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Joaquin Boghossian kam aus Uruguay © APA (Archiv/Krugfoto)

Die neue Offensive von Fußball-Meister Salzburg ist eine südamerikanische. Den Rekorderlös aus dem Transfer von Stürmerstar

Die neue Offensive von Fußball-Meister Salzburg ist eine südamerikanische. Den Rekorderlös aus dem Transfer von Stürmerstar Marc Janko zu Twente Enschede (mehr als 6,5 Mio. Euro) haben die Salzburger in den Uruguayer Joaquin Boghossian (23) und den Brasilianer Alan (21) investiert. Zuvor hatten die Mozartstädter bereits den Argentinier Gonzalo Zarate (26) von Grasshoppers Zürich verpflichtet.

Seinen Wert muss das neue Angriffstrio bereits am Mittwochabend im Play-off-Hinspiel der Qualifikation zur Champions League gegen Hapoel Tel Aviv unter Beweis stellen. Dabei war Alan erst in der Vorwoche nach Salzburg gekommen. Der ehemalige brasilianische U20-Teamspieler ist hinter Sturmtank Boghossian vielseitig einsetzbar, Trainer Huub Stevens will den Techniker aber nicht zu sehr in ein System zwingen.

"Wenn man Südamerikaner holt, darf man sie nicht spielen lassen wie Österreicher oder Deutsche", erklärte Stevens. "Sie müssen ihre eigenen Qualitäten einbringen." Durch den Abgang mehrerer Offensivkräfte - auch Flügelspieler Somen Tchoyi dürfte noch vor Transferschluss am 31. August in die Premier League wechseln - sei es klar gewesen, aktiv werden zu müssen. "Wir haben zuerst in unsere eigene Jugendabteilung geschaut", versicherte Stevens. "Da waren diese Qualitäten aber nicht vorhanden."

Umgeschaut hatten sich die Bullen auch auf dem heimischen Markt, von dort immerhin Teamspieler Jakob Jantscher und Youngster Stefan Hierländer verpflichtet. Die großen Geldsummen flossen aber ins Ausland - nach Argentinien und Brasilien. "Diejenigen, die in Österreich diese Qualitäten haben, waren nicht frei oder zu unserem Preis verfügbar", sagte Stevens. "Daher haben wir uns auch im Ausland schlaugemacht. So muss man das immer tun."

Wichtig sei es nun, die zweifellos talentierten Boghossian und Alan auf deren erster Station in Europa gut ins Teamgefüge zu integrieren. Zarate, der bereits drei Jahre in der Schweiz gespielt hatte, kommt dabei eine nicht unerhebliche Rolle zu. Entscheidend sei laut Stevens der Wohlfühl-Faktor. "Man muss bei den Südamerikanern versuchen, ihnen Wärme zu geben", meinte der Niederländer. "Denn in Österreich ist es im Winter sehr kalt."

Tchoyi, in der Vorsaison noch zum Spieler des Jahres in der Bundesliga gewählt, steht ob seiner Verhandlungen mit West Bromwich Albion nicht im Kader für das CL-Play-off. Der Kameruner hatte sich zuletzt einige Tage in der Heimat befunden, um private Dinge für seinen Transfer nach England zu erledigen. Als Ablösesumme für den 27-Jährigen, der die WM verletzungsbedingt verpasst hatte, sind zwei bis drei Millionen Euro im Gespräch.

Einen Platz im maximal 25-köpfigen Kader für die Quali ließen die Salzburger damit offen. Die Verpflichtung des niederländischen Linksverteidigers Wilfred Bouma scheint nach dem tragischen Tod dessen Managers in weite Ferne gerückt. Der 32-jährige Ex-Teamspieler wäre als Ersatz für den bis Winter verletzten Andreas Ulmer (Adduktorenriss) angedacht gewesen. "Wir müssen zuerst schauen, ob wir das selbst hinbringen", erklärte Stevens.

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