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Hitzfeld muss auf arrivierte Spieler verzichten © APA (Archiv/epa)

Die Schweiz bestreitet am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF 1) in Klagenfurt ihr erstes Fußball-Länderspiel seit dem WM-Out in der

Die Schweiz bestreitet am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF 1) in Klagenfurt ihr erstes Fußball-Länderspiel seit dem WM-Out in der Gruppenphase. Trainer Ottmar Hitzfeld, seit 2008 im Amt, spricht vor dem Test gegen Österreich von einem Neustart. "Weil wir uns neue Ziele setzen, und weil wir uns neu bestätigen müssen", erklärte der Deutsche.

Nicht dabei am Wörthersee sind einige prominente Schweizer, abgesagt haben die verletzten bzw. angeschlagenen Philippe Senderos (Everton), Tranquillo Barnetta (Leverkusen), Blerim Dzemaili (Parma) und Xavier Margairaz (FC Zürich). Benjamin Huggel, Christoph Spycher, Ludovic Magnin und Blaise Nkufo sind nach der WM aus der "Nati" zurückgetreten.

Kapitän Alex Frei (FC Basel) hat mit Hitzfeld vereinbart, dass er wegen noch immer nicht auskurierter Wehwehchen nicht nach Österreich reisen wird. Eine Vorgehensweise, die in der Schweiz heftig diskutiert wird, schließlich hat Frei am vergangenen Samstag in der Liga durchgespielt. Doch Hitzfeld nahm den Kritikern den Wind aus den Segeln: "Es gibt für jede Absage eine klare Begründung. Es ist eine Phase der Saison, in der Verletzungen nicht selten sind. Das gibt mir die Gelegenheit noch mehr zu experimentieren."

Denn dafür dürfen junge Spieler wie Moreno Costanzo, Francois Affolter und Nassim Ben Khalifa A-Teamluft schnuppern. Costanzo war am Montag mit dem Auto auf dem Weg nach Winterthur zum U21-Team gewesen, nach der Verletzung von Margairaz wurde er jedoch via Flughafen Kloten nach Kärnten gelotst. Insgesamt sechs Akteure des Kaders sind noch für die U21 spielberechtigt.

Hitzfeld weiß, was es nach der WM zu verbessern gilt: die Offensive. Deshalb hat er sich mittlerweile dreimal die DVD vom trostlosen 0:0 gegen Honduras angesehen, durch das die Schweizer das Achtelfinale verpasst hatten. "Wir haben gegen Honduras Nerven gezeigt. Es gab in diesem Spiel 25 Chancen von uns, aber die Effizienz war ungenügend", so Hitzfeld.

Einer, der die offensive Blockade lösen könnte, ist Pirmin Schwegler. Der Frankfurt-Teamkollege von Ümit Korkmaz soll in Zukunft gemeinsam mit Gökhan Inler Regie führen. "Er hat Passsicherheit und Passgenauigkeit", urteilte Hitzfeld. Auch Valentin Stocker soll die Torgefahr der Schweizer in Zukunft wieder erhöhen.

Gleichzeitig soll aber die Defensive so solide wie bisher bleiben. "Die Defensive wird weiterhin unsere Stärke sein. Davon lebte die Schweiz in den vergangenen Jahren. Wir können nicht offensiv spielen und in Konter laufen und dann 3:5 oder 3:6 verlieren", meinte Hitzfeld.

Im Gegensatz zu Österreich bestreiten die Schweizer vor dem Auftakt der EM-Qualifikation noch ein freundschaftliches Länderspiel. Am 3. September ist Australien in St. Gallen zu Gast, zum Quali-Auftakt treffen die Eidgenossen am 7. September in Basel auf England. Da soll der Grundstein dafür gelegt werden, dass die stolze Serie der Schweizer weitergeht. Die "Nati" war nämlich seit 2004 bei jeder EM und WM dabei.

Zum Vergleich, Österreich war in diesem Zeitraum lediglich als fix qualifizierter Gastgeber bei der EM 2008 vertreten. Deshalb findet man die Schweiz in der aktuellen Weltrangliste auf Rang 18 und Österreich auf Platz 60. Auch punkto Nachwuchsförderung, die man bei unseren Nachbarn bereits 1994 und somit um einige Jahre früher als in Österreich revolutioniert hat, ist man einen Schritt weiter: die Schweiz ist amtierender U17-Weltmeister.

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