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"Wir waren die klar bessere Mannschaft" © APA (Archiv/Rubra)

Österreich muss weiterhin auf die erste Teilnahme an einer Fußball-U21-EM warten. Mit dem 1:2 in Aberdeen gegen Schottland

Österreich muss weiterhin auf die erste Teilnahme an einer Fußball-U21-EM warten. Mit dem 1:2 in Aberdeen gegen Schottland verspielte die Truppe von Andreas Herzog die Chance auf das Ticket für die Endrunde 2011 in Dänemark und beendete die Gruppe 10 nur als Dritter - bei einem Sieg wäre man als einer der vier besten Pool-Zweiten im Play-off gestanden.

Herzog trauerte dem möglichen Erfolg vor allem angesichts der vielen vergebenen Möglichkeiten seines Teams nach. "Wir waren die klar bessere Mannschaft und hätten gewinnen müssen. Wenn man auf so einem Niveau solche Chancen vergibt, wird das bestraft", ärgerte sich der ÖFB-Rekordteamspieler.

Nur an der Niederlage gegen Gruppensieger Schottland sei das Ausscheiden aber nicht festzumachen. "Schon der Start mit der Niederlage in Weißrussland war nicht gut. Man kann in einer Qualifikation ein bisschen patzen, aber nicht drei, viermal", meinte Herzog mit Hinweis auf die Niederlagen gegen Weißrussland und Schottland sowie auf die Unentschieden gegen Weißrussland und Albanien. "Wir hatten in jedem dieser Spiele unsere Chancen und hätten Gruppensieger werden können", beteuerte der Wiener.

Für Herzog ging damit die erste Aufgabe als Cheftrainer erfolglos zu Ende - dennoch hat der frühere Teamchef-Assistent nach eigenen Angaben in den vergangenen eineinhalb Jahren viel gelernt. "Es ist ein Riesenunterschied, ob man als Co-Trainer oder Hauptverantwortlicher arbeitet. Es ist schön, weil ich eigene Ideen umsetzen konnte, auf der anderen Seite musste ich mich danach auch oft ärgern."

Rückblickend gestand der U21-Teamchef Fehler ein. "Ich habe immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Aber ich habe mir öfters nach einem Spiel gedacht, dieses und jenes hätte ich anders machen können." Als konkretes Beispiel nannte Herzog das 2:2 im vergangenen November in Albanien. "Da hatte ich vier starke Mittelfeldspieler (Anm.: Kavlak, Baumgartlinger, Grünwald, Alaba) und habe mit einer Raute gespielt. Es hat nicht funktioniert, entweder weil ich die Spieler überschätzt oder das falsche System gewählt habe." Daraus ergab sich folgende Erkenntnis. "Es hängt nicht von der Qualität der Spieler ab, sondern davon, wie sie zusammenpassen."

Bei der Zusammenstellung der Mannschaft stand Herzog jedoch auch deswegen vor Problemen, weil viele U21-einsatzberechtigte Kicker schnell zum A-Team hochgezogen wurden. "Das war eine teilweise schwierige Situation, soll aber keine Ausrede sein. Damit muss man als U21-Teamchef umgehen können."

Herzog, dessen Vertrag beim ÖFB bis Dezember 2012 läuft, bastelt nun an der neuen ÖFB-U21-Auswahl mit den Jahrgängen 1990 und jünger. Die ersten Testspiele für diese Mannschaft wurden bereits fixiert, am 7. und 9. Oktober geht es in Gloggnitz und Wiener Neudorf gegen die Altersgenossen von Schweden. Im Frühjahr sind weitere Partien geplant, die als Probegalopp für die im Herbst beginnende neue U21-EM-Quali dienen.

Der Kader der neuen U21 überschneidet sich teilweise mit jenem des U20-Teams (Stichtag 1. Jänner 1991), das im Juli zur WM nach Kolumbien reist. Deswegen plant Herzog bei den Vorbereitungsterminen genaue Absprachen mit U20-Betreuer Andreas Heraf und könnte bei der Endrunde sogar dessen Trainerteam angehören. "Aber darüber werden wir erst in den kommenden Wochen und Monaten genauer reden."

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