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Austria im Jubiläumsspiel hoher Favorit © APA (Archiv/Pfarrhofer)

Die Kunst eines Spielers, einer Mannschaft sei es, sich vor jedem Spiel innerhalb kürzester Zeit auf die nächste Aufgabe mental

Die Kunst eines Spielers, einer Mannschaft sei es, sich vor jedem Spiel innerhalb kürzester Zeit auf die nächste Aufgabe mental einzustellen. "Wenn das meine Burschen schaffen, dann werden wir als Sieger vom Platz gehen", sagte Karl Daxbacher vor der vierten Bundesliga-Runde am Sonntag (18.30 Uhr) gegen Ried.

Der Vizemeister möchte im 500. Liga-Spiel im Horr-Stadion gegen die Innviertler an das Europacup-Auftreten von Ruch Chorzow anknüpfen. Dem Austria-Trainer hat es gefallen, wie seine Schützlinge gegen den polnischen Liga-Dritten in der ersten Hälfte die endgültige Entscheidung gesucht, kombiniert und mit spielerischen Mitteln den Gegner ausgespielt haben.

Nach der Pause habe man dann auch gesehen, wie es sein kann, wenn sich der Gegner gut organisiere und hinten hineinstelle. "Das kann uns auch gegen die Rieder mit ihrem außergewöhnlichen 3-3-3-1-System, das sonst niemand auf der Welt spielt, aber das sie ganz gut beherrschen, auch blühen", glaubt Daxbacher.

Zum Jubiläumsspiel am Verteilerkreis gibt es aufgrund der Papierform aber keinen Anlass, dass die Gastgeber ihre Serie mit nunmehr 19 Pflichtspielen ohne Niederlage (15-4-0) nicht prolongieren. "Es ist ein wichtiger Monat für uns. Die Mannschaft ist jetzt so weit gefestigt, dass sie immer gewinnen will. Der Groschen ist gefallen, die Spieler haben Spaß am Fußball. Wir haben die Chance, mit drei Punkten einen Superstart hinzulegen und unsere Serie fortsetzen", meinte der Sport-AG-Vorstand Thomas Parits.

Auch in den Reihen der Rieder wird die Partie zum Jubiläum. Ob es Grund zum Feiern gibt, muss sich erst herausstellen. Paul Gludovatz sitzt zum 75. Mal (28-17-29) in einem Liga-Spiel als Trainer der "Wikinger" auf der Bank. Die Vorzeichen, dass man diesmal etwas erben könnte, stehen nicht besonders gut. Die Innviertler haben von ihren 26 Spielen im Horr-Stadion erst ein einziges (1-5-20), am 14. August 1999, für sich entschieden. Rothbauer und Brunmayr zeichneten damals mit ihren Toren für ein 2:0 verantwortlich.

Und sie haben die Austria in den jüngsten zwölf Partien (1-3-8) nur einmal (25. Oktober 2008 in Ried 3:1) geschlagen. Die Gäste zeigen vor der aktuellen Form der Austrianer großen Respekt. "Sie spielen von unseren Europacup-Fightern derzeit die erste Geige. Was sie gegen Ruch spielerisch hingezaubert haben, war stark. Ich möchte nicht erleben, was die Polen erlebt haben. Austria und wir - das sind zwei verschiedene Welten", streute Gludovatz, dessen Elf zuletzt zweimal voll gepunktet hat, dem kommenden Gegner Blumen.

Die Wiener seien derzeit nicht auszurechnen. Plötzlich explodiere einer von ihnen, plötzlich setze einer zu einem Solo an, plötzlich, plötzlich usw. "Da ist 95 Minuten höchste Konzentration erforderlich. In der Defensive gut organisiert zu sein, wird zu wenig sein. Man muss die Austrianer beschäftigen. Wenn wir an unsere guten Szenen in der Offensive gegen den LASK, Sturm und Mattersburg anschließen, dann könnten wir etwas holen. Ich wäre hochzufrieden, wenn wir schlecht spielen und einen Punkt mitnehmen", meinte Gludovatz.

Vor einem Jahr hatte das erste Treffen der zwei Clubs in Wien 1:1 geendet. Zuletzt am 13. Mai siegte die Austria daheim durch zwei Jun-Tore 2:0. Auf Treffer hofft auch wieder Baumgartlinger, der gegen Ruch erstmals im Austria-Dress getroffen hat und nicht mehr so lange auf ein solches Erlebnis warten will. "Die psychische Barriere ist bei ihm jetzt weg, es war für ihn sicher eine Befreiung", glaubt Daxbacher, der Junuzovic wieder zur Verfügung hat, aber auf Acimovic, Schumacher und Stankovic weiter verzichten muss. Gludovatz bangt um die angeschlagenen Glasner, Nacho und Riegler.

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