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Rinner war als Club-Präsident zurückgetreten © APA (Archiv/Leodolter)

Hans Rinner hat am Donnerstag im Play-off-Hinspiel zur Fußball-Europa-League gegen Juventus als einfaches Vereinsmitglied von

Hans Rinner hat am Donnerstag im Play-off-Hinspiel zur Fußball-Europa-League gegen Juventus als einfaches Vereinsmitglied von Sturm Graz im Stadion Platz genommen. Obwohl er die "Blackies" nach dem Konkurs wieder zu alter Stärke geführt und noch vor drei Monaten als Club-Präsident den Cupsieg gefeiert hatte, bezahlte der 47-Jährige seine VIP-Karte aus der eigenen Tasche.

"Aber das habe ich gerne getan. Und wenn keine Tickets mehr aufgelegen wären, hätte mir der Verein sicher eines zur Verfügung gestellt", erklärte Rinner.

Am 25. Mai hatte der Bundesliga-Präsident im Rahmen einer Vorstandssitzung bei Sturm überraschend den Hut genommen - und zwar aus freien Stücken, wie er betonte. Allerdings hatte es schon zuvor im Vorstand rumort. Viele Mitglieder der Clubspitze waren mit der Amtsführung des Unternehmers unzufrieden, stießen sich an Rinners Doppelfunktion und warfen ihm egozentrisches Verhalten vor.

Für diese Anschuldigungen kann der Steirer im Nachhinein sogar etwas Verständnis aufbringen. "Ich musste mich um viele Kleinigkeiten kümmern, weil nach Hannes Kartnig viel aufzuarbeiten war. In der Anfangsphase hatte ich nicht die Zeit, um zu delegieren. Später schon, aber da habe ich es nicht gemacht, und das ist mir als Überheblichkeit ausgelegt worden", erinnerte sich Rinner.

Der Liga-Chef forderte aber auch Anerkennung für sein Engagement nach dem Amtsantritt im Jänner 2007. "Man muss sich anschauen, wo der Verein war, als ich gekommen bin, und wo er jetzt ist", konterte Rinner seinen Kritikern. "Ein echtes Resümee über meine Zeit kann man sowieso erst nach einer gewissen Zeit ziehen."

Das Verhältnis zur neuen Vereinsführung sei auf jeden Fall intakt. "Wenn Fragen auftauchen, wird kommuniziert, dann helfe ich. Aber aktiv bringe ich mich nicht ein, sonst hätte ich ja gleich bleiben können", erklärte Rinner, der seinen Rückzug nach eigenen Angaben auch drei Monate danach nicht bereut. "Wenn man so einen Schritt macht, ist das natürlich mit Wehmut verbunden. Doch jeder Tag, an dem ich mehr Abstand gewinne, ist mit mehr Lebensqualität verbunden. Ich bin heute sicher entspannter als noch vor ein paar Monaten."

Dass ihm durch den Rückzug als Clubfunktionär die Hausmacht als Bundesliga-Präsident fehlt, bestritt Rinner und wies lieber auf die jüngst abgeschlossenen Kontrakte hin. "Wir haben den bestdotierten TV-Vertrag überhaupt unter Dach und Fach gebracht und mit dem Bewerbssponsor verlängert. Außerdem haben wir eine gute Zusammenarbeit mit dem ÖFB."

Kritik an seiner mittlerweile beendeten Doppelfunktion lässt Rinner nach wie vor nicht gelten. "Ich habe Clubinteressen nie mit Liga-Interessen vermengt", beteuerte der Ex-Sturm-Boss, der im Abschied vom Verein sowohl Vor- als auch Nachteile sieht. "Ich habe jetzt mehr Zeit für die Bundesliga. Aber als Clubfunktionär kennt man die Sorgen der Vereine besser, und wenn ich länger weg bin, werden hier die Defizite sicher noch größer werden", vermutete Rinner.

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