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4:4 gegen Zypern gleicht einer Niederlage © APA (epa)

Eine Blamage wie jene Frankreichs, das Weißrussland zu Hause mit 0:1 unterlag, blieb Portugal zwar erspart. Doch im Land des

Eine Blamage wie jene Frankreichs, das Weißrussland zu Hause mit 0:1 unterlag, blieb Portugal zwar erspart. Doch im Land des Vize-Europameisters 2004 empfand man das 4:4 gegen Zypern durchaus als Niederlage. Mit einem blauen Auge kam Italien davon, das in Estland ein 0:1 noch in einen 2:1-Erfolg verwandelte. Souveräne Vorstellungen lieferten Weltmeister Spanien, Niederlande und England ab.

Portugal lag vor eigenem Publikum zweimal im Rückstand, schien nach der 4:3-Führung durch Fernandes in der 60. Minute wieder auf Kurs zu sein. Mit einem Kopfballtreffer in der 89. Minute machte Andreas Avraam per Kopf aber die Schmach der Portugiesen perfekt. Trainer Carlos Queiroz sah wegen einer sechsmonatigen Sperre von der Tribüne aus, wie sein Team ohne den am Knöchel verletzten Superstar Cristiano Ronaldo gegen die konterstarken Gäste immer wieder in Probleme kam, vor allem die Verteidigung oftmals eine schlechte Figur machte. "Wir wussten, dass Zypern im Konter schnell ist, und wir konnten dem heute einfach nichts entgegenhalten", resümierte Queiroz-Ersatz Agostinho Oliveira. Am Dienstag wartet das Auswärtsspiel in Norwegen, das seinerseits beim 2:1-Erfolg in Island nicht überzeugen konnte.

Belohnt wurde hingegen das Zittern Italiens, das beim 2:1-Auswärtserfolg in Estland lange Zeit einem Rückstand nachlief und schließlich dank Antonio Cassano drei Punkte holte. Der von Ex-Coach Marcello Lippi hartnäckig ignorierte Stürmer von Sampdoria Genua avancierte unter dem neuen Coach Cesare Prandelli zum Matchwinner. Denn als die Italiener am Freitagabend in Tallinn zur Halbzeit nach einem Tor von Sergej Senjow (31.) 0:1 hinten lagen, zeichnete sich bereits das nächste Debakel ab.

Zuerst verwandelte er einen Eckball von Kapitän Andrea Pirlo selbst zum Ausgleich (60.) und legte nur drei Minuten danach mit der Ferse so genial für Leonardo Bonucci vor, dass der Verteidiger nur noch vollstrecken musste. Die Zeitungen in der Heimat überschlugen sich mit Lobeshymnen auf den jahrelang als "Enfant terrible" und nicht teamfähig verschrienen Süditaliener. "SantAntonio rettet Italien", schrieb die "Gazzetta dello Sport". Am Dienstag gastiert in Florenz die Auswahl der Färöer.

Wieder versöhnt mit ihrer Elf dürften die Engländer sein. Nach dem bitteren 1:4-Aus im Achtelfinale der Weltmeisterschaft gegen Deutschland gelang den "Three Lions" mit dem schön herausgespielten 4:0 über Bulgarien ein perfekter Start. "Wir waren heute exzellent", freute sich ein sichtlich erleichterter Trainer Fabio Capello, dem die britische Presse zuletzt hart zugesetzt hatte. "Ich bin froh, dass auch die Fans uns unterstützt haben." Das Boulevardblatt "Daily Mail" hielt zufrieden fest: "Endlich eine Mannschaft, die wie England aussieht."

"Wir haben einen guten Auftritt hingelegt", sagte Stürmer Jermain Defoe, dem gegen die insbesondere zu Beginn der zweiten Halbzeit gefährlichen Bulgaren ein Dreierpack gelang (2./61./85. Minute). "Ein Hattrick im Wembley-Stadion - das ist das beste Gefühl der Welt", schwärmte der Angreifer von Tottenham Hotspur, der sich in diesen Tagen eigentlich einem Eingriff in der Leistengegend hatte unterziehen sollen. Der eingewechselte Adam Johnson von Manchester City steuerte den vierten Treffer bei (82.).

Das 5:0 der Niederlande gegen San Marino war weniger wegen des Hattricks des Neo-Schalkers Klaas-Jan Huntelaar, sondern vor allem wegen eines Treffers von Ruud van Nistelrooy bemerkenswert. Der 34-Jährige war nur wegen einer Verletzung von Robin van Persie ins Team gerutscht, 2008 hatte er eigentlich seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Bei seiner Rückkehr erhielt er stehenden Ovationen: "Das ist ein außergewöhnlicher Moment", sagte van Nistelrooy, der Trainer Bert van Marwijk "mit großer Freude" auch weiterhin zur Verfügung stehen will. Die Spanier fertigten die "Zwerge" Liechtenstein 4:0 ab.

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