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Constantini (r.) hält nichts von Trübsalblasen © APA (Eggenberger)

Das Klagenfurter Wörthersee-Stadion bringt Dietmar Constantin und seinem österreichischen Fußball-Nationalteam kein Glück

Das Klagenfurter Wörthersee-Stadion bringt Dietmar Constantin und seinem österreichischen Fußball-Nationalteam kein Glück mehr. Seit dem erfolgreichen Constantin-Debüt gegen Rumänien (2:1) setzte es drei Zu-Null-Niederlagen in Folge: 0:2 gegen Kamerun, 0:1 gegen Kroatien und nun am Mittwoch bei der Generalprobe für die EM-Qualifikation 0:1 gegen die Schweiz.

"Die Mannschaft ist sehr willig und intakt. Es ist nicht notwendig, den Trauerflor auszupacken. Wir werden unseren Weg gehen", stellte sich Constantini nach Schlusspfiff voll hinter seine Truppe. "Wir haben die Klasse, dass wir die beiden wichtigen Auftaktspiele der Qualifikation gewinnen", meinte der Tiroler angesichts der anstehenden Heimspiele gegen Kasachstan (7. September in Salzburg) und Aserbaidschan (8. Oktober in Wien).

Constantini scheint seinen Stamm im Großen und Ganzen gefunden zu haben, großartige Änderungen bezüglich Kader scheinen eher unwahrscheinlich. "Ich bin weiterhin überzeugt von diesen Spielern. Ich bin mit dem Kader zufrieden. Und ich sehe keine Baustellen", lautete Constantinis Antwort auf die Frage, wie weit er bei der Suche nach der Mannschaft für die Quali sei.

Die Darbietung gegen die Schweizer vor der Pause wollte auch Constantini nicht schönreden. "Wir sind in keinster Weise ins Spiel gekommen und hatten Glück, dass die Schweizer nicht in Führung gegangen sind. Das Mittelfeld hat zu spät reagiert, wir haben mit zu wenig Selbstvertrauen von hinten rausgespielt. Das war eine schlechte Leistung."

In der zweiten Spielhälfte sah die Sache dann nicht nur für Constantini ganz anders aus. "Da war es um einiges besser, da ist nach vorne mehr gegangen." Doch 25 bis 30 starke Minuten seien ganz einfach zu wenig. "Wenn du gegen Topmannschaften gewinnen möchtest, musst du 90 Minuten so spielen." Als kleiner Trost blieb immerhin: "Die Kroaten haben uns viel länger schlecht ausschauen lassen als die Schweizer. Aber das ist ja keine Steigerung, wenn man statt 10 jetzt 25 Minuten gut spielt."

Nach der Pause lief es auch deshalb besser, weil eingewechselte Spieler wie Martin Harnik oder Ümit Korkmaz für frischen Wind sorgten. Warum Constantini nicht Kormaz, sondern Patrick Wolf als Flügelspieler beginnen ließ, begründete der Chefcoach so: "Weil Wolf in den vergangenen Wochen sehr gut war und Korkmaz nicht ganz fit war. Und jeder weiß, dass Korkmaz als Einwechselspieler eine Partie im Alleingang drehen kann."

Von den Teamkünsten von Roland Linz, der vom Spielstil eigentlich als Ersatz für Marc Janko (verletzt) prädestiniert gewesen wäre, machte sich Constantini nur wenige Minuten ein Bild. Der Austria-Stürmer kam im Finish zu seinem ersten Einsatz in der Ära Constantini. "Er ist ein gefährlicher Spieler, der Tore machen kann", ließ Constantini offen, ob er Linz auch für die EM-Quali einberufen wird.

Auch Marco Arnautovic ist aus einem simplen Grund ein Thema. "Jeder ist ein Thema", ließ Constantini wissen. Bei Erwin Hoffer, der in den ersten 45 Minuten den Solo-Stürmer gab, habe man gesehen, dass er eine Saison lang bei Napoli nicht zum Spielen gekommen sei. Von Leuten wie Zlatko Junuzovic und Jakob Jantscher erwartet sich Constantini auch in Zukunft, dass sie die Gestaltung des ÖFB-Spiels in ihre Hände nehmen.

Die Frage der Nummer eins im Tor sei "nicht meine G'schicht", die Entscheidung liegt also offensichtlich alleine bei Tormann-Trainer Franz Wohlfahrt. Christian Gratzei stellte seine Verlässlichkeit auf jeden Fall auch gegen die Schweizer unter Beweis. Das Innenverteidiger-Duo Sebastian Prödl und Emanuel Pogatetz sah Constantini "okay" bis "gut".

Knackpunkt des Schweiz-Spiels war natürlich auch für Constantini der verschossene Elfer von Christian Fuchs in der 64. Minute. Der wurde vergeben, und deshalb bleibt wieder einmal das Negative hängen, wie auch Constantini weiß: "Wenn du 0:1 verlierst, hast du alles falsch gemacht. Wenn du 1:0 gewinnst, hast du alles richtig gemacht. Wichtig wäre natürlich ein positives Ergebnis gewesen. Denn dann glauben alle daran, dass etwas weitergeht."

Den Kader für den Quali-Auftakt wird Constantini am 24. August bekanntgeben. Das Trainingslager in Flachau beginnt am 30. August.

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