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Kampf um jeden Zentimeter beim Wiener Derby © APA (Archiv/Neubauer)

Nach einem katastrophalen August peilt eine in die Mini-Krise gerutschte Austria im großen Wiener Derby die Rückkehr auf die

Nach einem katastrophalen August peilt eine in die Mini-Krise gerutschte Austria im großen Wiener Derby die Rückkehr auf die Erfolgsstraße an. Obwohl ein violetter Punktezuwachs im Hanappi-Stadion des Erzrivalen seit über drei Jahren auf sich warten lässt, wollen die Favoritner die Heimreise vom ausverkauften Duell am Sonntag (16.00 Uhr/live ORF1 und Sky) nicht als Verlierer antreten.

"Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir im Hanappi gewinnen können", strahlte Karl Daxbacher naturgemäß Zuversicht aus. Dass die beiden Wiener Großclubs zuletzt in der Liga patzten, mache die Ausgangslage für den Austria-Coach nur "brisanter": "Beide Teams sind hinter ihren Erwartungen geblieben und brauchen einen Sieg." Klar ist, dass sich der seit vier Runden sieglose Tabellensechste mit einem Erfolg beim Stadtrivalen wieder zur Nummer eins in Wien aufschwingen würde.

Zwei Heimpleiten gegen Ried und Wacker Innsbruck sowie das Europacup-Aus gegen Aris Saloniki kratzten zuletzt gehörig am zu Saisonstart aufgebauten violetten Selbstbewusstsein. Auch gegen Rapid sieht die vorliegende Bilanz nicht rosig aus. In den jüngsten vier Vergleichen setzte es für die Austria nur einen (Heim)Sieg, im Westen Wiens ist man außerdem seit 2. Mai 2004 (2:1) ohne Erfolgserlebnis.

"Die Punkte wären gerade jetzt unheimlich wichtig, weil wir damit unsere Ausrutscher mit einem Schlag wieder wett machen könnten", meinte Routinier Peter Hlinka vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Club. Eine Ansage, die Sport-Vorstand Thomas Parits nur unterstreichen konnte: "Wir haben in den letzten Heimspielen unnötig Punkte hergeschenkt, die müssen wir uns auswärts zurückholen."

Die zweiwöchige Länderspielpause nutzte die Austria, um angeschlagene Profis wieder fit zu bekommen. Sein Comeback gegen die Grün-Weißen gibt Teamspieler Zlatko Junuzovic, auch Tomas Jun gönnte seinem angeschlagenen Knie die notwendige Pause. Für Milenko Acimovic dürfte ein Derby-Einsatz noch zu früh kommen, der Slowene könnte aber bereits auf der Bank Platz nehmen. Von der Stamm-Elf weiterhin fehlen wird Innenverteidiger Manuel Ortlechner aufgrund seiner Knöchelverletzung.

Daxbacher versprach eine "andere Austria" als bei der herben 0:3-Heimpleite gegen Aufsteiger Wacker und rief mit Blick auf die magere Derby-Bilanz noch einmal die letzte Auswärtspartie in Erinnerung. "Im letzten Spiel (0:2, Anm.) haben wir durch einen unglücklichen Elfmeter verloren. Das hat gezeigt, dass wir auch dort bestehen können." Rapids neuen Sturmtank Jan Vennegoor of Hesselink erwarte er noch nicht von Beginn an auf dem Feld.

Offen ist, ob die Austria angriffslustig oder eher abwartend ins Spiel geht. Fernando Troyansky könnte erneut als rechter Außenverteidiger zum Einsatz kommt. In einer offensiveren Variante mit Jung-Vater Marko Stankovic im Mittelfeld könnte Teamkicker Florian Klein diese Position einnehmen. An vordererste Front soll Länderspiel-Torschütze Roland Linz die Rapid-Defensive beschäftigen. Der Kapitän trat vor der Partie gemeinsam mit seinem Gegenüber Steffen Hofmann sowie Schauspieler Karl-Heinz Hackl auch offen gegen Rassismus im Fußball ein.

Unterstützt wird die Austria nach eigenen Angaben von 1.600 Anhängern. Laut Rapid haben die "Veilchen" nur 1.400 Tickets angefordert, von denen 1.200 abgesetzt wurden. Im Zuge der Fan-Arbeit betonte die zuletzt aufgrund rechtsradikaler Auswüchse im Fan-Block in die Medien geratene Austria noch einmal, schwarze Schafe auszusortieren. Gegen sechs Personen liegt derzeit der Tatverdacht der Wiederbetätigung vor. Sollte sich dieser verhärten, werden Stadionverbote und Anzeigen ausgesprochen. Von Austria-Seite wartet man dabei noch auf die Antwort der Behörden. (Schluss) tos/tsi

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