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"Hätten Spiel tot machen können" © APA (Archiv/Leodolter)

Die Tür in die finale Qualifikationsrunde zur Champions League ist offen, aber sie hätte deutlich weiter offen sein können.

Die Tür in die finale Qualifikationsrunde zur Champions League ist offen, aber sie hätte deutlich weiter offen sein können. Österreichs Fußball-Meister Salzburg hat am Dienstag im Hinspiel bei Omonia Nikosia (1:1) die Chance vergeben, für eine kleine Vorentscheidung zu sorgen. Salzburg-Trainer Huub Stevens hatte in mangelnder Ruhe und Reife Gründe für den späten Ausgleich der Zyprioten gefunden.

"Wir müssen cleverer sein", betonte Stevens. Seine Mannschaft hatte das Spiel nur vor der Pause - mit dem erstmals gemeinsam aufgebotenen Defensiv-Duo David Mendes und Franz Schiemer vor der Abwehr - kontrolliert. Nach Seitenwechsel fehlte die Ballsicherheit. "Wir haben aufgehört, unser Spiel zu spielen", meinte Stevens. "Wir haben nicht mehr agiert, sondern nur noch reagiert. Das ist nicht der Fußball, den wir spielen wollen."

Dabei hätte die frühe Führung durch Gonzalo Zarate nach einem Tormannfehler den Bullen Sicherheit geben müssen. Stattdessen machte sich mitbegünstigt von den 20.000 zypriotischen Fans, die ihr Team nach vorne peitschten, immer mehr Hektik breit. Niemand auf dem Feld vermochte die Partie zu führen. "In solchen Situationen müssen wir ruhiger bleiben", betonte Stevens. "Wir hätten das Spiel tot machen können, haben es aber nicht getan."

Nach einem Elfer in der Nachspielzeit muss nun auch im Rückspiel am Mittwoch (20.30 Uhr) in Salzburg gezittert werden, wenngleich die Vorzeichen klar für die Bullen sprechen. Nach einem 1:1 im Hinspiel hatten sich die Mozartstädter in genau derselben Phase im Vorjahr gegen Dinamo Zagreb durchgesetzt - und das sogar auswärts. "Ich bin mit dem Resultat nicht unzufrieden", versicherte Stevens. "Aber es hätte besser sein können."

So groß wie vor dem Hinspiel muss der Respekt vor den Zyprioten, die noch nicht im Meisterschaftsbetrieb stehen, lange nicht mehr sein. "Angst ist immer ein schlechter Ratgeber", erklärte Stevens. Er vertraue seiner Mannschaft, wenngleich einige Spieler körperlich noch nicht bei 100 Prozent sind - zu zum Beispiel der zuletzt verletzte Flügelspieler Somen Tchoyi oder der erst vergangene Woche geholte Sturmtank Joaquin Boghossian.

Omonia dagegen hat ein neuer Mann neue Hoffnung gegeben - Lomana Tresor Lua Lua, der kontroverse Starstürmer aus dem Kongo, der nach der Pause für einigen Wirbel gesorgt hatte. "Wir sind eine Einheit geworden. Wir können auf dieses Tor und auf unsere Leistung in der zweiten Hälfte bauen", meinte Lua Lua, nachdem er nach einem überflüssigen Foul von Mendes an Leandro in der Nachspielzeit eiskalt vom Elfmeterpunkt getroffen hatte.

Die Ausgangsposition ist damit für Salzburg nicht mehr sehr gut, sondern nur noch gut. Auch in der UEFA-Fünfjahreswertung wäre ein Sieg gegen den unmittelbaren Verfolger Zypern für Österreichs Clubs von großer Bedeutung gewesen. Vor dem Rückspiel wartet auf die Salzburger nun am Sonntag noch eine andere grün-weiße Hürde - Rekordmeister Rapid. Die Hütteldorfer sind aber selbst alles andere als überragend in die Saison gestartet.

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