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Evra blickt mit Schrecken zurück auf die WM © APA (epa)

Eineinhalb Monate nach der französischen Blamage bei der Fußball-WM bricht auch der damalige Teamkapitän Patrice Evra sein

Eineinhalb Monate nach der französischen Blamage bei der Fußball-WM bricht auch der damalige Teamkapitän Patrice Evra sein Schweigen. "Die WM war ein wahrer Alptraum", sagte der Profi von Manchester United im Interview mit der französischen Zeitung "Le Figaro". Wie andere Teamspieler der "Bleus" vor ihm ging auch der 29-Jährige mit dem ehemaligen Teamchef Raymond Domenech hart ins Gericht.

"Es gab (bei der WM) überhaupt keinen Dialog mehr mit dem Coach." Man habe "das Wichtige vergessen". "Wir haben nämlich mehr über die Probleme des Alltags als über den Fußball gesprochen", urteilte Evra. Er macht aber auch sich und seine Kollegen für die Pleite mit dem Aus nach der WM-Vorrunde inmitten von Affären und Querelen verantwortlich. Evra verriet, dass die Spieler um Franck Ribery und Rekordtorjäger Thierry Henry Domenech schon vor dem Testspiel gegen Costa Rica darum baten, mehr Anweisungen zu geben.

"Daraufhin hat er sich angegriffen gefühlt. Er hat jeden Meinungsaustausch abgelehnt", erzählte der Außenverteidiger. Domenech trage aber nicht die ganze Schuld. "Wir Spieler, ich allen voran, hätten mehr geben müssen. Die Hauptverantwortlichen standen auf dem Rasen." Auch der Trainingsboykott im WM-Quartier in Knysna sei ein Fehler gewesen. "Wir hätten unsere Unzufriedenheit mit dem Ausschluss von Nicolas Anelka anders zeigen müssen."

Trotzdem sei er sehr überrascht, dass der französische Verband (FFF) den Trainingsboykott untersucht und ihn, Anelka, Ribery, Jeremy Toulalan und Eric Abidal in diesem Zusammenhang am 17. August in Paris befragen werde. "Ich dachte, wir wollten ein neues Kapitel beginnen." Die Entscheidung des neuen Nationaltrainers Laurent Blanc, die 23 WM-Fahrer für das erste Freundschaftsspiel am Mittwoch in Oslo gegen Norwegen zu sperren, sei aber korrekt.

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