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Kollegen bejubeln sein "wichtigstes Tor" © APA (epa)

Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft hat ihre Pleiten-, Pech- und Pannen-Serie beendet. Nach dem 2:0-Auswärtssieg in der

Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft hat ihre Pleiten-, Pech- und Pannen-Serie beendet. Nach dem 2:0-Auswärtssieg in der EM-Qualifikation gegen Bosnien-Herzegowina wurde Karim Benzema als Erlöser gefeiert, der 22-jährige Stürmer von Real Madrid sorgte in Sarajevo in der 72. Minute für den erlösenden Führungstreffer.

"Das war das wichtigste Tor, das ich jemals erzielt habe", jubelte Benzema nach seinem 9. Tor im 29. Länderspiel euphorisch. Florent Malouda stellte sechs Minuten später auf 2:0.

Zwischen der 0:1-Blamage daheim gegen Weißrussland und dem Match in Sarajevo war ein Großteil des Erwartungsdrucks auf den Schultern von Benzema abgeladen worden. Denn Benzema hatte gegen die Weißrussen verletzungsbedingt gefehlt und sollte gegen die Bosnier den entscheidenden Unterschied ausmachen.

"Karim ist ein wichtiger Spieler. Er ist einer der Stürmer, der genug Potenzial hat, um jederzeit ein Tor zu erzielen. Und davon haben wir nicht viele", meinte Teamchef Laurent Blanc, der nach der blamablen WM Raymond Domenech abgelöst hatte.

Dabei hatte Benzema in der jüngeren Vergangenheit selbst eine ganze Reihe von Problemen zu bearbeiten. Denn seit seinem Wechsel im Sommer 2009 zu Real kämpft Benzema um Anerkennung bei seinem neuen spanischen Arbeitgeber. Deshalb wurde er auch nicht für die WM in Südafrika einberufen. Und zudem war Benzema wegen angeblichem Sex mit einer minderjährigen Prostituierten ins Visier der Justiz geraten.

Doch gegen Bosnien wurde Benzema sportlich seinen Erwartungen gerecht. Er war über die gesamte Spielzeit einer der Aktivposten und beschäftigte die gegnerische Abwehr durchgehend. Der Höhepunkt war das sehenswerte Tor. "Es ist ein Vergnügen, in solchen Spielen zu treffen. Vor allem, weil von Frankreich und mir persönlich so viel erwartet worden ist. Aber ich weiß, dass ich noch jung bin und sehr viel beweisen muss", meinte Benzema, dessen großes Vorbild Ronaldo war.

Ähnliche Erleichterung wie bei Benzema herrschte bei Wayne Rooney, der beim 3:1-Sieg in der Schweiz seine einjährige Torflaute im englischen Teamtrikot beendete. Unbeeindruckt vom Wirbel um sein Privatleben hat der 24-jährige Rooney in Basel das wichtige 1:0 erzielt. "Ein echter Profi!", lobte das Boulevardblatt "Daily Mail" den Angreifer von Manchester United, der trotz des Trommelfeuers der Boulevardpresse wegen angeblicher privater Eskapaden im Rotlichtmilieu cool und abgezockt in der 10. Minute ins Schwarze traf.

"Für Wayne ist das großartig", erklärte Kapitän Steven Gerrard. "Vorher wurde nur über ihn geredet, so dass es schön für ihn war, das Tor zu machen." Rooney traf zum ersten Mal aus dem Spiel heraus seit seinem Treffer gegen Bayern München im März in der Champions League. "Rooney stand unter Druck, aber er hat sehr gut gespielt", betonte Nationaltrainer Fabio Capello, der sich in seiner Aufstellung bestätigt sehen konnte.

Sein ersatzgeschwächtes Team (u.a. ohne John Terry, Rio Ferdinand, Peter Crouch und Frank Lampard) verdaute auch die frühe Verletzung von Theo Walcott, der Flügelflitzer hatte sich bei der Vorarbeit zum Rooney-Tor den Knöchel lädiert.

Auch die "Times" war von Englands starker Leistung so bald nach der WM-Schlappe angetan. "Der Weg der Wiedergutmachung ist lang, aber in den vergangenen fünf Tagen haben Capello, Rooney und der Rest der englischen Mannschaft alles getan, was möglich ist, um die scheußliche jüngste Vergangenheit hinter sich zu lassen", urteilte die Zeitung. "In der zweiten Halbzeit hat es gewackelt. Aber das war ein gewaltig ermutigender Abend für Capello, Gerrard und insbesondere Rooney", schloss sich der "Daily Telegraph" an.

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