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Jürgen Macho könnte am Dienstag im Tor stehen © APA (Gindl)

Österreichs Fußball-Nationalteam geht mit drei Einser-Goalies in die EM-Qualifikation - dies behauptet zumindest

Österreichs Fußball-Nationalteam geht mit drei Einser-Goalies in die EM-Qualifikation - dies behauptet zumindest ÖFB-Tormann-Trainer Franz Wohlfahrt. Der Ex-Internationale weigerte sich, den Stamm-Keeper für das Duell mit Kasachstan am Dienstag in Salzburg bekanntzugeben und hob stattdessen die Stärken der drei Anwärter Jürgen Macho, Christian Gratzei und Michael Gspurning hervor.

"Alle drei sind nicht nur gesund, sondern auch hervorragend in Form. Das wird die Entscheidung nicht leicht machen", sagte der 46-Jährige am Mittwoch im Teamcamp in Flachau. "Derjenige, der spielt, ist die Nummer eins, aber die anderen sind nicht Nummer zwei und drei. Für mich sind alle Drei absolut in der Lage, der Nationalmannschaft zu helfen. Deswegen gibt es für mich drei Einser-Goalies."

Trotz aller Relativierungen scheint jedoch klar, dass jener Torhüter, der gegen die Kasachen einläuft, auch im weiteren Verlauf der EM-Qualifikation mit einem Stammplatz rechnen darf. "Wenn derjenige, der gegen Kasachstan spielt, danach bei seinem Verein solide Leistungen bringt, kann man davon ausgehen, dass er auch gegen Aserbaidschan (Anm.: nächste Quali-Partie am 8. Oktober in Wien) im Tor stehen wird", erklärte Wohlfahrt. Er ergänzte gleichzeitig aber auch, es handle sich dabei nicht um eine "Entscheidung für immer".

Ein klares Bekenntnis zu einem unumstrittenen Stammgoalie dürfte also in Zukunft ausbleiben, womit eine Situation entsteht, in der sich der Ex-Austria-Schlussmann in seiner aktiven Zeit überhaupt nicht wohl gefühlt hätte. "Früher war ich selbst gern die Nummer eins, jetzt bin ich in einer anderen Position und habe nicht nur an Körpergewicht zugenommen, sondern vielleicht auch an Hirn", vermutete Wohlfahrt.

Wer auch immer das Rennen für sich entscheiden wird - das Trio Macho/Gratzei/Gspurning wird voraussichtlich die gesamte EM-Qualifikation im Kader aufscheinen. "Sofern es keine Probleme bei den Vereinen gibt, kann man davon ausgehen, dass sie zur Mannschaft gehören werden", meinte Wohlfahrt.

Während Helge Payer, vor nicht einmal einem Jahr noch erster ÖFB-Keeper, mit seinem Stammplatz bei Rapid auch sein ÖFB-Leiberl verlor, zählen Gspurning (Xanthi), Gratzei (Sturm Graz) und Macho (Panionios) in ihren Vereinen zur Anfangsformation. Letzterer lehnte im Sommer Angebote aus der deutschen Bundesliga ab, weil er dort wohl nur auf der Bank gesessen wäre. "Für mich war es immer ein hohes Ziel, in der EM-Qualifikation zu spielen. Das habe ich auch vor dem Wechsel zu Panionios im Hinterkopf gehabt. Als Nummer zwei im Club wäre es schwierig gewesen, ins Nationalteam zu kommen", sagte der Wiener, der als Favorit im Kampf ums Einser-Leiberl gilt.

Konkurrenz kommt von Gratzei, der zuletzt mit einer souveränen Leistung beim 0:1 gegen die Schweiz Werbung in eigener Sache machte. "Für mich spricht der unbändige Wille, aber das werden die anderen auch für sich in Anspruch nehmen", erklärte der Steirer. Sein engerer Landsmann Gspurning hob das gute Verhältnis zwischen den Tormännern hervor. "Wir verstehen uns sehr gut. Egal, wer spielt, die anderen werden zu 100 Prozent hinter ihm stehen."

Allein schon aufgrund der jüngsten Bilanz kommt auf den künftigen Stamm-Keeper eine besondere Herausforderung zu. Seit dem 0:0 in Wien gegen Tunesien im November 2007 kassierte die ÖFB-Elf in den vergangenen 25 Länderspielen immer zumindest ein Gegentor, den bisher jüngsten Zu-Null-Sieg gab es im Oktober 2005 mit dem 2:0 in Wien gegen Nordirland. "Das habe ich gar nicht gewusst, aber jetzt haben wir ein schönes Ziel", schmunzelte Wohlfahrt.

Die erste große Chance auf einen Erfolg ohne Gegentor bietet sich bereits am Donnerstagnachmittag, wenn das Nationalteam in Flachau gegen den FC Schladming testet. Als Einstimmung unternahmen die ÖFB-Kicker am Mittwochvormittag eine rund sechs Kilometer lange "Orientierungswanderung" rund um die Heimatgemeinde von Hermann Maier, Bogenschießen und Geschicklichkeitsübungen an einer Kletterwand inklusive.

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