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Deutschland ist die finanziell gesündeste Liga © APA (Archiv/dpa)

Noch ernüchternder für den britischen Fußball als der schwache WM-Auftritt ist nun wohl die Studie "EU - Top 5 Football League

Noch ernüchternder für den britischen Fußball als der schwache WM-Auftritt ist nun wohl die Studie "EU - Top 5 Football League - Sustainability-Benchmarking" von A. T. Kearney. Das Beratungsunternehmen hat die fünf europäischen Top-Ligen aus Spanien, Italien, England, Deutschland und Frankreich unter die Lupe genommen. Deutschland kam am besten weg, die Resultate sind aber beängstigend.

"Als 'normale' Unternehmen würde den europäischen Top-Ligen in England, Spanien und Italien aufgrund enormer Rentabilitätslücken in den nächsten zwei Jahren der Bankrott drohen", schloss Studien-Autor Jürgen Rothenbücher, der zur Bestimmung der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit die Kennzahlen Umsatz, Eigenkapitalquote und Anlagenrendite der Ligen als Summe der Vereine analysierte. Demnach ist die deutsche Bundesliga die gesündeste der europäischen Top-Ligen, Schlusslicht dieser Wertung ist die italienische Serie A.

Die Premier League (-5 Prozent), die Primera Division (-7) und die Serie A (-12) weisen laut dieser Untersuchung eine negative Anlagenrendite auf, während die Bundesliga (+2) und die League 1 (+1) eine Wertsteigerung verzeichneten. Die Experten empfehlen daher den Vereinen und Ligen weitreichende Reformen. "Geld schießt zwar Tore, aber nicht zwingend auch profitabel", so die Studie.

Die finanzielle Misere sei "vor allem auf die hohen Spielergehälter und die enormen Transfersummen zurückzuführen." So hätten in der vergangenen Saison die fünf Ligen durch Spielertransfers ein Minus von 560 Mio. Euro gemacht. Spanien ist in diesem Ranking mit minus 257 Mio. Euro Rekordhalter, Deutschland wies ein Minus von 118 Mio. aus, dahinter folgen England (91), Frankreich (62) und Italien (38).

"In den vergangenen drei Jahren hat die englische Premier League Spieler im Wert von fast einer Milliarde Euro und die spanische Primera Division für fast 600 Mio. Euro importiert", hieß es in der Studie.

Auf der Habenseite steht der Wert der Spieler, der in Summer 11,2 Mrd. Euro ausmacht. Hier führt die Premier League (3,2 Mrd.) vor der Primera Division (2,5), der Serie A (2,4), der Bundesliga (1,6) und der League 1 (1,5). Allerdings bieten diese Zahlen keinen ausreichenden Schutz. Die Begründung: "Diese Vermögenswerte würden im Falle einer Systemkrise sehr schnell verfallen."

Zwischen wirtschaftlichem und sportlichem Erfolg besteht laut Studie nur wenig Zusammenhang. Spielerinvestitionen würden sich aber sehr wohl in Ergebnisse ummünzen lassen. "Dabei haben wir festgestellt, dass die Spielerinvestitionen der deutschen Vereine am effektivsten sind, während italienischen Clubs sich am schwersten damit tun, Geld in Tore umzuwandeln", schrieb der A.T.Kearney-Autor.

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