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Austria will Chancen besser nützen © APA (Neubauer)

Der FK Austria Wien hat am Sonntag (16.00 Uhr) in der 6. Runde der Fußball-Bundesliga gegen Wacker Innsbruck die Chance, zwei

Der FK Austria Wien hat am Sonntag (16.00 Uhr) in der 6. Runde der Fußball-Bundesliga gegen Wacker Innsbruck die Chance, zwei Fliegen auf einen Streich zu erledigen. Einerseits kann sich der Vizemeister im Horr-Stadion drei Tage nach dem Scheitern in der Europa League gegen Aris Saloniki bei seinen Fans rehabilitieren und andererseits die drei Runden währende Sieglosigkeit in der Liga beenden.

Dabei reichte es gerade einmal zu einem erzielten Liga-Tor. "Wir haben nach dem Europacup-Aus keine Zeit, viel zu überlegen und nachzudenken. Wir müssen drei Punkte machen, um im oberen Tabellendrittel zu bleiben. Jetzt gilt unsere volle Konzentration der Meisterschaft", appellierte Thomas Parits, der Sport-AG-Vorstand des Tabellenvierten. Und auch Karl Daxbacher bläst ins gleiche Horn. Seine Elf sei punktemäßig hinten, sie brauche unbedingt den Sieg.

"Dabei geht es nicht um Attraktivität, es kommt allein nur auf das Resultat an. Wacker ist stark im Konter, wir müssen die Initiative ergreifen", hämmerte der Austria-Trainer seinen enttäuschten Mannen immer wieder ein. Sieht man vom ÖFB-Cup ab, laufen die Favoritner schon fünf Partien einem vollen Erfolg hinterher. Daxbacher glaubt aber nicht, dass die Spieler dadurch einen Knacks bekommen könnten. "Dann wären sie ohnehin fehl am Platz."

Obwohl der jüngste Sieg der Tiroler im Horr-Stadion vom 10. Oktober 2001 (1:0 durch Mair) datiert, die Gäste danach in neun Spielen zur zwei Remis (0-2-7) erreichten und in den jüngsten 16 Duellen mit den Wiener (1-5-10) auch nur einen Sieg (28. Okkober 2007 in Innsbruck 2:0) holten, vermutet der Austria-Trainer: "Sie sind mit viel Selbstvertrauen ausgestattet". Schließlich sind sie als einziger Verein in der Bundesliga noch ungeschlagen.

Auch Daxbachers Widerpart spricht mit Respekt über den Gegner. "Austria ist spielstark, vielleicht jetzt ein bisschen ins Trudeln geraten. Wir sind super drauf, daher kann man durchaus von einem Schlagerspiel der Runde sprechen. Das hätten wir uns als Aufsteiger nicht vorstellen können, nun ist es Wirklichkeit und herrlich", meinte Walter Kogler, dessen Elf heuer mit einem 4:0 über Rapid in die Saison gestartet war. Dennoch mahnte er zur Vorsicht.

"Austria praktiziert ein gepflegtes Kurzpassspiel. Es wird darauf ankommen, wie sehr wir sie beschäftigen können", sagte der Kärntner. Das Aus des Gegners in der Europa League schätzt er nicht als psychologische Vorteil ein. Vielmehr hofft er, dass die Violetten eher Kraft haben liegen lassen. "Ich hätte jedoch gerne gesehen, wenn alle Vereine aufgestiegen wären", erklärte Kogler, dessen Truppe seit 23. April in Liga-Spielen (8-2-0) ungeschlagen ist. Das Gefühl der Niederlage bekam sie zuletzt gegen die Austria Amateure mit 1:2 in Wien zu spüren.

Auch die Austria, der durch das Europacup-Ende eine Million Euro an nicht budgetierten Einnahmen entging, freute sich nach der Verarbeitung der großen Enttäuschung mit den heimischen Aufsteigern. "Gratulation an Salzburg und Rapid. Wir hoffen, dass sie viele Punkte für die Wertung holen", sagte Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer, während Daxbacher auf die baldige Rückkehr von Kapitän Milenko Acimovic und Mittelfeldmotor Zlatko Junuzovic hofft.

Vor allem das Fehlen des Slowenen dauert ihm schön langsam fast zu lange. Die Zyste und Ablagerungen im Knie des Legionärs sind weg, die Ärzte und die Physio-Therapeuten haben auch schon grünes Licht gegeben. "Nach viermonatiger Pause muss er irgendwann zwei bis drei Wochen voll mittrainieren. Ich stelle es ihm frei, wann er anfängt. Aber ich will, dass er es versucht", sagte der Trainer. Parits ist überzeugt: "Er wird wieder kommen!"

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