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Edlinger hat keine budgetären Sorgen © APA (Archiv/Artinger)

In den vergangenen beiden Jahren ist das Budget des österreichischen Fußball-Rekordmeister SK Rapid mit Millionentransfers

In den vergangenen beiden Jahren ist das Budget des österreichischen Fußball-Rekordmeister SK Rapid mit Millionentransfers aufgefettet worden. 2008 wurden für Ümit Korkmaz kolportierte drei Millionen Euro kassiert, im Vorjahr brachten Erwin Hoffer und Stefan Maierhofer gemeinsam rund sieben Millionen. Der geplante Transfer von Jelavic zu den Glasgow Rangers ist nun aber zumindest vorerst geplatzt.

Also könnte der sommerliche Geldregen diesmal ausbleiben, was Club-Präsident Rudolf Edlinger aber keine schlaflosen Nächte bereitet. Im 16-Millionen-Budget von Rapid für diese Saison sind Erlöse aus Spielerverkäufen eingeplant - in welcher Höhe, wollte Edlinger nicht verraten. Ein Wegfall dieses Postens ist nach den Angaben des ehemaligen Finanzministers "nicht unerheblich", würde aber auch keine großen Turbulenzen nach sich ziehen. "Umbringen würde uns das nicht."

Deshalb werde es "aus heutiger Sicht" weder vor dem 31. August noch im Winter Notverkäufe geben. "Wir sind ja auch jetzt nicht herumgelaufen und haben gerufen: 'Bitte kauft's uns den Jelavic ab.'"

Ob mit oder ohne Jelavic-Transfer - die goldenen Zeiten der Vorsaison, als dank der Wechsel von Hoffer und Maierhofer sowie der Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase eine Bilanzsumme von 25 Millionen Euro erwirtschaftet wurde, werden sich wohl selbst bei einem Aufstieg gegen Aston Villa nicht mehr wiederholen.

Immerhin ist der Verein dank des vergangenen Spieljahres laut Edlinger endgültig saniert. "Wir haben mit dem Geld unsere Befindlichkeiten gedeckt und einen leichten Überschuss erwirtschaftet. Rapid ist schuldenfrei", erklärte der 70-Jährige. Die für diese Europacup-Saison budgetierten Einnahmen von 500.000 Euro seien schon durch das Duell mit Aston Villa gesichert.

Mit dieser soliden wirtschaftlichen Basis im Hintergrund stellt sich Edlinger im November "aller Voraussicht nach" der Wiederwahl als Rapid-Präsident. "Dazu haben mich viele Sponsoren und Fans gedrängt, die mit meiner Amtsführung zufrieden sind. Und da halte ich es mit Bruno Kreisky: 'Man kann nie genug Lob bekommen.'"

Noch vor seiner sicher scheinenden Wiederwahl muss sich Edlinger mit einer wichtigen Bundesliga-Personalie beschäftigen. Ende September steht die Entscheidung über den künftigen Bundesliga-Vorstand an, der laut Statuten vom Aufsichtsrat bestimmt wird. Edlinger will darüber aber auch in der Präsidentenkonferenz verhandeln und kann sich eine Unterstützung für den bisherigen Vorstand Georg Pangl vorstellen.

"Ich habe kein Problem mit ihm, und was man bisher gehört hat, welche andere Kandidaten es geben soll (Anm.: Kolportiert werden Wolfgang Rebernig, Toni Pichler und Reinhard Nachbagauer), kann ich mir nicht vorstellen, dass einer von denen Pangl vom Stockerl haut", meinte Edlinger. Pangl habe seine Arbeit "im Großen und Ganzen und nach seinen Rahmenbedingungen ordentlich erledigt. Große Versäumnisse kann man ihm nicht vorwerfen", meinte der Wiener.

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