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1:6-Debakel in der alten Heimat © APA (epa)

Die Freude über die Rückkehr ins heimische deutsche Rampenlicht war Berti Vogts gründlich vergangen. Anders als in den

Die Freude über die Rückkehr ins heimische deutsche Rampenlicht war Berti Vogts gründlich vergangen. Anders als in den vergangenen Tagen wirkte der Teamchef von Aserbaidschan nach dem 1:6 in der EM-Qualifikation gegen Deutschland ernüchtert. Chance zur Wiedergutmachung haben Vogts und seine Spieler am 8. Oktober in Wien, wo gegen Österreich das nächste Match der Gruppe A auf dem Programm steht.

Der Rückfall in halbwegs überwunden geglaubte Zeiten stimmte Vogts nachdenklich: "Ich erwarte, dass mein Team anders auftritt - auch gegen einen Gegner wie Deutschland." Es wurmte den aserbaidschanischen Nationalcoach, dass im Vergleich zum 0:4 ein Jahr zuvor in Hannover keine Verbesserung erkennbar war. Doch die nur auf Schadensbegrenzung angelegte Mauertaktik machte es den Deutschen leicht.

Nach passablem Beginn brachen kurz vor der Pause beim Doppelschlag von Lukas Podolski (45.) und Miroslav Klose (45.+2) alle Dämme. Vogts kritisierte seine Profis für die zu extreme Interpretation seiner von ihm selbst ausgegebenen defensiven Marschrichtung: "Das war viel zu passiv, zu zurückhaltend."

Schon im Vorfeld der Partie hatte Vogts keine Gelegenheit ausgelassen, die Fans in seiner Wahlheimat mit überschwänglichem Lob für den Gegner auf eine Niederlage einzustimmen. Dieser Linie blieb er auch nach dem Schlusspfiff treu - nicht ohne Eigennutz. Um lauter Kritik vorzubeugen, beförderte Vogts die DFB-Elf abermals noch über das Niveau von Weltmeister Spanien. "Die Deutschen spielen in einer anderen Liga als wir. Sie sind das beste Team der Welt. Wir sind nur 105. der Weltrangliste."

Erste Medienreaktionen lassen darauf schließen, dass Vogts zumindest mit dieser Strategie Erfolg hatte. "Im Gegensatz zu den ersten beiden Spielen gegen Deutschland verlor die aserbaidschanische Mannschaft nicht zu Null", lobte "1news". Ähnlich positiv bewertete "Day.az" das 1:6: "Unsere Fußballer - das muss man ihnen lassen - ließen sich nicht unterkriegen."

In seinem Werben um mehr Geduld erhielt Vogts Schützenhilfe von Joachim Löw. In bekannt diplomatischer Manier schlug sich der aktuelle auf die Seite des ehemaligen Bundestrainers: "Sie haben einige gute Leute in ihren Reihen. Aber es braucht noch Jahre, um Fortschritte machen zu können", prognostizierte Löw.

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