiert, kann man eh nicht beeinflussen. Ich bin aber zuversichtlich, dass alles gut geht", sagte Fornezzi im Namen der Mannschaft.

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