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Arnautovic, Alaba und Nuhiu zittern um EM-Play-off © APA (rubra)

Noch nie haben sich Österreichs Fußball-Junioren für eine U21-Europameisterschaft qualifiziert. Am Mittwoch war die Auswahl

Noch nie haben sich Österreichs Fußball-Junioren für eine U21-Europameisterschaft qualifiziert. Am Mittwoch war die Auswahl von Andreas Herzog in Pasching auf dem besten Weg, sich zumindest eine sehr gute Ausgangsposition im Kampf um Rang eins der EM-Qualifikationsgruppe und damit einen Platz im Play-off für Dänemark 2011 zu schaffen, doch in der Schlussviertelstunde kam alles ganz anders.

Das ÖFB-Team verspielte einen 3:1-Vorsprung. Nach dem 3:3 gegen Weißrussland haben nun die Osteuropäer und Schottland die besseren Karten. "Wir brauchen nicht lange herumrechnen, wir müssen in Schottland gewinnen", sagte Herzog zur Ausgangsposition vor dem abschließenden Spiel am 7. September in Schottland. Österreich führt zwar die Tabelle mit 14 Punkten aus 7 Spielen an, doch Schottland und Weißrussland (je 13 aus 6) haben vor ihrem direkten Duell am 3. September die bessere Ausgangsposition. Und wohl nur mit einem Sieg in Schottland könnte Österreichs U21 zumindest als einer der vier besten Gruppenzweiten ins Play-off einziehen.

Dabei lief gut eine Stunde alles nach Plan. David Alaba und Yasin Pehlivan bestimmten im Mittelfeld das Spiel, die Abwehr ließ praktisch keine Chance zu, Atdhe Nuhiu erwies sich mit zwei Treffern (29., 44.) einmal mehr als Torjäger und holte einen Elfmeter heraus, den Marko Arnautovic sicher verwandelte (35.). Aus dem Spiel gelang Arnautovic, dem Talent von Werder Bremen, aber nicht viel. Herzog, einst selbst ein Star in Bremen, nahm den schon nach wenigen Wochen bei Werder in die Kritik geratenen Arnautovic aber in Schutz.

"Man darf nicht vergessen, er hat ein Jahr nicht gespielt. Ich sehe ihn als Mensch: Er kommt cool rüber, aber es ist nicht alles an ihm abgeprallt. Er ist nicht in der Form und hat nicht das Selbstvertrauen, wie es sein soll", sagte Herzog. Die Vorlage zum 1:0 per Freistoß und der verwandelte Elfmeter sowie Abgangsapplaus nach seiner Auswechslung (79.) kann Arnautovic auf der positiven Seite verbuchen. "Ich habe mich gefreut, dass er beim Elfmeter die Nerven bewahrt hat", meinte auch Herzog.

Weniger erfreut konnte der U21-Teamchef allerdings sein, dass in der Schlussviertelstunde der Sieg verspielt wurde. "Vor allem in der ersten Hälfte haben wir gut gespielt, alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Aber in der zweiten Hälfte haben wir zu viel über die Mitte gespielt und viele Bälle verloren. Ich habe gehofft, dass wir uns über die Runden retten können, das ist uns leider nicht gelungen. Wi haben uns zu weit hinten reindrängen lassen", erklärte Herzog.

Durch die frühe Auswechslung von Nuhiu, der in der 62. Minute durch Aston-Villa-Legionär Andreas Weimann ersetzt wurde, ging zudem in der Offensive die Gefährlichkeit verloren. Weimann konnte seine Schnelligkeit nie richtig einsetzen. Und beim Freistoß in der Schlussminute machte der sonst kaum geforderte Torhüter Heinz Lindner keine gute Figur.

Trotz des späten Ausgleichs waren Herzog, Alaba, Arnautovic und Co. bei den vielen jungen Fans unter den 3.600 Zuschauern nach dem Schlusspfiff begehrt. Sie "stürmten" nach dem Spiel den Rasen, um sich Autogramme zu holen und sich mit ihren Idolen fotografieren zu lassen.

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