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Italien gegen Elfenbeinküste um Wiedergutmachung © APA (Archiv/epa)

Der internationale Fußball hat auch diese Woche vollen Betrieb. Statt Champions und Europa League stehen am Dienstag und

Der internationale Fußball hat auch diese Woche vollen Betrieb. Statt Champions und Europa League stehen am Dienstag und Mittwoch 30 freundschaftliche Länderspiele und mit der Partie Estland - Färöer der Start zur EM-Qualifikation 2012 auf dem Programm. Viele der restlichen 51 UEFA-Mitgliedsländer absolvieren wichtige Tests für den im September beginnenden Wettlauf nach Polen und die Ukraine.

Neben der ÖFB-Auswahl in Klagenfurt gegen Südafrika-Teilnehmer Schweiz und Deutschland (in Dänemark) testen mit der Türkei (Rumänien), Belgien (in Finnland), Kasachstan (Oman) und Aserbaidschan (Kuwait) auch alle anderen Gegner der Österreich-Gruppe A der EM-Ausscheidung. ÖFB-Teamchef Didi Constantini ließ zu allen Partien wieder seine Spione zur Beobachtung ausschwärmen.

Ernst Weber nimmt die Belgier in Turku gegen die Suomi unter die Lupe. Manfred Kern beobachtet in Astana die Kasachen, die am 7. September (20.30 Uhr) in Salzburg erster ÖFB-Gegner sind. Michael Baur sitzt in Istanbul auf der Tribüne. Thomas Janeschitz reiste nach Kopenhagen zu Dänemark gegen Deutschland, wobei er nur ein "Not-Team" (16 Kaderspieler) sehen wird. Und Josef Degeorgi sieht sich in Baku die Aserbaidschaner gegen Kuwait an.

Mit Italien - Elfenbeinkünste, USA - Brasilien (jeweils am Dienstag) sowie Dänemark - Deutschland, Serbien - Griechenland, Slowenien - Australien und Mexiko - Spanien (jeweils Mittwoch) kommt es gleich zu einem halben Dutzend Vergleichen zwischen WM-Startern. Mit den Eidgenossen in Kärnten sowie der Slowakei (Kroatien), den Niederlanden (in der Ukraine), England (Ungarn) und Frankreich (in Norwegen) sind somit zwölf von 13 europäischen Südafrika-Teilnehmer in Aktion. Nur Portugal schaut zu.

Die Länderspiel-Woche ist durch einige Debüts und dem Comeback von Zlatan Ibrahimovic im Schweden-Heimspiel gegen Schottland begleitet. Auf neuen Trainerbänken nehmen u.a. der Niederländer Guus Hiddink (Türkei), dessen Landsmann Dick Advocaat (Russland/daheim gegen Bulgarien), der Franzose Laurent Blanc (Frankreich/in Oslo gegen Norwegen), der Italiener Cesare Prandelli (Italien) und der Brasilianer Mano Menezes (Brasilien) Platz.

Mit Ibrahimovic gibt ein Großer im Schweden-Dress in Stockholm sein Comeback. Die Hoffnungen, dass unter dem neuen Teamchef Erik Hamren mit dem Barca-Star eine erfolgreiche neue Ära anfängt, ist groß. "Er hat das Potenzial für uns so wichtig zu sein wie früher Zinedine Zidane für Frankreich", sagte Ex-Teamstürmer Marcus Allbäck, der nun Co-Trainer von Hamren ist.

Durch Ibrahimovic' Präsenz erhofft sich die Teamführung, dass andere Spieler zehn oder sogar 20 Prozent besser werden. Allbäck glaubt, dass der 62-fache Internationale (22 Tore) unter Hamren aufblühen wird. Der 53-Jährige, der am Mittwoch ebenfalls seinen Teamchef-Einstand gibt, ist jetzt Vollzeit-Teamchef, nachdem er im November den langjährige Coach Lars Lagerbäck abgelöst und seine Arbeit als Betreuer von Rosenborg Trondheim beendet hat.

Während Lagerbäck ein Anhänger des 4-4-2-Systems war, baut sein Nachfolger auf 4-2-3-1. "Diese Variante passt perfekt zu Ibrahimovic", glaubt Allbäck. Und auch Mittelfeldspieler Anders Svensson denkt ähnlich: "In Sachen Ballbesitz sind wir so dominanter, so war Zlatan bei seinen Vereinen auch immer sehr erfolgreich." Hamren sagte zu dem Comeback: "Es ist toll, das der motivierte Zlatan zurück ist. Wir alle kennen seine Qualitäten."

Nicht so harmonisch läuft der Saisonauftakt im Lager von Welt- und Europameister Spanien ab. Barca-Sportdirektor Andoni Zubizarreta fürchtet um die Gesundheit seiner Stars: "Die Spieler sind nicht einmal fit für einen Zehn-Minuten-Einsatz." Einzig auf den blessierten Andres Iniesta verzichtete Teamchef Vicente del Bosque für den beschwerlichen Test in Mexiko-Stadt. Dort hoffen die Hausherren auf den ersten Sieg (0-2-7) gegen die Iberer im achten Länderspiel.

Die Franzosen, die sich in Südafrika wie Ex-Weltmeister Italien blamierten, reisten mit vielen jungen Spielern nach Norwegen. 13 Akteure haben noch nicht eine Minute das Trikot der "Tricolores" getragen. Domenech-Nachfolger Blanc verzichtet wie angekündigt auf alle 23 WM-Spieler. Überraschend berief er aber Karim Benzima (Real Madrid) ein, der Stürmer ist ebenso wie Bayern-Star Franck Ribery in einen Sex-Skandal verwickelt. "Wir haben viel Zeit in Büros und Meetings verbracht. Jetzt müssen wir nach vorne schauen, wir alle freuen uns schon, dass es losgeht", sagte Blanc.

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