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Inaki Bea Jauregi (l) und Sturms Haris Bukval © APA (Parigger)

Nach dem 2:2 zwischen Wacker Innsbruck und Sturm Graz am Sonntag zum Abschluss der dritten Fußball-Bundesliga-Runde hat keiner

Nach dem 2:2 zwischen Wacker Innsbruck und Sturm Graz am Sonntag zum Abschluss der dritten Fußball-Bundesliga-Runde hat keiner der zehn Vereine mehr einen blütenweiße Weste. Auf die Tabelle hatte das 2:2 von den Platzierungen her keine Auswirkung. Die Tiroler, die saisonübergreifend acht Runden ungeschlagen sind, blieben Fünfte, die Steirer punktegleich mit Wr. Neustadt und Austria Wien Zweite.

Doppelpacks von Marcel Schreiter zum 1:0 und Endstand bzw. Haris Bukva zum 1:1 und 2:1 für die Gäste machten den Innsbrucker Tivoli wieder zu einem Tollhaus. Der Aufsteiger und der Europacup-Fighter boten den rund 14.000 Zuschauer eine rassige Partie, der Innsbrucker Tivoli glich wieder einem Fußball-Tollhaus. Während Schreter, der auch schon gegen Rapid zweimal getroffen hat, nun alleiniger Führender der Torschützenliste ist, führt Bukva nach seinem ersten Liga-"Doppler" mit fünf Punkten (zwei Tore, drei Assists) die Scorerliste an.

"Ich habe derzeit einfach einen Lauf", begründete Schreter, der in der Vorsaison mit 17 Treffern bester Innsbrucker Torschütze in der Erste Liga war, seine Topform. Vergessen ist inzwischen auch die Drohung des Trainers vor eineinhalb Jahren, er solle sich zusammenreißen, mehr bringen, ansonsten werde er bei Wacker aussortiert. Inzwischen trifft der Urtiroler, der im September zum dritten Mal Vater wird, mit Links und mit Rechts und ist ein abgebrühter Elferschütze.

"Dass ich den Elfer schieße, war klar. Wer sonst?", fragte der gelernte Tischler Schreter in die Runde, "ich war mir auch sicher, dass ich zum 2:2 verwandle." Der "Torfabrikant" zeigte Selbstvertrauen und schickte gleich eine Warnung an die Konkurrenz: "Wenn wir jetzt noch routinierter werden, brauchen wir uns vor keinem Gegner zu verstecken."

"Nach dem ersten Gegentreffer war meine Mannschaft geschockt, es war ein negatives Erlebnis. Sie hat dann den Glauben in das eigene Können verloren", analysierte Wacker-Trainer Walter Kogler. Seine Truppe habe auf ihn im Gegensatz zum 4:0 gegen Rapid etwas gebremst gewirkt. Mit der zweiten Spielhälfte war er zufrieden. "Die Spieler haben unheimlichen Charakter gezeigt, sie haben sich am eigenen Schopf aus dieser Situation gezogen."

Sturm-Trainer Franco Foda betrachtete das Unentschieden mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Es gibt natürlich den Ärger, dass wir nicht gewonnen haben." Zum einen vergab Imre Szabics in der Nachspielzeit eine Topchance auf das Siegestor, als er nur das Außennetz traf. "Zum anderen muss eine Klassemannschaft wie Sturm das 2:1 einfach über die Zeit bringen", sagte Andreas Hölzl, der bis vor zwei Jahren bei den Tirolern unter Vertrag gestanden war und beide Treffer gegen seinen Ex-Verein aufgelegt hatte.

Doch Foda, dessen Mannen im Vorjahr mit drei Liga-Siegen in die Saison gestartet waren, sprach letztlich von einer gerechten Punkteteilung und sah das Resultat auch mit einem lachenden Auge: "Tirol ist ja stark gestartet, hat in der ersten Runde Rapid mit 4:0 besiegt. Das ist ja nicht irgendwer." Und außerdem sei den Sturm-Spielern noch das schwere Europa-League-Qualispiel gegen Tiflis (2:0 für Sturm) vom Donnerstag in den Beinen gesteckt.

Doppelpacks sind nicht nur für Schreter, sondern auch für die "Blackies" eine Spezialität. Nach Szabics (beim 3:0 in Ried) und Roman Kienast (2:0 gegen Kapfenberg) hat sich jetzt Bukva in einem Spiel zweimal in die Schützenliste eingetragen. Dass die Steirer seit dem 2:0 am 18. April 2007 in Innsbruck sieglos sind, vermochte aber auch er nicht zu ändern.

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