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Veilchen-Hochburg am Laaerberg in Favoriten © APA (Archiv/Pfarrhofer)

Mit dem Heimspiel gegen die SV Ried feiert man im Horr-Stadion am Sonntag das 500. Liga-Spiel des FK Austria Wien in dieser

Mit dem Heimspiel gegen die SV Ried feiert man im Horr-Stadion am Sonntag das 500. Liga-Spiel des FK Austria Wien in dieser Arena. Aus diesem Anlass hat der Fußball-Vizemeister in seinem vereinseigenen Museum in der Osttribüne eine Sonderausstellung eingerichtet, die der Geschichte der Anlage vor und nach dem Einzug der Violetten gewidmet ist.

Zur Eröffnung mit dem Ried-Spiel hat auch der Jahrhundert-Fußballer Herbert Prohaska, der an diesem Tag seinen 55. Geburtstag feiert, sein Kommen zugesagt. Neben der Ikone werden viele frühere Veilchen wie Robert Sara, Edi Krieger usw. sowie ehemalige Spieler, die am 26. August 1973 zum ersten Liga-Spiel der Austria auf dem damals sogenannten "Verbandsplatz" angetreten waren, erwartet. Damals siegten die Hausherren gegen die Vienna 4:1.

Der erste Heimverein am Verteilerkreis hieß SK Slovan und spielte in der höchsten heimischen Liga. Es ist kaum zu glauben, das dort schon im Jahr 1925 Spiele vor mehr als 15.000 Besuchern ausgetragen wurden.

In dieser Zeit lagen sogar entsprechende Pläne vor, das Stadion zu einer Arena für 80.000 Zuschauer auszubauen. Mit dem Abstieg des SK Slovan aus dem Fußball-Oberhaus und der Entscheidung der Gemeinde Wien, das Prater-Stadion zu errichten, verkam die Anlage in Favoriten zu einer "Gstetten". In den 1950er Jahren wurden hauptsächlich Speedway-Rennen, aber kaum mehr Fußballspiele ausgetragen.

Aufgrund einer Initiative des damaligen Wiener Fußball-Präsidenten Franz Horr und dem Wunsch der Violetten nach einer Heimstätte, ist die Anlage vom WFV saniert worden. Nach dem Tod von Horr im Jänner 1974 wurde der Verbandplatz auf den Namen des Funktionärs umbenannt. Mangelnder Komfort, dadurch bedingter schwacher Besuch, weil auch die Infrastruktur um das Stadion zu wünschen übrig ließ, veranlassten die Austria, die Anlage wieder zu verlassen.

Erst nach entsprechenden baulichen Maßnahmen wie z.B. der Flutlicht-Installierung und dem Bau der Nordtribüne kehrten die Violetten 1982 wieder zurück und sind bis bis heute dort geblieben. Das Stadion wurde danach sukzessive modernisiert und fasst derzeit bis zu 13.000 Personen. Der Bau der Süd-, der zwei Ränge umfassenden Osttribüne und die Installierung einer Rasenheizung sind weitere Meilensteine dieser violetten Kultstätte, dessen Ausstellung alle 499 Liga-Spiele Austrias statistisch aufbereitet zeigt.

Wenn das Vorhaben des einstigen Austria-Mäzens Frank Stronach, der von 1998 bis Sommer 2008 rund 150 Mio. Euro in den Verein vornehmlich in Spieler investiert hatte, mit dem Neubau eines neuen multifunktionellen Austria-Stadions in Rothneusiedl in Erfüllung gegangen wäre, hätte es am Sonntag in Wien keinen 500. Jubiläum in Violett gegeben. So kam alles anders, Stronach ist am Verteilerkreis zur Geschichte geworden, unterstützt jetzt (noch) den SC Wr. Neustadt. Auch dort ist sein Stadion-Projekt zuletzt ins Stocken geraten.

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