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Die Hoffnung stirbt zuletzt © APA (Krugfoto)

Dietrich Mateschitz hatte als einer der Ersten das Weite gesucht. Der Red-Bull-Boss hatte auch schon glücklicher ausgesehen.

Dietrich Mateschitz hatte als einer der Ersten das Weite gesucht. Der Red-Bull-Boss hatte auch schon glücklicher ausgesehen. Für sein Fußball-Team ist der Traum von der Champions League schon nach dem Play-off-Hinspiel gegen Hapoel Tel Aviv in weite Ferne gerückt. Nach der 2:3-Heimniederlage am Mittwoch in Wals-Siezenheim muss Österreichs Meister am Dienstag in Israel zumindest zwei Tore erzielen.

Die Salzburger erlebten damit ein kleines Deja-vu. Schon im Vorjahr hatte es gegen den damaligen israelischen Meister Maccabi Haifa in derselben, finalen Quali-Phase zu Hause ein 1:2 gesetzt. In Israel kamen die Bullen dann sogar mit 0:3 unter die Räder. "Hapoel ist noch stärker als Maccabi, das haben wir gewusst", versicherte Salzburg-Trainer Huub Stevens. "Wir sind es auch - trotzdem hat es noch immer nicht gereicht."

Salzburg steht zumindest wie im Vorjahr in der Gruppenphase der Europa League, ganz abschreiben will Stevens aber auch die Königsklasse noch nicht. "Unsere Chancen stehen jetzt 30:70. Die 30 Prozent wollen wir nützen", versicherte der Niederländer. Die quirligen Offensivspieler von Hapoel hatten sein Team aber immer wieder vor unlösbare Probleme gestellt. Zu Hause hat der israelische Double-Gewinner zudem seit September 2009 kein Spiel mehr verloren - schon gar nicht mit zwei Toren Unterschied.

Die Qualität wollte Stevens seiner Mannschaft nicht absprechen. "Wir sind überzeugt, dass wir es einmal schaffen in die Champions League", betonte der 56-Jährige, der mit Schalke 1997 den UEFA-Cup gewonnen hatte. Auf diesem Niveau werde allerdings jeder Fehler sofort bestraft - Fehler, wie sie auch die Israeli in der Hintermannschaft gemacht hätten. "Wir haben aber nicht genug Qualität gebracht, diese zu nützen", erklärte Stevens.

Gerade Leistungsträger wie etwa der zuletzt sehr starke Gonzalo Zarate waren unter ihren Erwartungen geblieben. "Nicht alle Spieler waren bei 100 Prozent", meinte Stevens. "Das wäre aber nötig gewesen." Dazu kam der ungünstige Spielverlauf mit einem Elferfoul von Franz Schiemer nach 54 Sekunden. "Das war völlig unnötig", gestand der Defensiv-Allrounder. Schiemer ist damit ebenso wie Jakob Jantscher im Rückspiel gesperrt.

Nigerias WM-Torhüter Vincent Enyeama hatte den Strafstoß mit eindrucksvoller Sicherheit verwertet, damit die Salzburger Taktik früh über den Haufen geworfen. "Wir wollten zu Null spielen", erinnerte Salzburg-Keeper Gerhard Tremmel, "Das aufzuholen wird jetzt sehr schwer." Die Tore von Nikola Pokrivac (28.) und Roman Wallner (67./Elfmeter) dürften zu wenig sein. "Wir müssen als Kollektiv besser abgestimmt sein", meinte Tremmel.

Tatsächlich war die Mannschaft vor Saisonstart wieder einmal an vielen Positionen verändert worden. Sturmtank Joaquin Boghossian war vor nicht einmal einem Monat, der Brasilianer Alan erst vor einer Woche nach Salzburg gekommen - beide für angeblich mehr als drei Millionen Euro. Automatismen können sich da noch nicht entwickelt haben. "Manche Spieler benötigen Zeit", hatte Stevens gemeint. "Die bekommt man im Fußball aber nicht."

Die Israeli dagegen präsentierten sich als eingespieltes, im Konter gefährlicheres Team. "Unser Plan ist aufgegangen", sagte Hapoel-Trainer Eli Guttman. "Wir haben clever gespielt." Von der Champions League will er aber noch nicht ausgehen. "Wir müssen bescheiden bleiben. Salzburg ist eine sehr gute Mannschaft, daher sind wir noch nicht durch", betonte Guttman. "Wir brauchen noch eine Woche Bescheidenheit und 90 Minuten Konzentration."

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