vergrößernverkleinern
Fehleranfälliges Tel Aviv will noch viel erreichen © APA (epa)

Es war ein Freudenfest in Rot. "Campeones, campeones", schallte es in den Schlusssekunden durch das Bloomfield Stadium. Hapoel

Es war ein Freudenfest in Rot. "Campeones, campeones", schallte es in den Schlusssekunden durch das Bloomfield Stadium. Hapoel Tel Aviv hatte erstmals in der Clubgeschichte die Gruppenphase der Champions League erreicht, Österreichs Meister Red Bull Salzburg blieb am Dienstag wieder einmal nur die Rolle des Gratulanten. Im Vorjahr waren die Salzburger im Play-off an Maccabi Haifa gescheitert.

"Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass israelische Mannschaften Teams aus Österreich ausschalten und in der Champions League spielen", erinnerte Hapoel-Trainer Eli Guttman. "Salzburg hat eine starke Mannschaft und ein großes Budget." So groß, dass Hapoel nur davon träumen könne, hatten israelische Medien in der Vorberichterstattung betont.

Während Österreich seit Rapid 2005 auf einen CL-Teilnehmer wartet, schaffte es zum zweiten Mal in Folge ein israelischer Vertreter in die Millionenliga. Maccabi hatte dort im Vorjahr allerdings nach dem Aufstieg gegen Salzburg weder einen Punkt gemacht, noch ein Tor erzielt. "Das wird uns nicht passieren. Wir werden alles versuchen, um den israelischen Fußball würdig zu vertreten", versprach Guttman. Neue Spieler will er dafür keine holen.

Seine Mannschaft hatte vor allem im Hinspiel in Salzburg (3:2) überzeugt, im Rückspiel (1:1) wirkte sie fehleranfällig - und sicher nicht unschlagbar. "Manchmal muss man auch klug spielen", betonte Guttman. "Das ist uns heute gelungen." Salzburg habe zwar mehr Ballbesitz gehabt, aber kaum zwingende Torchancen. "Wir haben auf Ergebnis gespielt. Schönen Fußball, den haben wir in Salzburg geboten", erinnerte der Hapoel-Trainer.

Trotz des historischen Aufstiegs wurde die Leistung nicht unkritisch betrachtet. "Ich habe Hapoel schon lange nicht mehr so schwach gesehen", sagte ein israelischer Journalist. "Es war nicht schön, aber Hapoel wird es kein bisschen kümmern", schrieb die "Jerusalem Post". Eran Zahavi hatte das kleine Bloomfield Stadium in der Hafenstadt Jaffa bei Tel Aviv mit seinem Ausgleich in der Nachspielzeit in ein Tollhaus verwandelt.

Dort will Hapoel auch seine Champions-League-Heimspiele austragen - obwohl die UEFA das für 13.000 Besucher zugelassene Oval dafür für untauglich erklärt hatte. Alternative wäre das Nationalstadion Ramat Gan. "Wir werden alles daran setzen, in Bloomfield zu spielen", versprach Guttman. Der Heimvorteil solle schließlich ein Heimvorteil bleiben - auch in der Millionenliga.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel