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Blanc und seine Elf brauchen wieder Siege © APA (epa)

Die "Grande Nation" ist im Fußball zu einer Lachnummer verkommen. Nach der sportlichen Pleite und dem peinlichen Auftritt der

Die "Grande Nation" ist im Fußball zu einer Lachnummer verkommen. Nach der sportlichen Pleite und dem peinlichen Auftritt der "Equipe Tricolore" bei der WM in Südafrika soll der einstige Weltmeister Laurent Blanc dem französischen Nationalteam wieder zu einem guten Ruf verhelfen. Doch der Auftakt in die EM-Qualifikation geriet mit einer 0:1-Heimniederlage gegen Weißrussland zur nächsten Blamage.

Nun hofft Blanc, dass der von den Medien vielzitierte Alptraum am Dienstag in Sarajevo gegen Bosnien-Herzegowina endet. "Wir müssen uns wieder fangen", erklärte Blanc, der aufgrund von Sperren (Ribery, Evra, Toulalan, Gourcuff), Rücktritten (Henry, Gallas) und Verletzungen (Nasri, Benzema) mit einer unerfahrenen Mannschaft den Neustart versuchte. "Nachdem, was am Freitag passiert ist, müssen wir bescheiden bleiben." Das Weißrussland-Spiel war für ihn "keine Überraschung, sondern eine Bestätigung. Wir hatten nicht die Spieler, die in der Nationalmannschaft regelmäßig treffen".

Die französischen Fans fragen sich daher, wer gegen Bosnien die Tore schießen soll, zumal sich am Freitag mit Loic Remy, Louis Saha und Guillaume Hoarau gleich drei Stürmer verletzten und ausfallen. Die Hoffnungen ruhen daher auf Karim Benzema. Der Stürmer von Real Madrid, der für die WM von Raymond Domenech nicht nominiert worden ist, fehlte gegen Weißrussland wegen einer Knöchelverletzung, ist aber wieder einsatzfähig. Weißrussland will im Heimspiel gegen Rumänien, das zu Hause gegen Albanien nur mit einem 1:1 begann, seinen Traumstart perfekt machen.

Der in Südafrika entthronte und ebenfalls maßlos enttäuschende Ex-Weltmeister Italien mühte sich am Freitag zu einem 2:1-Erfolg in Estland und empfängt mit den Färöern den nächsten Außenseiter. "Wir können viel, viel besser spielen. Der italienische Fußball hat viel mehr Qualität, als wir uns vorstellen, aber wir sind erst am Anfang", erklärte Cesare Prandelli. Für den neuen italienischen Teamchef ist die Partie ein echtes Heimspiel, steigt die Partie doch in Florenz, wo er zuletzt fünf Jahre als Trainer von Fiorentina tätig war, ehe er Marcello Lippi ablöste.

Prandelli hat mit dem ehemaligen Problemkind Antonio Cassano, der von Lippi nicht berücksichtigt worden ist, offenbar einen echten Glücksgriff gemacht. Cassano erzielte in Estland einen Treffer und bereitete den zweiten vor. "Er sieht seine Fehler der Vergangenheit ein. Bis jetzt hat er sich im Nationalteam wunderbar verhalten", so Prandelli. Serbien peilt im Heimspiel gegen Slowenien ebenfalls den zweiten Sieg in der Gruppe C an.

England (Gruppe G) hat sich dagegen zum Qualifikationsauftakt von der WM-Enttäuschung bestens erholt gezeigt. Nach dem 4:0-Heimsieg gegen allerdings schwache Bulgaren geht es für die "Three Lions" in den St. Jakob-Park von Basel zum Schlager gegen die Schweiz, die am Freitag nur im Testspieleinsatz war. Englands Teamchef Fabio Capello hat seine Kritiker vorerst zum verstummen gebracht, allerdings ist auch der Italiener nicht sorgenfrei.

Die etatmäßigen Innenverteidiger John Terry und Rio Ferdinand fallen weiter aus, gegen Bulgarien verletzte sich auch Michael Dawson. Daher werden voraussichtlich Phil Jagielka und Gary Cahill die zentrale Abwehr bilden. Sie bekommen es mit einem Gegner zu tun, der schon seit längerer Zeit an eklatanter Ladehemmung leidet. Die Schweiz, die sich zum fünften Mal in Folge für ein Großereignis qualifizieren will, hat in den vergangenen zehn Länderspielen nur vier Tore erzielt, eines davon gegen Österreich.

Portugal will in Norwegen das Heim-4:4 gegen Zypern wiedergutmachen, bei dem vor allem die ansonsten recht stabile Defensive alt aussah. "Wir müssen kompakter sein und mehr als Team auftreten", forderte Verteidiger Ricardo Carvalho. Norwegen, das am Freitag Island mit 2:1 schlug, kann auf den wiedergenesenen Stürmer John Carew zurückgreifen und setzt auf die zypriotische Taktik: "Das Remis hat uns gezeigt, dass die Portugiesen mit Kontern nicht umgehen können, und das kann gut für uns sein", sagte Norwegens Traiener Egil Olsen.

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