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Ried ist das Team der Stunde © APA (Hochmuth)

Die SV Ried und der FC Wacker Innsbruck sind in der Fußball-Bundesliga derzeit die Teams der Stunde. Die Oberösterreicher (12

Die SV Ried und der FC Wacker Innsbruck sind in der Fußball-Bundesliga derzeit die Teams der Stunde. Die Oberösterreicher (12 Punkte) deklassierten am Samstag in der fünften Runde auswärts den SC Magna Wiener Neustadt mit 5:0 und stehen nach dem vierten Sieg in Folge weiterhin an der Tabellenspitze.

Dahinter folgt gleich der Aufsteiger aus Tirol (10), der noch das schwere Auswärtsspiel in Salzburg vor sich hat, nach einem völlig verdienten 2:0-Heimsieg gegen den weiterhin punktelosen LASK. Die Austria (8) blieb hingegen mit dem 1:1 in Kapfenberg zum dritten Mal in Folge sieglos.

In Wiener Neustadt sorgten Guillem mit einem Triplepack und Ivan Carril mit einem weiteren Treffer für eine "spanische Fiesta". "Es freut mich sehr, die Mannschaft hat aber perfekt gearbeitet", gab der Dreifach-Torschütze das Lob auch an seine Teamkollegen weiter. Den fünften Treffer steuerte letztlich Thomas Schrammel bei, für das Trio war es der erste Bundesligatreffer. "Es ist ein Wahnsinn", betonte Schrammel.

Die Rieder haben damit in dieser Saison nach dem dritten Erfolg in der Fremde schon öfter auswärts gewonnen, als in der gesamten vergangenen Saison (2 Siege). "Es ist eine Sternstunde", freute sich Coach Paul Gludovatz. Seine Schützlinge egalisierten damit den bisher höchsten Bundesliga-Auswärtssieg der Vereinsgeschichte, am 29. September 2000 hatten sie auswärts bei der Admira ebenfalls mit 5:0 gewonnen.

Allzu euphorisch ist man im Lager der Oberösterreicher aber trotz des ausgezeichneten Saisonstarts nicht. "Ich bin Realist genug, um zu wissen, dass mit unserem überschaubaren Budget auf Dauer gesehen nicht allzu viel möglich ist", stapelte Gludovatz tief. Und Stefan Lexa fügte hinzu: "Wir haben Wiener Neustadt eine Lehrstunde erteilt. Wir wissen aber, dass der erste Platz nur eine Momentaufnahme ist."

Für die Hausherren gab es hingegen im "Spitzenspiel der Runde" den zweiten Tiefschlag in Folge nach dem bitteren Cup-Aus in der ersten Runde gegen Dornbirn. "Nach dem tollen Saisonstart geht es zurück an den Start. Wir müssen die Lehren daraus ziehen. Das Team ist leider noch nicht so gefestigt wie erhofft", analysierte ein enttäuschter Wiener-Neustadt-Trainer Peter Schöttel die höchste Bundesliga-Niederlage der Magna-Truppe.

Harte Worte kamen auch von Kapitän Hannes Aigner, der sich noch am meisten gegen die Niederlage gestemmt hatte. "Einstellung und Laufbereitschaft waren nicht vorhanden, es war keine Leidenschaft am Platz zu sehen. Wenn man den Anspruch hat, höher oben mitzuspielen, dann war das eindeutig zu wenig", meinte der Magna-Stürmer.

Genauso wie in Wiener Neustadt gab es auch am Innsbrucker Tivoli lachende und weinende Gesichter. "Bei uns stimmt derzeit einfach die Mischung. Jetzt geht es darum, sich auf dem hohen Niveau zu konsolidieren", forderte Wacker-Coach Walter Kogler vor den nächsten beiden Topspielen bei der Austria und gegen Ried. Beim 2:0-Sieg gegen den LASK hatte der frühere Innsbruck-Kicker jedenfalls auch Schattenseiten bei seiner immer noch ungeschlagenen Mannschaft gesehen. "Vor der Pause haben wir uns schwergetan, sind aber durch viel Arbeit auf die Erfolgsstraße gekommen", fasste Kogler zusammen.

Für sein Gegenüber Helmut Kraft war die fünfte Niederlage en suite besonders bitter, immerhin hat der LASK-Coach als gebürtiger Tiroler und Ex-Tirol-Coach einen besonderen Bezug zum Aufsteiger. "Es ist die Unkonzentriertheit und individuelle Fehler, die uns um die Früchte bringen. Das System an sich funktioniert", sagte Kraft. Auf die Linzer warten nun mit Rapid (H), Salzburg (A) und Sturm (H) drei ganz schwere Brocken. "Ich werde auch gegen Rapid unser Spiel nicht umstellen. Wir müssen nur unsere Fehler vermeiden", gab sich Kraft kämpferisch.

Dass sein Stuhl allmählich immer mehr zu wackeln beginnt, scheint dem Coach bewusst zu sein. "Ich hinterfrage meine Arbeit immer, sei es nach Niederlagen oder nach einem 3:0-Sieg." Auf die Frage, ob er noch der richtige Mann beim LASK sei, antwortete Kraft, diese Entscheidung treffe nicht er: "Das müssen sie Präsident Reichel fragen. Die Chemie zwischen mir und den Spielern stimmt jedenfalls." Hoffnung gibt den Linzern das Comeback von Alexander Zickler, der gegen die Tiroler bereits eingetauscht wurde.

Nicht in Topform präsentiert sich derzeit die Wiener Austria. Die Elf von Coach Karl Daxbacher blieb mit dem 1:1 in Kapfenberg zum dritten Mal in Folge sieglos. "In Wirklichkeit haben wir uns den Sieg nicht verdient", musste sich auch Daxbacher eingestehen. Seine Truppe kämpft am Donnerstag im Rückspiel des Play-off gegen Aris Saloniki (Hinspiel 0:1) um den Einzug in die Europa League. Die Steirer blieben demgegenüber dank Deni Alar, der seinen zehnten Bundesligatreffer erzielte, zum dritten Mal hintereinander ungeschlagen.

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