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Der Niederländer kam ablösefrei von Hull City © APA (Pfarrhofer)

Ein "neues Kapitel", ein "schönes Abenteuer" soll es für den Niederländer Jan Vennegoor of Hesselink bei Österreichs

Ein "neues Kapitel", ein "schönes Abenteuer" soll es für den Niederländer Jan Vennegoor of Hesselink bei Österreichs Fußball-Rekordmeister Rapid werden. Der 31-jährige Stürmer mit internationaler Erfahrung in Nationalteam und Champions League, der am Tag davor als Ersatz für den abgewanderten Nikica Jelavic einen Zweijahresvertrag bei den Grün-Weißen unterzeichnete, wurde nun präsentiert.

Auch die Dressen mit dem längsten Namen in der Bundesliga lagen schon bereit. Selbst ein von Regenwolken völlig bedeckter Hütteldorfer Morgenhimmel konnte rund 80 Fans nicht davon abhalten, der Neuverpflichtung beim Auslaufen mit den neuen Teamkollegen auf die Beine zu schauen. Im Anschluss schätzte sich Trainer Peter Pacult "sehr glücklich, dass der Transfer noch geklappt hat. Er wird uns von der Erfahrung her sicher weiterhelfen". Und er forderte auch ein wenig Geduld mit dem 1,92-m-Mann ein. "Er stand jetzt nur im Training, man muss ihm Zeit geben, sich einzugewöhnen."

Hocherfreut zeigte sich auch Sportdirektor Alfred Hörtnagl. "Uns ist ein internationaler Coup geglückt. Er ist etwas Besonderes, hat internationale Erfahrung und eine unglaubliche Torquote." Der Name des ehemaligen PSV-Eindhoven- sowie Celtic-Glasgow-Akteurs sei vor etwa drei Wochen auf seinem Tisch gelandet. "Es war nicht leicht, weil die Zeit gedrängt hat. Dass er keine Ablöse gekostet hat, war aber kein entscheidender Grund."

Vennegoor of Hesselink selbst, der schon im Vorjahr ablösefrei erst im September zu Hull City gekommen war, hatte "viele, auch gute Angebote", aber offenbar keine Eile. "Ich hatte keinen Druck. Kommt Zeit, kommt Rat", hat mein Vater gesagt. Schließlich kam Rapid. Der Einzug in die Europa-League-Gruppenphase sei zwar "sehr schön", der Wechsel habe "aber nicht so viel mit Europa zu tun. Wien ist eine schöne Stadt, Rapid hat mir gleich ein gutes Gefühl gegeben. Ich bin ein Mensch, der aus dem Gefühl heraus Entscheidungen trifft".

Die abgelaufene Saison, in der er mit Hull City aus der englischen Premier League abstieg und in 31 Partien nur 3 Tore erzielte, will er vergessen machen. "Es war ein schwieriges Jahr. Wir haben gegen den Abstieg gekämpft, die Liga ist schwer, speziell zwischen den Plätzen 10 und 20. Und es hat auch abseits des Platzes Probleme gegeben. Die Premier League war für mich eine schöne Erfahrung, aber fußballerisch war es nicht immer so, wie es sein sollte."

Vennegoor of Hesselink, der sich seine profunden Deutschkenntnisse in der Schule und beim TV-Studium der deutschen Bundesliga angeeignet hat, hat sich eigenen Angaben nach sehr wohl mit der österreichischen Liga auseinandergesetzt. "Ja, schon allein, weil viele Niederländer für Salzburg und Trainer Huub Stevens spielten und spielen." Zudem holte er per Internet Informationen ein, studierte auch die an Erfolgen reiche Historie seines neuen Vereins.

Die Rückkehr in die "Elftal", für die der zweifache Familienvater 19 Spiele absolvierte, habe keine Priorität. "Natürlich wäre das schön. Aber wenn man schaut, wer derzeit im Team spielt, dann muss man ehrlich und realistisch sein. Für mich ist der Fokus auf Rapid wichtig." Auch der Titel des Torschützenkönigs - den er 2005 bei PSV holte - muss es nicht unbedingt werden. "Ich habe nicht immer, Tor, Tor, Tor' im Kopf", betonte Vennegoor of Hesselink, "ich bin auch zufrieden, wenn ich gut spiele und die anderen Tore schießen".

Was das Spielsystem betrifft, sei er flexibel. "Ich kenne alle Systeme aus eigener Erfahrung, aber ich mag es besonders, wenn mit zwei Stürmern gespielt wird, da hast du die Unterstützung eines anderen."

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