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Linz fand in die Erfolgsspur zurück © APA (Archiv/Rubra)

Roland Linz ist neben Emanuel Pogatetz und Erwin Hoffer einer von drei Spielern, die nach längerer Zeit wieder im

Roland Linz ist neben Emanuel Pogatetz und Erwin Hoffer einer von drei Spielern, die nach längerer Zeit wieder im österreichischen Fußball-Teamkader aufscheinen. "Ich bin positiv überrascht. Es freut mich, dass ich wieder dabei bin", sagte der Stürmer, nachdem ihn ÖFB-Teamchef Didi Constantini ins Aufgebot für das Länderspiel am Mittwoch in Klagenfurt gegen die Schweiz einberufen hatte.

Er stehe dort, wo es etwas zu erben gebe, begründete Constantini die Nominierung von Linz. Zuletzt hatte der Stürmer vom Vizemeister FK Austria Wien am 20. August 2008 beim ÖFB-Bank-Debüt des Tschechen Karel Brückner (2:2 in Nizza gegen Italien) den Teamdress getragen. Seine Visitenkarte - und das gleich zweimal - in einem Länderspiel hat der Torjäger zuletzt am 30. Mai 2008 im letzten EM-Test in Graz gegen Malta (5:1) abgegeben.

Sollte er zwei Tage nach seinem 29. Geburtstag nun gegen die Schweizer zu seinem 36. ÖFB-Einsatz kommen, dann macht er sich auf die Jagd nach seinem achten Teamtor. "Wer trifft ist, egal, wichtig ist vielmehr, dass wir als Mannschaft eine gute Leistung bringen und eine gutes Resultat erreichen", meinte Linz, der gegen den WM-Starter "keine leichte Aufgabe" erwartet. Er wolle sich im Training für sein Comeback bei Constantini empfehlen.

Im Verein hat er sein Stammleiberl längt erobert. Mit fünf Toren trug er wesentlich dazu bei, dass die Austria nach den ersten sechs Pflichtspielen bei vier Siegen und zwei Remis hält. "Das ist aber ein Verdienst der ganzen Mannschaft, von der du als Stürmer abhängig bist", stellte der Steirer seinen Torinstinkt ein bisschen unter den Scheffel. Im Verein laufe derzeit alles gut zusammen. "Wir spielen im Moment vielleicht den schönsten Fußball in Österreich, da hat es ein Stürmer leichter."

Rolis großer Vorteil sei, so Austria-Trainer Karl Daxbacher, sein Instinkt, seine Intuition, seine Ruhe und Abgeklärtheit vor dem Gehäuse. "Für ihn zählt nicht, wie toll oder spektakulär ein Treffer war, sondern Hauptsache ist für ihn, dass der Ball drinnen ist", erklärte der 57-Jährige das Erfolgsgeheimnis seines Schützlings, den er zum Kapitän ernannt hat. Damit habe Linz von ihm Wertschätzung und Verantwortung erhalten.

Kapitän von Austria zu sein, ist für Linz eine Ehre, diese Rolle sieht er aber nur übergangsweise bei sich. "Wenn Milenko Acimovic wieder fit ist, gebe ich ihm die Schleife zurück", kündigte der Angreifer an. Nichts Vorübergehendes soll für den Neo-Kapitän die Zugehörigkeit zum ÖFB-Team sein. "Ich will auch spielen und werde mich dem Teamchef mit guten Leistungen im Verein weiter aufdrängen", sagte der 28-Jährige zu seiner Rückkehr, die kein einmaliges Erlebnis bleiben soll.

Hans Krankl, einer der Vorgänger von Constantini, hat einst gesagt, dass Österreich noch einmal von ganz Europa um das Stürmer-Duo Linz/Roman Wallner beneidet werden würde. Jetzt könnte dieser Angriff eine Auferstehung erleben. "Wir verstehen einander auf dem Platz sehr gut, wir sind unterschiedliche Typen, das hat früher schon nicht schlecht funktioniert", bemerkte Linz über das mögliche "Spitzen-Paar".

Linz fühlt sich in Wien pudelwohl und hat hier noch viel vor. "Wir sind als Mannschaft zusammengewachsen und wir nehmen eine positive Entwicklung", sagt der Kapitän, der nicht nur an gute alte Teamzeiten anknüpfen möchte. "Wir wollen wie 2009/10 bis zum Schluss um den Liga-Titel mitspielen und wieder die Gruppenphase der Europa League erreichen. Beides ist mit dem nötigen Glück möglich", sagte der 28-Jährige.

Der Wieder-Teamspieler macht während seiner Karriere, die ihn von DSV Leoben zu TSV 1860 München, Admira, OGC Nizza, Sturm Graz, Boavista Porto, Grasshoppers Zürich und Gaziantepspor geführt hat, schon zum dritten Mal am Verteilerkreis Station. Er war schon von 2001 bis 2003 sowie in der Saison 2005/06 ein Violetter. Als solcher holte er 2003 und 2006 das Double und war 2006 Torschützenkönig. Seit Anfang Februar ist er wieder "zu Hause".

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