vergrößernverkleinern
Neumann trat als Vize-Präsident zurück © APA (Archiv)

Der SC Wiener Neustadt steuert einer ungewissen Zukunft entgegen. Mit dem überraschenden Ende der Tätigkeit des

Der SC Wiener Neustadt steuert einer ungewissen Zukunft entgegen. Mit dem überraschenden Ende der Tätigkeit des geschäftsführenden Vizepräsidenten Ernst Neumann am vergangenen Wochenende wurden Spekulationen über den Verbleib der Niederösterreicher in der Fußball-Bundesliga erneut Tür und Tor geöffnet.

Wie Magna am Montag via Aussendung mitteilte, stünde die Trennung aber "in keinem Zusammenhang mit den Planungen und Überlegungen für die Zukunft des Vereines".

Magna stellte klar, dass das Vertragsverhältnis mit Neumann bereits vor dessen öffentlichem Rücktritt "aus wichtigen Gründen" per sofortiger Wirkung gekündigt worden war. Neumann hatte diesen in der Nacht auf Samstag via SMS bekanntgegeben. Er sehe beim Club "keine Perspektive". Bereits in den Wochen zuvor waren Rücktrittsgerüchte um Mäzen Frank Stronach laut geworden. Der Austro-Kanadier hat sich mit öffentlichen Aussagen allerdings bis dato bedeckt gehalten.

Fakt ist, dass der Sponsorvertrag von Magna mit Saisonende ausläuft. Fakt ist auch, dass sich Firmengründer Stronach erst vor kurzem aus dem Konzern zurückgezogen hat und sich dies mit einer Abfindung im Gesamtwert von bis zu 1,1 Mrd. Dollar vergüten ließ. Spekuliert wird nun, dass Magna seinen Vertrag mit dem aktuellen Tabellensiebenten per Saisonende auslaufen lässt. Stronach könnte die Niederösterreicher damit nur noch als Privatperson sponsern.

Bereits in der Vergangenheit hatte der seit Montag 78-Jährige ein Engagement aber mit einem Stadionneubau verknüpft. Dieser ist über Vorarbeiten nicht hinausgekommen und es darf bezweifelt werden, dass in Wiener Neustadt jemals eine neue Bundesliga-taugliche Arena entstehen wird. Die Stadt selbst verfügt nicht über die nötigen finanziellen Mittel und das Land Niederösterreich bevorzugt einen Neubau in St. Pölten.

Stronach will offenbar nun Klarheit über die Lage bekommen. Am Dienstag ist ein Treffen mit Wiener Neustadts Bürgermeister Bernhard Müller geplant. Müller hatte bereits mehrmals betont, dass die Stadt alles versuchen werde, den Verein in Wiener Neustadt zu behalten. Finanziert werden könne ein Erstliga-Betrieb aus Mitteln der Stadt Wiener Neustadt allerdings auf keinen Fall.

Die unsichere finanzielle Situation der nach der Magna-Übernahme im Sommer 2008 mit großen Ambitionen gestarteten Niederösterreicher nährt natürlich Befürchtungen über neuerliche Probleme eines Clubs in Österreichs Fußball-Oberhaus. Bereits in der Vorsaison hatte Austria Kärnten keine Lizenz erhalten und so die Abstiegsfrage vorweg entschieden. Den GAK hatte dasselbe Schicksal 2007 ereilt. Bis März 2011 muss Wiener Neustadt im Lizenzentscheid jedenfalls Klarheit geschafft haben. Die laufende Saison kann der Club aufgrund der Magna-Millionen sicher noch fertigspielen.

In Medien wird aufgrund der unsicheren Lage auch bereits über eine mögliche Lizenzweitergabe spekuliert. Stronach hatte den SC im Sommer 2008 mit der Spielberechtigung des SC Schwanenstadt in der Ersten Liga positioniert. Von der Bundesliga wird inzwischen nur noch ein Lizenz-Transfer innerhalb eines Bundeslandes - in diesem Fall Niederösterreich - erlaubt. Bleibt die Frage, wer als Interessent gelten darf. Denn die Admira besitzt auf sportlichem Weg selbst die besten Karten auf den Sprung in die Bundesliga, der vom Land unterstützte SKN St. Pölten soll kein Interesse an einem derartigen Aufstieg haben.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel