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Constantini lässt Aufstellung noch offen © APA (Neubauer)

Das österreichische Fußball-Nationalteam ist sich seiner Favoritenrolle zum Auftakt der EM-Qualifikation am Dienstag in

Das österreichische Fußball-Nationalteam ist sich seiner Favoritenrolle zum Auftakt der EM-Qualifikation am Dienstag in Salzburg wohlbewusst. Der Gegner Kasachstan wird aber alles andere denn auf die leichte Schulter genommen. ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini zeigte seiner Mannschaft am Freitag ein Video von einer 1:2-Niederlage der Kasachen vor einem Jahr in der WM-Quali in der Ukraine.

Constantinis Fazit: "Eine kompakte Mannschaft, die gut verschiebt. Vor allem in der Mitte stehen sie sehr kompakt." Dementsprechend erwartet der Tiroler ein Geduldsspiel, lange Seitenwechsel sollen eines der Mittel zum Erfolg sein. "Die Kasachen werden sich zu Zehnt am eigenen Sechzehner aufbauen. Wir werden kaum Räume finden", meinte Außenverteidiger Christian Fuchs, der nach Rückenproblemen am Freitag wieder ins Training einsteigen wollte.

Mit welcher Aufstellungsvariante er den Abwehrwall zu knacken versucht, ließ Constantini offen - wenngleich er seine Formation schon weitestgehend im Kopf haben will. Mit den Stoßstürmern Marc Janko, Stefan Maierhofer und Roland Linz sowie den quirligen Martin Harnik, Erwin Hoffer und Roman Wallner stehen ihm sechs verschiedene Angreifertypen zur Verfügung. "Wir haben eine gute Mischung an großen und kleinen Stürmern im Kader", sagte Constantini. Jeder davon könne den Kasachen auf seine Art wehtun.

Gesetzt dürfte Kapitän Janko sein, dazu könnten nach dem Schützenfest am Donnerstag im freundschaftlichen Test gegen den FC Schladming (22:0) noch zwei Offensivkräfte auf den Flügeln ihre Chance erhalten. Gegen den Fünftligisten war vor der Pause Hoffer mit Janko gestürmt, Constantini wollte die Aufstellung aber nicht überbewerten - und schon gar nicht das Ergebnis. "Wichtiger war mir, dass alle mit 100-prozentig professioneller Einstellung bei der Sache waren", betonte der Teamchef. "Das war nicht immer so."

Generell ist Constantini mit der ersten Hälfte der zehntägigen Zusammenkunft zufrieden. Jede Einheit habe die Mannschaft nach vorne gebracht. "Normalerweise haben wir nicht die Zeit, daher kann man ein Nationalteam auch nie mit einer Vereinsmannschaft vergleichen", erinnerte der 55-Jährige, der sich am Wochenende mit Tormanntrainer Franz Wohlfahrt auf seinen Stammkeeper festlegen will. Im Kader befinden sich Christian Gratzei, Jürgen Macho und Michael Gspurning, die Wohlfahrt zuletzt als "gleichwertig" bezeichnet hatte.

Seine Equipe sieht Constantini noch enger zusammengerückt, über neu gebildete Hierarchien wollte er aber kein Wort verlieren. "Manche Spieler sind lauter, manche weniger laut. Es sind unterschiedliche Charaktere", erklärte der Teamchef. "Aus jemandem, der nicht so viel spricht, kann man niemanden machen, der permanent Kommandos gibt." Als Interimskapitän hatte zuletzt gegen die Schweiz (0:1) Fuchs fungiert, dabei aber auch einen Elfmeter verschossen.

Die Episode ist abgehakt, auch für den Mainz-Legionär zählt nur ein positiver Start in die EM-Qualifikation. "Wenn wir davon reden, müssen Siege gegen Kasachstan und (am 8. Oktober in Wien) gegen Aserbaidschan drinnen sein", betonte Fuchs. "Wir haben das Selbstvertrauen, dass wir zumindest diese Spiele gewinnen müssen." Zumal mit Belgien, der Türkei und Topfavorit Deutschland in Gruppe A danach noch ganz andere Kaliber warten.

"Wir müssen Geduld haben. Es wird sicher eine schwere Aufgabe, dessen sind wir uns bewusst. Aber wir haben die besseren Spieler", meinte Fuchs. Die kasachischen Kicker sind in Europa weitgehend unbekannt, unterschätzen werde man sie aber nicht. "Es ist eine Mannschaft, die wir respektieren", sagte Constantini. "Aber wir sind ganz klar hier, um drei Punkte zu machen." Alles andere wäre auch ein krasser Fehlstart in die EM-Qualifikation.

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